Darum gehts
- Deutschland senkt seit 1. Mai Energiesteuer für Benzin um 16,7 Cent
- In Italien, Österreich und Frankreich gibt es ebenfalls Preisreduktionen
- In der Schweiz kostet Bleifrei 95 aktuell 1,90 Franken pro Liter
Die deutsche Regierung greift durch: Seit dem 1. Mai gilt in unserem nördlichen Nachbarland ein Tankrabatt für zwei Monate. Der Krieg im Iran lässt mit der Blockade der Strasse von Hormus die Preise an der Zapfsäule klettern. Nun entlastet die deutsche Regierung ihre Bevölkerung.
Mittlerweile gibt es in drei Nachbarländern der Schweiz staatliche Preissenkungen für Benzin. Und in Frankreich deckelt ein Energieriese seine Preise selbst. Blick liefert dir die Übersicht.
Tankrabatt in Deutschland
Die deutsche Regierung hat die Energiesteuer gesenkt. Tankstellenbetreiber zahlen für einen Liter Benzin jetzt 16,7 Cent weniger Steuern. Die deutsche Politik fordert nun, die Steuersenkung an die Konsumenten weiterzugeben.
Am Morgen des 1. Mai ist das bereits an der Zapfsäule zu sehen: Vielerorts drückt der Tankrabatt den Preis unter 2 Euro pro Liter. Vor allem beim günstigeren Benzin der Sorte E10 sinken die Preise, schreibt die Nachrichtenagentur DPA.
Jeweils um 12 Uhr mittags dürfen die Tankstellenbetreiber die Preise einmal pro Tag anheben. Diese Regelung gilt seit April. Nach dem Mittag fielen die Preise nach wie vor tiefer aus als am Vortag, schreibt die «Bild». Die Preise dürften zudem noch weiter purzeln, denn für Lagerbestände gilt der Tankrabatt nicht.
Italien
Am schnellsten eingegriffen hat die Regierung Italiens. Seit Mitte März gilt ein Dekret, dass die Konsumsteuer auf Benzin und Diesel um 25 Cent pro Liter senkt. Diese Massnahmen hat die Regierung bereits verlängert.
In der Nacht auf den 2. Mai kommt es jedoch zu einer Änderung: Die Steuersenkung für Diesel liegt nach wie vor bei rund 25 Cent pro Liter. Doch bei bleifreiem Benzin profitieren die Konsumenten nur noch von einer Erleichterung von 6,1 Cent. Die Preise an der Zapfsäule dürften im Mai in Italien also insbesondere bei bleifreiem Benzin wieder etwas stärker steigen. Im Schnitt zahlen Autofahrer aktuell fürs Benzin 1,75 pro Liter und etwas über 2 Euro für Diesel.
Österreich
In Österreich hat die Regierung am 1. April eine Senkung der Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin sowie eine Margenbegrenzung für Tankstellenbetreiber beschlossen. Die Preise an der Zapfsäule sind darauf um 10 Cent pro Liter gesunken – zum Teil war es aber auch weniger.
Die Regierung hat die sogenannte Spritpreisbremse bis Ende Mai verlängert – doch in einer abgespeckten Version. Die Steuer beträgt statt 5 nur noch 2 Cent tiefer pro Liter. Die Margenbegrenzung sinkt Mitte Monat ebenfalls auf 2,5 Cent pro Liter.
Gemäss Finanzminister Markus Marterbauer hat die Massnahme Wirkung gezeigt: Der Preisanstieg habe nachgelassen und die Inflation konnte gedämpft werden. Aktuell liegen die Preise für einen Liter bei rund 1,71 Euro für Benzin und bei 1,91 Euro für Diesel. Nun dürften die Preise im Mai wieder etwas stärker steigen.
Frankreich
In Frankreich hat die Regierung bisher nicht grossflächig eingegriffen. Dafür deckelt der Energieriese Total seine Preise selbst. Mit über 3000 Zapfstellen im Land ist das der grösste Tankstellenbetreiber Frankreichs.
Für Mai hat der Konzern den Preis für Benzin auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter gedeckelt. Zuvor hatte Premierminister Sébastien Lecornu gefordert, dass Total die Bevölkerung am stark gestiegenen Gewinn teilhaben lassen soll. Dieser ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 5,8 Milliarden Euro geklettert.
Die französische Regierung unterstützt indessen vor allem stark betroffene Gruppen. Davon profitieren unter anderem Transportunternehmen, Fischer oder Landwirte.
Und die Schweiz?
«Wir planen keine Massnahmen», sagt Roland Pfister, Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung, Mitte März gegenüber Blick. Er sieht die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten wie beim Benzin gesichert. Daran scheint sich seither nichts geändert zu haben. Falls die Regierung eingreifen will, könnte sie beispielsweise die Pflichtlager freigeben. Doch da die Versorgung mit Benzin gesichert ist, nimmt sie die Preiserhöhungen in Kauf.
Anfang dieser Woche sind die Benzinpreise in der Schweiz auf den Jahreshöchststand geklettert. Die Durchschnittspreise für einen Liter Bleifrei 95 liegen nun bei 1,90 Franken, für Bleifrei 98 bei 2,01 Franken und für Diesel bei 2,17 Franken.
Dank des Tankrabatts ist das Benzin in Deutschland im Schnitt wieder etwas günstiger als hierzulande. Doch ob sich fürs Tanken ein Ausflug nach Deutschland lohnt, muss jeder selber wissen.