Darum gehts
- Hacker liessen Kühlgeräte in Westeuropa aus der Ferne dauerhaft bei 50 Grad Celsius abtauen
- In Frankreich meldeten mehr als 350 Supermärkte Probleme, tonnenweise Ware wurde dort entsorgt
- Das Pentagon vermutet Hacker, im August waren mindestens sechs Militärbasen der US-Armee betroffen
Mitte Oktober sorgte ein skurriler Cyberangriff auf Supermärkte in Westeuropa für Schlagzeilen. Hacker manipulierten Kühlgeräte von Filialen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden und sorgten aus der Ferne dafür, dass sie dauerhaft bei 50 Grad Celsius abtauen. Tonnenweise Frisch- und Tiefkühlprodukte mussten entsorgt werden.
In Frankreich waren besonders viele Supermärkte von der Attacke betroffen. Mehr als 350 Betriebe meldeten Probleme mit ihren Kühlgeräten.
Jetzt berichtet Reuters: In den USA kam es bereits im Sommer zu einem ganz ähnlichen Vorfall, bei dem sogar Militärbasen der US-Armee ins Visier von Hackern gerieten. Demnach kam es im August zu einer ganzen Reihe mysteriöser Gefrierschrankstörungen auf Stützpunkten im ganzen Land, was zum Verderben von Lebensmitteln führte.
US-Ermittler arbeiten mit französischen Kollegen
Das Pentagon geht davon aus, dass es sich hier ebenfalls um einen Hackerangriff handelte. Das bestätigen vier anonyme Beamte der Nachrichtenagentur. Die Ermittler in den USA stehen dabei mit ihren französischen Kollegen in Kontakt.
Betroffen waren mindestens sechs verschiedene Militärbasen. Das Fort Huachuca im Bundesstaat Arizona meldete beispielsweise am 26. August auf Facebook: «In unserem Geschäft haben sich alle Gefrierschränke im Abtaumodus befunden – alle Tiefkühlprodukte sind verdorben.»
In einem anderen Fall wurden die Temperaturen im Gefrierschrank von den Hackern derart in die Höhe getrieben, dass die darin enthaltenen Lebensmittel bereits am nächsten Morgen verwelkt oder geschmolzen waren. Wie weit die Ermittlungen der Cyberattacke in den USA bereits fortgeschritten sind, ist unklar.