Darum gehts
- Die Boutique Linea Moira in St. Gallen schliesst Ende August 2026
- Hauptgrund: Hohe Miete von 12'500 Franken monatlich an der Spisergasse 11
- Moira Hüttenmoser übernahm Geschäft 2024 von Eva Sutter
Günstiges Pflaster? Von wegen! St. Gallen gilt im Schweizer Mietenvergleich eigentlich als moderat, für die Geschäftslokale in der Innenstadt gelten aber wohl andere Regeln. Nur eineinhalb Jahre nachdem sie ihre Nobelboutique Linea Moira geöffnet hat, muss Inhaberin Moira Hüttenmoser (28) für immer schliessen. Sie nennt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» den Hauptgrund: Für den Laden an der Spisergasse 11 zahlte sie 12'500 Franken Miete pro Monat.
Jahrzehntelang war die exklusive Boutique Sutter-Michel in dem «Haus zur Flasche» zu finden. Erst vor eineinhalb Jahren übernahm sie Hüttenmoser von der beliebten ehemaligen Inhaberin Eva Sutter, die sich mit 70 in die Rente begab.
Die neue Chefin musste vom ersten Tag an kämpfen, denn die Kundinnen waren weniger kauflustig als gedacht. Die hohe Miete machte die Weiterführung schliesslich unmöglich. Hüttenmoser hat lange überlegt, musste dann aber die schwierige Entscheidung treffen. «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge möchten wir Ihnen mitteilen, dass Linea Moira per Ende August schliessen wird», schreibt die Inhaberin in einem Instagram-Beitrag.
Sterbende Einkaufsmeilen
Erst im Mai berichtete Blick über den Ausverkauf in Schweizer Innenstädten. Besonders Kleiderläden verschwinden zunehmend aus den Fussgängerzonen. Sie müssen für noch mehr Gastronomie und Dienstleister Platz machen.
Laut einer Analyse des Immobilienberaters Wüest Partner werden Kleiderläden zunehmend ersetzt von Gastronomiebetrieben und Coiffeur- und Kosmetiksalons sowie Barbershops. Diese Entwicklung gilt laut der Studie für alle grösseren Städte der Schweiz.
Besonders vom Wandel betroffen ist der Non-Food-Bereich, wo die Anzahl der Geschäfte in den letzten zehn Jahren landesweit um 10 Prozent zurückging. Gleichzeitig hat sich der Onlinehandel im Non-Food-Sektor in den letzten sechs Jahren verdoppelt, mit einem Marktanteil von mittlerweile 18 Prozent. Klamotten und Schuhe bilden einen der wichtigsten Pfeiler des Internetshoppings – in den Einkaufspassagen hat es für sie immer weniger Platz.