«Bären» macht am Freitag für immer zu – langjähriger Wirt geht in Pension
Historische Landbeiz schliesst – Aus nach 5 Generationen

In der 2500-Seelen-Gemeinde Rapperswil BE geht bald ein Stück Dorfgeschichte zu Ende: Nach mehr als 45 Jahren als Wirt schliesst Erich Räz seinen Gasthof Bären Ende Juli für immer. Eine Nachfolge gibt es nicht, was mit der historischen Liegenschaft passiert, ist offen.
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Seit fünf Generationen begrüsst die Familie Räz im Gasthof Bären in Rapperswil BE Gäste.
Foto: Google Streetview

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gasthof Bären in Rapperswil BE schliesst per 31. Juli 2026, Wirt geht in den Ruhestand
  • Gemeinderat prüfte Kauf der Liegenschaft, entschied sich dagegen
  • Gasthof verfügt über drei Säle, eine Terrasse und eine Kegelbahn
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Wer auf der Hauptstrasse durch den Ortskern von Rapperswil BE fährt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Ein historischer Bau reiht sich an den nächsten, mit ausladenden Ziegeldächern und herzig verzierten Schnitzereien und Bemalungen an den Fassaden. Neben dem Hotel Ochsen liegt der Rapperswiler Beck – ein Familienbetrieb in fünfter Generation, in dessen Haus seit 1889 gelebt und gebacken wird. Direkt gegenüber steht der Gasthof Bären. Auch das Wirtshaus mit den grünen Fensterläden und der angrenzenden Scheune ist seit fünf Generationen im Familienbesitz. Heute führt Ernst Räz den Betrieb.

Aber nicht mehr lange: Am Freitag gehen die Lichter im Bären für immer aus, wie das Familienunternehmen in einer Mitteilung schreibt. «Nach über fünfundvierzig Jahren engagierter Tätigkeit als Koch, Wirt und Gastgeber verabschiedet sich Ernst Räz in den Ruhestand», heisst es im Schreiben, das der langjährige Wirt auf seiner Website aufgeschaltet hat. Damit gehe «ein bedeutendes Kapitel» zu Ende. Schon in wenigen Tagen werden Klassiker der gutbürgerlichen Küche wie der Bären-Spiess zum letzten Mal aufgetischt. Das «Bieler Tagblatt» hat zuerst über die Schliessung berichtet. 

Gemeinde hat überlegt, Liegenschaft selbst zu erwerben

Ernst Räz ist nicht nur passionierter Gastgeber, sondern gleichzeitig auch Eigentümer der Liegenschaft an der Hauptstrasse 47. Wie es mit ihr weitergeht, ist unklar. Der Berner möchte sich zum emotionalen Aus seines «Bären» nicht weiter äussern. «Über den Text dieser Medienmitteilung hinaus werden keine weiteren Angaben gemacht», heisst es dazu in seinem Schreiben. 

Der Bären ist ein wichtiger Treffpunkt im Dorf. Um diesen zu erhalten, hat sogar der Gemeinderat überlegt, die Liegenschaft zu kaufen und den Gasthof zu betreiben. Das Vorhaben wird aber nicht weiter verfolgt – weil man «eher skeptisch» sei, dass eine Restaurantübernahme Aufgabe der Gemeinde sei, wie Sandra Guggisberg, Gemeindeschreiberin von Rapperswil, gegenüber dem «Bieler Tagblatt» erklärt. 

Landgasthöfe dieser Grössenordnung werden in der Schweiz immer seltener. Das Wirtshaus verfügt über ein Säli mit Grill, in dem verschiedene Fleisch-Spezialitäten serviert werden. Hinzu kommen eine gemütliche Gaststube, ein Gewölbekeller mit einigen Tischen und ein Bankettsaal, der Platz für bis zu 120 Personen bietet.

An warmen Tagen können Gäste auf der grosszügigen Terrasse mit 50 Sitzplätzen verweilen. Die angrenzende Scheune, in der heute unter anderem der Bankettsaal untergebracht ist, lässt vermuten, dass Landwirtschaft und Gastgewerbe im «Bären» früher eng miteinander verbunden waren. Wenn Ende Juli die Türen zugehen, endet also nicht nur der Betrieb eines Gasthofs, sondern auch ein Kapitel Rapperswiler Dorfgeschichte.

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