Erneuter Hackerangriff?
Schon wieder fallen Kühlregale in Supermärkten aus – diesmal in Belgien und Schweden

Im Oktober legte ein Cyberangriff Kühlregale in Hunderten europäischen Supermärkten lahm. Jetzt melden Detailhändler in Belgien und Schweden erneut Störungen bei ihren Kühlsystemen.
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Schwedische Supermärkte melden einen mutmasslichen Hack ihrer Kühlsysteme.
Foto: imago/TT

Darum gehts

  • Im Oktober manipulierten Hacker Kühlgeräte in Westeuropa, tonnenweise Lebensmittel mussten entsorgt werden
  • In Belgien sind rund 40 Delhaize-Filialen betroffen, auch Carrefour und Spar melden Probleme
  • In Schweden vermutet die Kette ICA einen Hackerangriff
Nathalie Benn, RIngier
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Mitte Oktober sorgte ein ungewöhnlicher Cyberangriff auf Supermärkte in ganz Westeuropa für Schlagzeilen: Hacker manipulierten vernetzte Kühl- und Gefriergeräte, aktivierten deren automatische Abtaufunktion und liessen die Temperaturen auf bis zu 50 Grad Celsius steigen. Vor allem Detailhändler in Frankreich, Belgien und den Niederlanden waren betroffen. Unzählige Lebensmittel landeten im Abfall. Die Schweizer Supermärkte hatten dagegen keine Ausfälle aufgrund des Hackerangriffs zu verzeichnen.

Nun melden diverse Supermärkte erneut Probleme mit ihren Kühlsystemen, wie Bloomberg berichtet. In Belgien sind demnach rund 40 Filialen der Kette Delhaize betroffen. Auch Carrefour und Spar melden Störungen.

Hackerangriff auf schwedische Supermärkte vermutet

Erstmals sind offenbar auch schwedische Supermärkte ins Visier von Hackern geraten: Der marktführende Detailhändler ICA liess in einer auf Social Media geteilten Mitteilung verlauten, dass die Temperatur der Kühlgeräte in einer Filiale in Sjöbo nahe Malmö auf 50 Grad Celsius gestiegen sei. Das Unternehmen vermutet einen Hackerangriff. Laut der schwedischen Zeitung «Aftonbladet» sind zwei weitere ICA-Märkte sowie sechs Filialen der Supermarktkette Coop betroffen. Der schwedische Coop hat nichts mit dem gleichnamigen Schweizer Detailhändler zu tun.

Ob es sich bei den Störungen tatsächlich um einen Cyberangriff handelt, ist noch unklar. Die aktuellen Vorfälle weisen jedoch mehrere Gemeinsamkeiten zu den Cyberattacken im Oktober auf. Damals war das Ausmass mit rund 700 betroffenen Filialen jedoch deutlich grösser.

Auch wer hinter den Attacken steckt, ist weiterhin unbekannt. Mittlerweile ermittelt auch das US-Verteidigungsministerium in dem Fall. Hintergrund sind ähnliche Vorfälle auf US-Militärstützpunkten im Sommer 2026: Auch dort kam es in den Vereinigten Staaten landesweit zu mysteriösen Störungen von Gefriergeräten, wodurch tonnenweise Lebensmittel verdarben.

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