Nach Aus von Traditionsbeiz
Thurgauer Wirt muss sein Holzchalet verkaufen

Ende September muss Gastgeber Jérôme Kölliker seine tradtionsreiche Quartierbeiz in Frauenfeld schliessen – für ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Jetzt muss sich der Wirt auch vom Chalet in der Gartenwirtschaft trennen. Er bietet es für 25'000 Franken an.
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Das 165-jährige Restaurant Frohsinn im Frauenfelder Quartier Kurzdorf schliesst Ende September.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Restaurant Frohsinn in Frauenfeld schliesst am 26. September endgültig
  • Der Wirt verkauft sein selbstgebautes Chalet samt Inventar für 25'000 Franken
  • Das Chalet misst 11,4 mal 6 Meter und wird ohne Käufer abgerissen
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Für Jérôme Kölliker (41) endet in gut einem Monat eine Ära. Am 26. September öffnet der engagierte Wirt sein Restaurant Frohsinn ein letztes Mal. Danach schliesst das Lokal im Frauenfelder Quartier Kurzdorf für immer – nach 165 Jahren. Der Thurgauer Hauptort verliert dann eine seiner letzten Quartierbeizen.

«Die Schliessung ist ein schwerer Schicksalsschlag», sagte Kölliker Blick Anfang August. Zehn Jahre lang führte er den «Frohsinn». Umso mehr dürfte es den engagierten Wirt schmerzen, dass er sich nun auch vom Holzchalet trennen muss, das vor dem Restaurant steht. «Chalet zu verkaufen. Machen Sie einen Preisvorschlag», schreibt Kölliker kurz und knapp auf Facebook. Für die Holzhütte samt Inventar verlangt er 25'000 Franken, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet. 

Ohne Käufer wird es abgerissen

Der gelernte Koch hat das Chalet für die Gartenwirtschaft zum Teil selbst gebaut – «als Ort für Nichtraucher», wie er der Zeitung sagte. Denn: Das Restaurant Frohsinn ist ein Raucherlokal. Das 11,4 Meter lange und 6 Meter breite Chalet nutzte Kölliker aber auch für zahlreiche Events. Familien feierten dort Geburtstage, Vereine ihre Jubiläen und Firmen ihre Weihnachtsessen. Und der Wirt schmiss selbst zahlreiche Events – etwa seine Metzgete oder die Chnobli-Wuche. «Es ist sehr viel gelaufen darin und hatte vielen Freude gemacht», so Kölliker zur «Thurgauer Zeitung».

Zum Holzchalet gehören noch ein Foyer und eine Bar mit Kühlbüffet. Das Inventar umfasst einen Bauernschrank, einen Fernseher, ein Weinfass, Geweihe und zahlreiches Dekomaterial. Das alles muss Kölliker loswerden, weil er selbst keinen Platz dafür hat. Darum hofft er nun, einen Käufer für das Chalet samt Inventar zu finden. Ansonsten muss er sein geliebtes Hüttchen abreissen. «Das könnte ich aber nicht selbst, das würde ich nicht übers Herz bringen.»

Persönliche Zukunft ist offen

Die nächsten Wochen werden für Kölliker eine emotionale Zeit. Bereits nachdem er die Schliessung des Restaurants bekannt gemacht hatte, wurde er mit Rückmeldungen überhäuft. «Extrem viele Menschen haben ihr Bedauern ausgedrückt», sagte er damals zu Blick. Am letzten Tag Ende September nimmt er mit einer Austrinkete Abschied von seinen Stammgästen.

Bis dahin muss er sein Holzchalet verkauft haben. Viel weiter hinaus will Kölliker nicht planen: «Ich habe noch keine Ahnung und werde mir eine Auszeit nehmen und überlegen, was ich nachher mache. Dafür fehlt mir im Moment die Energie. Ich muss erst wieder auf den Boden kommen.»

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