Darum gehts
- Die «Sonne» in Auslikon ZH hat am 1. Juni neu eröffnet
- Kanliel Selhattin übernimmt das 180-jährige Gasthaus mit schweizerisch-italienischer Küche
- Platz für bis zu 50 Gäste in der heimeligen «Puurestube»
Seit 1840 wird in der «Sonne» in Auslikon ZH beim Pfäffikersee gewirtet. Im Frühling dieses Jahres wurde über dem Gasthaus der Konkurs eröffnet – Pächter Uros Razpet war pleite. Viele Gäste sind nach dem Besuch in der «Sonne» unzufrieden nach Hause gegangen, wie ein Blick in die Bewertungen auf Tripadvisor zeigt. Die Rede ist von langen Wartezeiten – auch bei kleinerem Besucherandrang. «Mittelmass», «keine Beachtung, keine Begrüssung» und «minimalistischer Service» scheinen den einen oder anderen Gast von einem zweiten Besuch abgehalten zu haben.
Seit März suchte die Eigentümerin Nadine Spörri-Näf einen Nachfolger. «Ein Gastronom mit Leib und Seele» soll es sein, wie sie nach der Schliessung meinte. Diesen scheint sie nun gefunden zu haben. Kanliel Selhattin übernimmt die «Sonne» und hält die 180-jährige Geschichte der Beiz am Leben.
Selhattin ist kein Neuling in der Gastrobranche. Zuvor führte er das Restaurant Ägerihof in Unterägeri ZG. «Ich wollte sowieso ein Restaurant im Kanton Zürich übernehmen», erklärt er im Gespräch mit Blick. «Die Sonne ist mega bekannt, darum war es die perfekte Möglichkeit.» Den «Ägerihof» gibt Selhattin ab, ein Nachfolger ist dort bereits gefunden.
Schweizerisch-italienische Küche
Seit dem 1. Juni ist die Sonne wieder geöffnet. «Unsere Kundschaft erwartet eine Mischung aus schweizerischer und italienischer Küche», so der Wirt. Damit hofft er, dass das Lokal wieder richtig Schwung aufnimmt. Eine prächtige Beiz ist die «Sonne» allemal. Den Namen hat die Beiz nicht von irgendwoher – die grosse Gartenwirtschaft lädt zum Verweilen ein. In der heimeligen «Puurestube» hat es bei Anlässen Platz für bis zu 50 Gäste.
Mit dem neuen Pächter dürfte auch die Eigentümerfamilie Näf erleichtert sein. Sie sind überzeugt, dass es in Auslikon weiterhin eine Beiz braucht. Darum haben sie sich auch dagegen entschieden, das Haus in Wohnungen umzubauen. «Es ist alles da», so Nadine Spörri-Näf im Frühling. «Wenn ein Dorf keine Beiz mehr hat, stirbt das Dorfleben. Wir wollen, dass es in Auslikon weiterhin ein Restaurant gibt.» Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen.