Darum gehts
- Enkel von Rivella übernimmt VP-Präsidium
- Rivella bleibt unabhängig, 240 Angestellte profitieren vom Generationenwechsel 2027
- Mit Aromat droht einer anderen Schweizer Kultmarke das Aus
Aromat, die kultige Streuwürze aus Thayngen SH, beherrscht dieser Tage die Schlagzeilen und Stammtischgespräche in der Schweiz. Der US-Gewürzmulti McCormick hat sich die Marke geschnappt. Nun zittern die 180 Angestellten in Schaffhausen um ihren Job. Michael C. Oehl (34) aus Arlesheim BL sammelt seit Tagen fleissig Unterschriften. Schon 13'000 Aromat-Fans haben seine Petition unterschrieben.
Oehl will nichts weniger als Aromat retten. Und mit potenten Investoren bereitstehen, wenn die Amis die Freude an Aromat verlieren und die Produktion schliessen. Das Interesse an der Rettung von Aromat zeigt: Bei Kult-Marken schauen Herr und Frau Schweizer ganz genau hin, wem sie gehören. Und wer im Chef-Büro sitzt. Deshalb dürfte beim Blick nach Rothrist AG Freude aufkommen. Denn Rivella hat die Weichen für die Zukunft gestellt. Und die bleibt schweizerisch.
Angestellte atmen auf
Pünktlich zum 75. Geburtstag des kultigen Getränkeherstellers kommt es zu einem Generationenwechsel an der Spitze, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Tano Barth (36), Enkel von Firmengründer Robert Barth (1922–2007), übernimmt im Frühling 2027 das Präsidium des Verwaltungsrats. Er folgt auf seinen Vater Alexander Barth (73) – und führt das Unternehmen in dritter Generation weiter.
Das freut Fans, aber auch die 240 Angestellten von Rivella. Denn die Neubesetzung ist ein deutliches Zeichen: Rivella bleibt unabhängig und wird nicht verkauft. Das war nicht immer klar, in der Vergangenheit machten immer wieder wilde Gerüchte die Runde.
Anwalt aus Genf
Der 36-jährige Tano Barth ist in Genf aufgewachsen, Anwalt und Dozent an der Universität Genf. Er spricht neben Französisch auch Deutsch, Englisch, Spanisch, Rumänisch und Holländisch. Barth sitzt seit 2024 im Verwaltungsrat von Rivella und bereitet sich derzeit intensiv auf seine neue Rolle vor, wie die «Schweiz am Wochenende» weiss. Auch privat hat er sich neu ausgerichtet und ist in die Nähe des Firmensitzes in Rothrist gezogen. Die «Bilanz» schätzt das Vermögen der Familie Barth auf 150 bis 200 Millionen Franken.