Darum gehts
- Zirkus Nock kehrt 2026 mit einem Winter-Varieté im Aargau zurück
- 31 Aufführungen geplant, Tickets gibts ab 48 Franken
- Schweizer Musikstar Luca Hänni führt durch das Programm in Zofingen AG
158 Jahre lang gaben Dompteure, Akrobatinnen, Clowns und Zauberkünstler ihre Showeinlagen in der Manege des legendären Circus Nock zum Besten. 2019 gingen die bunten Lämpchen des damals zweitgrössten und ältesten Zirkus des Landes überraschend aus. Der Betrieb der Schaustellerfamilie Nock aus Oeschgen im Kanton Aargau musste Konkurs anmelden. Der Schock reichte bis weit über die Szene hinaus.
Jetzt ist der Traditionszirkus zurück! «Nock, der älteste Zirkus der Schweiz, feiert sein Comeback», verkündet Brandon Nock (23), Spross der 8. Generation der Zirkusdynastie, in einem Video in den sozialen Medien. Statt einer grossen Tournee planen Nocks ein kleineres Kunsttheater auf der Schützenwiese in Zofingen AG. Das Winter Varieté Nock findet vom 10. Dezember 2026 bis zum 3. Januar 2027 statt, es sollen insgesamt 31 Aufführungen gezeigt werden. Laut Ticketplattform sind bereits zwei Shows ausverkauft. Mit an Bord ist prominente Unterstützung aus der Schweizer Musik- und Entertainment-Szene: Luca Hänni (31) wird durch das Programm führen. Die günstigsten Billetts gibts ab 48 Franken.
Das Schicksal des Circus Nock zeigt: Die Schweiz ist nicht nur für kleine Zirkusse ein hartes Pflaster. Immer wieder kämpfen Veranstalter ums Überleben – und verschwinden teils ganz von der Bildfläche.
Das Zelt
Im Februar wurde öffentlich, dass sich das kultige Tourneetheater in finanzieller Schieflage befindet. Von unbezahlten Löhnen, abgesprungenen Künstlern und Schulden in Millionenhöhe war die Rede.
Jetzt, rund drei Monate später, folgt der Knall: Der Betrieb setzt seine Tournee per 30. Mai aus, wie Blick publik machte. 17 Shows und drei Firmenevents finden nicht statt. Die Gagen der 73 betroffenen Künstler und Künstlerinnen werden eingestellt, Kunden bekommen ihre gekauften Tickets wegen der Liquiditätsprobleme vorerst nicht zurückerstattet. Gründer und Direktor Adrian Steiner (58) hofft, die Tournee im September 2026 fortführen zu können.
Circus Royal
Nur ein Jahr nach dem Lichterlöschen beim Circus Nock traf es auch den Circus Royal – erneut. Der 1963 ins Leben gerufene Zirkus fand kein schönes Ende: Nach jahrelangen Geldproblemen eröffnete das Bezirksgericht Kreuzlingen TG 2020 den Konkurs über die Circus Royal GmbH. Es war die Firma, die der langjährige Direktor Oliver Skreinig (47) nach dem ersten Konkurs 2018 auf die Beine gestellt hatte.
Unbezahlte Artisten-Löhne, Schulden, verkaufte Tiere und Strafverfahren gegen Skreinig sorgten über Monate für Negativschlagzeilen. 2020 verurteilte das Kreuzlinger Bezirksgericht den Zirkusdirektor wegen Betreibungs- und Konkursdelikten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Ein Jahr später folgte der letzte, traurige Akt in der Causa Circus Royal: In Gossau SG kam am 6. Februar 2021 sämtliches Inventar – von Wagen, Bänken bis hin zum Zelt – unter den Hammer.
Circus Maramber
Der Start des Bündner Circus Maramber hätte auf kaum einen unglücklicheren Zeitpunkt fallen können: 2019 gründeten ihn das Direktorenpaar Ramona (47) und Marco Berger (50). Im Winter 2019 hatte der Zirkus seine erste Tournee gestartet – und für die Sommertournee 2020 war eigentlich alles organisiert. Doch dann kam Corona.
Der Circus Maramber ist daraufhin in die Schulden gerutscht, die Corona-Krise brachte die siebenköpfige Familie an den Rand ihrer Existenz. Davon scheint sie sich bis heute nicht erholt zu haben: Im Herbst 2025 brach der Betrieb seine Tournee überraschend vorzeitig ab. Gleichzeitig wurden grosse Teile der Infrastruktur auf Ricardo verkauft – Zelt, Tribüne, Lastwagen, Wohnwagen und auch der Buffetwagen der Schweizer Radlegende Beat Breu (68).
Der frühere Tour-de-France-Etappensieger führte zusammen mit seiner Frau Heidi das Bistro des Circus Maramber. Breu hatte zuvor schon mit einem eigenen Zirkusprojekt Schiffbruch erlitten, blieb der Szene aber treu. Ob und wie es mit dem Maramber weitergeht, ist offen – weder Bergers noch Breu wollen sich gegenüber Blick dazu äussern.