Darum gehts
- Swiss kürzt Stellen: 10 Prozent des Bodenpersonals sollen gehen
- 140 Kabinenmitarbeitende verlassen Swiss freiwillig gegen 15'000 Franken Prämie
- Swiss beschäftigt 3400 Bodenmitarbeitende, kämpft mit hohen Kosten und Kerosinpreisen
Die Airline Swiss wird immer mehr zur «Sparline». Nach dem Kabinenpersonal trifft es nun das Bodenpersonal und die Verwaltung. Immerhin: Beim Kabinenpersonal kommt es zu keinen Entlassungen. Die Swiss versprach dem fliegenden Personal in der Kabine eine Prämie von 15'000 Franken, wenn jemand von sich aus kündigt. Von den rund 4000 Kabinenmitarbeitenden haben 140 die Swiss freiwillig verlassen, wie Swiss-Chef Jens Fehlinger (45) in der «NZZ am Sonntag» ausführte: «Dank diesen rein freiwilligen Massnahmen konnten wir den Überbestand reduzieren.»
Damit nicht genug, jetzt wird der Rotstift beim Bodenpersonal angesetzt. «Ziel ist, dass wir rund zehn Prozent unserer administrativen Mitarbeitenden abbauen», so Fehlinger. Auch hier setzt die Swiss auf finanzielle Anreize. «Zum Beispiel erhält man 20 Prozent des eingesparten Basissalärs, wenn man unbezahlte Ferien bezieht», versucht der Swiss-CEO seinen Angestellten den Abgang schmackhaft zu machen. Am Boden arbeiten rund 3400 Mitarbeitenden für die Swiss.
Hohe Kosten
Der Hintergrund des Dauersparens: Die Swiss schreibt zwar Gewinn, aber andere Airlines hätten bei der Profitabilität die Schweizer Airline überholt, so Fehlinger. Denn Fliegen wird nicht nur für die Passagiere, sondern vor allem auch für die Airlines immer teurer. «Das liegt nicht nur am teureren Kerosin. Wir haben strukturell höhere Kosten. Etwa für die Flugzeugwartung, aber auch wegen Umweltabgaben und gestiegener Personalkosten», erklärt Fehlinger.
Immerhin: Den Sommerflugplan hofft die Swiss einhalten zu können. Allerdings braucht es dafür vielleicht ungewöhnliche Massnahmen wie Tankzwischenstopps auf Flughäfen, wo Kerosin eher im Überfluss vorhanden ist. Allerdings: «Ein 100-prozentiges Versprechen in der volatilen Weltlage, die wir gegenwärtig haben, kann niemand abgeben», schränkt Fehlinger ein.