Darum gehts
- Dolder-Badi in Zürich öffnete nach zweijähriger Renovation am Freitag
- Champagner-Lounge ist neben Wellenbad und 50-Meter-Becken Teil der Badi
- Renovationskosten von 20 Millionen Franken durch Stadt Zürich finanziert
Barfuss und mit nassen Badehosen gehts schnell ins Badi-Bistro. An der Kasse bestellt man eine Portion Pommes frites. Dann heisst es warten mit dem ausgedruckten Bon in der Hand – bis durch die Sprechanlage endlich die Bestellung ausgerufen wird. So unglamourös läuft die Verpflegung im gewöhnlichen Freibad ab. Luxuriöser geht es in der Badi am Zürichberg zu und her: Hier bringt der Kellner den gekühlten Champagner direkt an den eigenen Liegestuhl.
Am Freitag öffnete das Zürcher Freibad nach zweijähriger Renovation seine Tore. Das Schwimmbad hat ein neues 50-Meter-Becken, ein schönes Selbstbedienungsrestaurant – und auch eine Champagner-Lounge. Der offizielle Name: Moët et Chandon Lounge. Die teuerste Flasche kostet 108 Franken.
Auf den ersten Blick passt das: Betreiber ist nämlich das angrenzende Luxushotel Dolder Grand des Zürcher Milliardärs Urs Schwarzenbach (78). Da darf ein Hauch von Luxus nicht fehlen.
Stadt sucht Gespräch mit Betreibern
Doch das Freibad auf dem Zürichberg ist keineswegs nur für die gut betuchten Dolder-Gäste reserviert. Es steht auch der breiten Öffentlichkeit offen. Der Eintrittspreis ist derselbe wie in den anderen öffentlichen Freibädern der Stadt: 8 Franken für Erwachsene. Kinder bis 16 Jahre zahlen 4 Franken, Jugendliche 6 Franken. Da stellt sich die Frage: Passt ein solches Luxusangebot in eine öffentliche Badi?
Auf Anfrage von Blick verweist das Stadtzürcher Sportamt darauf, dass nicht die Stadt das Freibad Dolder betreibt – sondern eben das Luxushotel von Schwarzenbach. Die Dolder Bad- und Eis AG gestalte auch das Gastronomieangebot eigenverantwortlich, sagt eine Sportamt-Sprecherin zu Blick. Ganz glücklich scheint man bei der Stadt aber über die Luxuslounge nicht zu sein: «Das Sportamt wird die aktuelle Ausgestaltung des Angebots mit der Betreiberin besprechen», so die Sprecherin weiter.
Stadt bezahlte den Umbau
Die Stadt Zürich ist zwar nicht die Betreiberin, die Sanierung hat sie trotzdem bezahlt. Knapp 20 Millionen Franken hat sie ausgegeben, um die 1934 eröffnete Dolder-Badi zu modernisieren. Anfang 2024 übernahm die Stadt die Badi im Baurecht, zahlt dafür einen Baurechtzins. Damals war das Freibad laut der Stadt «in einem schlechten baulichen Zustand». Seit Freitag erstrahlt die Dolder-Badi nun in neuem Glanz – inklusive Moët-Lounge. Und ab nächstem Jahr soll dann auch das beliebte Wellenbad wieder öffnen.
Dir reichen Pommes frites mit Ketchup und Mayo oder ein Hotdog, ausgerufen durch scheppernde Lautsprecher? Oder findest du ein gehobeneres Angebot toller? Sag uns in den Kommentaren, was du dir im Badi-Restaurant wünschst.