Darum gehts
- Cyberattacke traf Hunderte Märkte; Kühlgeräte tauten bei 50°
- Frankreich, Belgien und Niederlande sind betroffen
- Schäden könnten siebenstellig werden; Täter sind unbekannt
In der Nacht auf Montag wurden hunderte Supermärkte in Teilen Westeuropas Opfer einer grossangelegten Cyberattacke. Die Hacker aktivierten bei zahlreichen Kühl- und Gefrierschränken des Herstellers Danfoss die automatische Abtaufunktion.
Laut der französischen Zeitung «La Depeche» wurden die Einstellungen der Geräte aus der Ferne derart verändert, dass sie dauerhaft bei 50 Grad Celsius abtauen. Normalerweise läuft diese Funktion nur zwei Stunden täglich. Einige Filialen mussten alle betroffenen Frisch- und Tiefkühlprodukte entsorgen. Bislang wurden die Verantwortlichen hinter der Attacke noch nicht identifiziert.
Schäden im Millionenbereich zu erwarten
Betroffen sind Supermarktketten in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, berichtet das Technikmagazin «Tom's Hardware». Kurz vor den Vorfällen mit den Kühlgeräten meldeten zudem viele Supermarktketten Störungen auf ihren Webseiten. Ob die beiden Situationen zusammenhängen, wird derzeit untersucht.
Europaweit sei bereits jetzt mit Schäden von bis zu 300'000 Euro zu rechnen, umgerechnet fast 280'000 Franken. Diese Summe könnte in den nächsten Tagen in den siebenstelligen Bereich steigen – je nachdem, wie schnell die Behörden die Folgen der Cyberattacke in den Griff kriegen.
Besonders schlimm getroffen hat es Frankreich. Laut dem Fernsehsender TF1 sind unter anderem 150 Filialen der Supermarktkette Intermarché vom Angriff betroffen. Die Attacke habe Supermärkte auf dem gesamten Staatsgebiet getroffen. Als Reaktion wurde in Frankreich die nationale Agentur für Cybersicherheit mit den Ermittlungen beauftragt.