Darum gehts
- Tourneetheater «Das Zelt» kämpft mit 2,5 Mio. Franken Schulden
- Migros gewährte 2025 Darlehen wegen Liquiditätsengpass
- Ab 26. März Partizipationsscheine ab 250 Franken erhältlich
Das Tourneetheater «Das Zelt» befindet sich in finanzieller Schieflage. Der 2002 gegründeten Firma droht das Aus, wie der «Beobachter» berichtet. Demnach warten Angestellte seit Monaten auf ihren Lohn, Sozialabgaben werden nicht entrichtet, und Künstler springen ab. Dem Konsumentenmagazin liegt ein achtseitiger Betreibungsregisterauszug der Das Zelt AG vor. Darin sind offene Rechnungen über mehr als 2,5 Millionen Franken aufgeführt.
Allein die Forderungen von Steuerämtern, Kantonen und Gemeinden belaufen sich auf rund 200’000 Franken. Für die Angestellten gravierend sind drei Forderungen der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel von insgesamt rund 143’000 Franken. «Sie lassen vermuten, dass die Das Zelt AG die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Mitarbeitenden nicht gezahlt hat», schreibt der «Beobachter».
Auch die Migros musste einspringen
Bei einer Krankenversicherung ist eine Forderung über 145’000 Franken offen. Eine mögliche Erklärung: Die Das Zelt AG hat ausländische Angestellte, die nur kurzfristig in der Schweiz sind, zwar bei einer Krankenversicherung angemeldet, aber die Prämien nicht bezahlt. Dies legte dem «Beobachter» auch eine gut informierte Quelle nahe.
Damit nicht genug: Zwei voneinander unabhängige Personen erklären laut dem Bericht zudem, dass die Gehälter für die Monate Januar und Februar erst teilweise ausgezahlt worden sind. Die finanzielle Situation ist schon länger angespannt, Blick sprach im Februar mit Adrian Steiner (58), Direktor von «Das Zelt», darüber. Die Recherchen des «Beobachters» zeigen jetzt: Im Betreibungsregisterauszug ist noch nicht das ganze Ausmass des Finanzlochs abgebildet. Ende 2025 war die Kasse derart leer, dass die Migros einspringen musste. Sie feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einer Tournee von «Das Zelt» und gewährte der Firma ein Darlehen, als Ende Jahr ein akuter Liquiditätsengpass herrschte. Aus diesem Darlehen bestehen ebenfalls offene Forderungen, wie die Migros bestätigt.
«Kurzfristiger Liquiditätsengpass»
Adrian Steiner (58), Direktor von «Das Zelt», erklärt gegenüber dem «Beobachter», es handle sich um einen «kurzfristigen Liquiditätsengpass wegen saisonaler Schwankungen». Diese Situation sei durch die Verunsicherung vieler Konsumentinnen und Konsumenten sowie durch wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen verstärkt worden.
Zudem habe die Corona-Pandemie die Branche nachhaltig belastet: Während 580 Tagen war der Spielbetrieb für Veranstaltungen untersagt. «Diese ausserordentliche Situation wirkt teilweise bis heute nach», schreibt «Das Zelt» am Donnerstag in einer Medienmitteilung. Das Unternehmen werde ab dem 26. März Partizipationsscheine ausgeben, um «die langfristige Stabilität der Kulturplattform zu stärken». Konkret: Unterstützerinnen und Unterstützer haben ab dem 26. März die Möglichkeit, sich mit einem Beitrag ab 250 Franken am Schweizer Tourneetheater zu beteiligen.
Ringier Medien Schweiz ist aktuell mit Blick und Schweizer Illustrierte Medienpartner der «Das Zelt»-Shows.