Kein Abrunden mehr bei den deutschen Discountern
Auch Lidl knöpft seinen Kunden plötzlich mehr Geld ab

Lidl Schweiz rundet bargeldlos bezahlte Einkaufsbeträge nicht mehr ab, sondern belastet den Kunden neu den exakten Rappenbetrag. Die gleiche Änderung hat Aldi Suisse bereits letztes Jahr eingeführt.
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Änderung bei Lidl: Der Gesamtbetrag des Einkaufs wird nicht mehr abgerundet.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lidl Schweiz rundet seit Frühling 2026 bargeldlose Zahlungen nicht mehr ab
  • Kundinnen bezahlen nun exakte Rappenbeträge, was zu Mehrkosten führt
  • 75 Prozent der Lidl-Zahlungen erfolgen bereits digital
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Marco LüssiBlattmacher

Als die deutschen Discounter Aldi und Lidl vor rund 20 Jahren die ersten Filialen in der Schweiz eröffneten, brachten sie auch eine andere Art der Preisgestaltung mit: Wo die Schweizer Konkurrenz beispielsweise 2.50 Franken verlangt hätte, setzten sie den Preis bei 2.49 Franken fest. Und sofern der Gesamtbetrag des Einkaufs mit einem Rappenbetrag schloss, der nicht auf eine Null oder auf eine Fünf endete, wurde abgerundet.

Mittlerweile ist damit Schluss: Von der Öffentlichkeit bislang unbeachtet, hat Lidl Schweiz die langjährige Praxis im Frühling dieses Jahres stillschweigend eingestellt. Seither wird bei allen Einkäufen, die die Kunden in den rund 200 Schweizer Lidl-Filialen bargeldlos bezahlen, kein abgerundeter Betrag mehr, sondern der exakte Rappenbetrag abgebucht.

Lidl argumentiert mit «heutigem Marktstandard»

Lidl Schweiz begründet die Umstellung gegenüber Blick damit, diese Praxis entspreche dem «heutigen Marktstandard», eine exakte Abrechnung sei bei elektronischen Transaktionen technisch problemlos möglich. Zudem schaffe dies Transparenz: «Die Kundinnen und Kunden bezahlen auf den Rappen genau den Gegenwert der Artikel, die sie tatsächlich im Einkaufskorb haben.»

Für die Konsumenten hat diese Transparenz allerdings einen Nachteil: Sie bezahlen mehr als beim vorherigen System. Wie hoch die Mehreinnahmen sind, die man durch die Änderung auf Kosten der Kundschaft erzielt, sagt Lidl nicht. Hinweise darauf hat der Discounter im Jahr 2020 jedoch in einer Medienmitteilung gegeben. Damals feierte der Schweizer Ableger des deutschen Discounters seine Praxis des Abrundens auf den nächsten Fünferwert und schrieb: «Über ein Jahr betrachtet, sammelt sich durch dieses System ein beträchtlicher Betrag an. Im vergangenen Jahr wurde die Millionenmarke erstmals überschritten und Lidl Schweiz hat über 1,1 Millionen Franken verschenkt.»

Bei Aldi war schon 2025 Schluss

Solche Geschenke macht Lidl den Schweizer Kundinnen und Kunden jetzt nicht mehr – und folgt damit dem Beispiel der Konkurrenz: Aldi Suisse hat die Praxis des Abrundens bereits Ende Oktober 2025 bei digitalen Zahlungen abgeschafft. Für besonders Preisbewusste gibt es jedoch einen einfachen Trick, Aldi oder Lidl ein Schnippchen zu schlagen: Sie müssen beim Bezahlen lediglich zu Bargeld greifen. Da der Fünfräppler die kleinste Münze im Schweizer Zahlungsverkehr ist, bleibt den Discountern nichts anderes übrig, als weiter abzurunden, sobald mit Noten oder Münzen bezahlt wird. Das Aufrunden von Endbeträgen verbietet das Staatssekretariat für Wirtschaft dem Detailhandel.

Obwohl sie beim Zahlen mit Bargeld ein paar Rappen sparen könnten, begleichen bei Lidl Schweiz mittlerweile drei von vier Kunden die Rechnung per Karte, Smartphone oder Twint. Auch bei Aldi Suisse heisst es, die Mehrheit der Zahlungen würde digital abgewickelt.

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