Darum gehts
- Nach dem Brand in Bangkok mit bisher 32 Todesopfern ordnet Thailand landesweite Sicherheitskontrollen an
- Bars und Clubs mit gravierenden Mängeln sollen vorübergehend geschlossen werden
- Das hat möglicherweise Einfluss auf Touristen: Thailand verschärft zudem Einreise- und Sicherheitsvorschriften für Reisende
Die Brandkatastrophe in Thailand weckt in der Schweiz schlimme Erinnerungen an Crans-Montana VS: In der Hauptstadt Bangkok ereignete sich in der Nacht auf den 13. Juli ein schwerer Brand in einer Bierhalle. Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf 32 Personen gestiegen, 30 Verletzte werden nach wie vor in Spitälern behandelt, 15 davon auf der Intensivstation. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Kurzschluss an einer Klimaanlage den Brand ausgelöst haben. Eine polizeiliche Untersuchung soll zudem ermitteln, ob die Betreiber gegen Bewilligungs- und Sicherheitsauflagen verstossen haben.
Jetzt ergreift die thailändische Regierung landesweite Massnahmen: Laut der «Bangkok Post» hat Premierminister Anutin Charnvirakul (59) angeordnet, dass sämtliche Brandschutzgesetze und -Regelungen von Vergnügungslokalen und öffentlichen Gebäuden überprüft werden. Viele bestehende Vorschriften seien veraltet und würden den heutigen Gegebenheiten nicht mehr entsprechen, zitiert die Zeitung den Premier. Die Behörden sollen nun innert 30 Tagen Lokale im ganzen Land auf ihre Brandschutzanlagen, Notausgänge, Besucherobergrenzen und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften überprüfen. Betriebe mit erheblichen Mängeln würden vorübergehend geschlossen.
Thailändische Behörden drehen an der Regelschraube
Gut möglich also, dass Touristen bei ihrer nächsten Thailand-Reise vor verschlossenen Türen ihrer Lieblingsbar stehen werden. Die angekündigten Kontrollen sind nicht die einzigen Massnahmen, mit denen die thailändische Regierung mitunter den Tourismus beeinflusst. So schraubte sie auch an den Einreisebestimmungen – und verschärfte diese. Wer nach Thailand will, muss vor der Ankunft wieder eine digitale Einreisekarte (TDAC) ausfüllen und dabei Angaben zu Reise und Unterkunft machen. Zudem muss am Zoll jetzt ein Beleg für die Ausreise vorgewiesen werden – und bald dürfte sich auch der erlaubte visumsfreie Aufenthalt von 60 auf 30 Tage verkürzen.
Daneben prüft die Regierung die Einführung einer obligatorischen Krankenversicherung für ausländische Besucher. Hintergrund sind offene Spitalrechnungen von Touristen, auf denen thailändische Spitäler immer wieder sitzenbleiben. Diese belaufen sich laut Schätzungen des Gesundheitsministeriums auf rund 2,5 Millionen Franken – pro Jahr. Mit einer Versicherungspflicht sollen die Kosten, die das Gesundheitswesen merklich belasten, vermieden werden.