«Das ist eine Frechheit!»
300 Franken Kerosinzuschlag versaut Vorfreude auf Kreta-Ferien

Natascha D. (24) aus Ostermundigen BE erlebt ihren Sommerferien-Schock schon vor dem Abflug: Kurz vor ihrem Kreta-Trip im August verlangt Hotelplan 296 Franken extra – wegen gestiegener Treibstoffpreise. Das bringt ihr Ferienbudget durcheinander.
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Im Sommer hat Helvetic in Bern-Belp eine Maschine stationiert und fliegt auch nach Kreta.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Natascha D. aus Ostermundigen erhält 296 CHF Treibstoffzuschlag für Kreta-Reise
  • Hotelplan rechtfertigt Zuschlag mit gestiegenen Treibstoffkosten, Helvetic widerspricht
  • Flug ab Bern beginnt 29. Mai, bisher keine Mehrkosten an Veranstalter weitergegeben
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Natascha D.* (24) aus Ostermundigen BE hat sich so auf ihre Sommerferien gefreut. Im August gehts für eine Woche nach Kreta, zusammen mit drei Freundinnen. Einfach mal wieder am Pool entspannen, fein essen und das Leben geniessen. Gebucht hat sie die vier Hin- und Rückflüge bei Hotelplan – für 1752 Franken. Das Berner Reisegrüppli fliegt mit der Schweizer Airline Helvetic ab Flughafen Bern-Belp.

Doch die ganze Vorfreude ist futsch! D. hat von Hotelplan unerfreuliche Post bekommen. «Wir wurden von Helvetic Airways darüber informiert, dass die Treibstoffkosten aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage deutlich angestiegen ist», heisst es im Schreiben des Reiseanbieters, das Blick vorliegt. Die Fluggesellschaft habe deshalb entschieden, für verschiedene Flüge ab/bis Bern einen zusätzlichen Treibstoffzuschlag zu erheben. «Wir bitten sie daher, den Betrag von 296 Franken zu begleichen.»

«Das ist eine Frechheit»

Die zusätzlichen 296 Franken schmecken D. gar nicht. Sie strapazieren ihr Ferienbudget schon vor dem Abflug. «Ich finde es eine Frechheit, dass die mir schon jetzt fast 300 Franken verrechnen, obwohl bis zum Reiseantritt noch fast drei Monate verbleiben», sagt sie zu Blick. Hotelplan «bedauert diese nachträgliche Anpassung sehr» – und beruft sich auf die geltenden Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen.

Auf Nachfrage von Blick erklärt Sprecher Stephan Kurmann: «Auch wenn der Flug erst im August stattfindet und die definitiven Treibstoffkosten erst zum Zeitpunkt des Flugs feststehen, wurde der Zuschlag bereits jetzt kommuniziert, um Kundinnen und Kunden frühzeitig Transparenz und Planungssicherheit zu geben.» Gemäss AGB hätte dies erst drei Wochen vor Abreise passieren müssen. «Solche Zuschläge sind im Charterfluggeschäft jedoch vertraglich vorgesehen und können bei aussergewöhnlichen Entwicklungen der Treibstoffkosten notwendig werden», betont Hotelplan.

«Noch gar keine Mehrkosten verrechnet»

Bei Helvetic ist man erstaunt, als man von Blick von den Treibstoffzuschlägen erfährt, welche Hotelplan einkassiert. «Wir starten mit unserem Flugprogramm in Bern am 29. Mai», sagt Helvetic-Sprecher Simon Benz. Erst ab diesem Zeitpunkt werde man die Mehrkosten den Reiseveranstaltern zu den tagesaktuellen Treibstoffpreisen nachbelasten. «Aktuell haben wir den Veranstaltern noch gar keine Mehrkosten weiterverrechnet», so Benz.

Der Airline-Sprecher erklärt, was hinter den happigen Treibstoffzuschlägen steckt. «Im Rahmen der Charterflüge verkaufen wir Fix-Kontingente zu Vorzugskonditionen an verschiedene Reiseveranstalter», sagt er. Dabei sei vertraglich festgehalten, dass entstehende Mehrkosten aufgrund von steigenden Treibstoffpreisen, dem Reiseveranstalter nachbelastet werden. «Das ist eine im Charterfluggeschäft gängige Vorgehensweise.»

Wars das mit Zuschlägen für Natascha D.? Oder muss sie noch einmal mit einer bösen Überraschung rechnen? «Nach aktuellem Stand sind keine weiteren Zuschläge vorgesehen», heisst es bei Hotelplan. Natascha D. kann sich nun ein definitives Ferienbudget machen. Und hoffen, dass die Vorfreude auf den Kreta-Trip mit den Freundinnen zurückkommt.

* Name geändert

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