Darum gehts
- Verdächtige Risse an A380-Flügeln entdeckt, Flugbehörde ordnet dringende Inspektionen an
- 15 betroffene Jets gehören Emirates, fünf bleiben ab sofort am Boden
- Weiteres betroffenes Flugzeug vom Typ A380 gehört der australischen Airline Qantas
Der doppelstöckige Riesenflieger A380 vom französischen Flugzeugbauer Airbus – im Volksmund auch schlicht «Superjumbo» genannt – macht derzeit Probleme. Und das kurz vor dem Start der Sommerferien!
Verdächtige Risse in wichtigen Flügelbauteilen bei einzelnen Flugzeugen wurden festgestellt. Die Europäische Luftfahrtbehörde (Easa) hat deshalb eine kurzfristige Untersuchung angeordnet. Die Risse könnten die «strukturelle Integrität der Tragflächen beeinträchtigen», schreibt sie dazu in einer Mitteilung. Heisst übersetzt: Sie könnten die Stabilität der Riesen-Flügel – der A380 hat eine Spannweite von knapp 80 Metern – schwächen.
Grossteil der Untersuchung fällt auf Flieger von Emirates
Den wichtigsten Abnehmer des Mega-Passagierflugzeugs trifft es bei der Untersuchung besonders hart: Emirates. Mit 123 gekauften A380 ist die arabische Luxus-Airline der grösste Jumbojet-Kunde. Von den insgesamt 16 betroffenen Fliegern gehören 15 zur Emirates-Flotte. Ein Jet ist zudem im Besitz der australischen Qantas.
Für Emirates kommt es noch dicker: Fünf Superjumbos müssen auf Befehl der Easa per sofort am Boden bleiben. Die Airbusse müssen noch vor ihrem nächsten Passagierflug einer detaillierten Inspektion unterzogen werden. Lediglich sogenannte Überführungsflüge zum Wartungsstandort sind erlaubt. Die übrigen A380-Jets müssen spätestens nach 25 absolvierten Starts und Landungen zur Inspektion, schreibt die EASA. Abhängig von den Ergebnissen könnten weitere Anordnungen folgen.
Kommt es in der Schweiz jetzt zu Ausfällen?
Interessant: Emirates setzt seine A380-Flugzeuge auch ab dem Flughafen Zürich ein. Zweimal täglich bedient Emirates mit diesem Typ die Verbindung in die Wüstenmetropole Dubai. Obwohl der Nahe Osten als Ferienziel derzeit von vielen Schweizerinnen und Schweizern gemieden wird: Dubai gehört zu den wichtigsten Drehkreuzen bei der Weiterreise nach Asien. Ob Reisende ab Zürich zum Ferienstart hin nun mit Ausfällen rechnen müssen?
Dazu hält sich die Airline bedeckt: «Emirates wird die gemäss der Lufttüchtigkeitsanweisung erforderlichen Inspektionen durchführen und die entsprechenden Vorgaben einhalten», erklärt ein Sprecher auf Anfrage von Blick. Die Inspektionen der Superjumbos sollen in den nächsten 48 Stunden, also heute und morgen, beginnen. «Wir stehen weiterhin in engem Austausch mit Airbus und den zuständigen Behörden», sagt der Sprecher weiter. Ob deshalb Flüge in Kloten ZH in den nächsten Wochen ausfallen werden, lässt er unbeantwortet.
Risse bei A380 sind kein Novum
Es ist nicht das erste Mal, dass das grösste Passagierflugzeug der Welt mit Rissen innerhalb der Tragflächen auffällt. Bereits 2012 ordnete die Easa flottenweite Inspektionen an, nachdem Risse an bestimmten Halterungen entdeckt worden waren.
Für Airbus war das ein kostspieliges Unterfangen: Der Mutterkonzern EADS verbuchte im Mai 2012 eine Belastung von 158 Millionen Euro für die Behebung. Die Geschäftszahlen für das Jahr 2012 zeigten jedoch, dass das Ganze schlussendlich mit 260 Millionen Euro zu Buche schlug.