Darum gehts
- Neue Airline Vini fliegt ab Juni Bern-München mit Cessna Caravan
- Plattform für regionales Fliegen und kleine Elektroflugzeuge geplant
- Pro Flug ab 195 Euro, Platz für 9 Passagiere
Der Flughafen Bern-Belp ist ein hartes Pflaster für Airlines, die Linienflüge anbieten. Mehrere Fluggesellschaften sind bereits gescheitert. Zuletzt ist die Berner Airline Skywork Konkurs gegangen. Über 100 Angestellte haben 2018 ihren Job verloren, Tausende Kunden blieben auf ungültigen Tickets sitzen. Die Pleite war für den Flughafen Bern ein Schock. Auch die virtuelle Airline FlyBair, die den Airport später mit dem Rest der Welt verbinden sollte, ist nie richtig ins Fliegen gekommen.
Jetzt nimmt mit der Fluggesellschaft Vini aus Stuttgart (D) eine neue Airline einen Anlauf. Hinter Vini steht mit Tomislav Lang (45) ein Bern-Kenner. Lang war einst Chef der gegroundeten Skywork. Jetzt will er die Bundesstadt mit München (D) verbinden. Ab Juni fliegt Vini mit einer Cessna Caravan 208EX mit Baujahr 2016 dreimal pro Woche in die Hauptstadt Bayerns. In der Propellermaschine hats Platz für neun Passagiere. Ein Flug kostet ab 195 Euro.
Plattform für regionales Fliegen
Lang glaubt ans Potenzial von Bern. Und er hat Grosses vor. Vini soll mittelfristig zu einer Plattform für regionales Fliegen werden, zu einem Uber der Lüfte. Mit einer eigenen Software und KI-Unterstützung sollen Streckennachfragen gebündelt und Kleinflugzeuge bereitgestellt werden, schreibt die «Berner Zeitung». So will Lang eine Basis legen, um dereinst im Geschäft mit den ersten kleinen Elektro-Passagierflugzeugen so richtig Schub zu geben.
Das kommt bei den Betreibern des Flughafens Bern-Belp gut an. Der Mini-Airport will zum Pionier für nachhaltige Regionalaviatik werden. Dafür baut man die heutige Ladeinfrastruktur laufend aus. Bis 2029 soll eine grosse Solaranlage in Betrieb gehen. Auch mit Wasserstoff betriebene Flugzeuge sind ein Thema.
Weitere Destinationen in der Pipeline
Noch fliegt Vini aber mit der legendären Cessna Caravan. Der gleichnamige Flugzeughersteller, mittlerweile von einem Konkurrenten aufgekauft, hat davon 3000 Stück gebaut. Die Finanzierung sei gesichert, verspricht Lang. Der Linienbetrieb nach München läuft bis in den Herbst. Nach dem lukrativen Oktoberfest, von dem sich die kleine Airline viel erhofft, geht Lang über die Bücher. Ist die Nachfrage da, will er die Flüge fortsetzen. Und das Angebot um weitere Destinationen erweitern.