Darum gehts
- 2025 meldeten Schweizer Airlines 2021 Zwischenfälle mit Rüpel-Passagieren
- 45 Fälle sexueller Belästigung und 90 Gewaltvorfälle wurden dokumentiert
- Bazl verhängte 166 Bussen bis zu 1000 Franken für Verstösse
Sie sind eines der grössten Ärgernisse der modernen Luftfahrt: Die «unruly passengers». Also Rüpel-Passagiere, die wegen ihres Benehmens im Flugzeug oder auch am Flughafen die Ordnung stören und im schlimmsten Fall gar ein Sicherheitsrisiko darstellen. Airlines müssen schwerwiegende Vorfälle beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) melden. Das gilt in der Schweiz für Swiss, Edelweiss, Helvetic Airways, Chair Airlines und Easyjet Switzerland.
Die Zahlen fürs 2025 stellen den Passagieren ein ganz schlechtes Zeugnis aus. Schweizer Airlines haben so viele Zwischenfälle festgestellt wie noch nie, schreibt die «Aargauer Zeitung». Insgesamt wurden 2021 Rüpel-Passagiere gemeldet. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 1730 – das ist ein dickes Plus von 17 Prozent.
45 sexuelle Belästigungen
518 Mal kam es dabei zu verbalen Auseinandersetzungen von Passagieren mit der Crew oder anderen Passagieren (2024: 360 Fälle). In 432 Fällen meldeten die heimischen Fluggesellschaften, dass sich Passagiere trotz Aufforderung weigerten, ihre Sicherheitsgurte anzulegen, das Handy auszuschalten oder ihr Gepäck korrekt zu verstauen. Sie haben sich also nicht an die Anweisungen der Crew gehalten.
297 Passagiere haben das Rauchverbot missachtet. 228 Reisende sind aufgefallen, weil sie betrunken waren oder Drogen intus hatten. 168 Passagiere haben mitgebrachten Alkohol konsumiert, statt bei der Flugbegleiterin ein Cüpli zu ordern. In 90 Fällen kam es zu Gewalt gegen die Flugbesatzung oder zwischen Passagieren. Zudem sind 45 Fälle von sexueller Belästigung aktenkundig.
Bussen bis 1000 Franken
166 Bussen hat das Bazl im vergangenen Jahr ausgesprochen, sie liegen zwischen 400 und 1000 Franken (2024: 142). 205 Verwaltungsstrafverfahren wurden eröffnet. «Eine Durchsetzung ist oft schwierig, da viele Passagiere nach ihrer Rückkehr ins Ausland schwer zu identifizieren sind», sagt Bazl-Sprecherin Christine Caron-Wickli zur «Aargauer Zeitung».