Darum gehts
- Die gebürtige Israelin Miriam Adelson spendete bisher 66,8 Millionen Dollar an Trumps republikanische Partei
- Ihr Vermögen wird auf 40 Milliarden Dollar geschätzt
- 57 Prozent der US-Amerikaner lehnen Trumps Politik laut Umfragen ab
Die USA sind ein Land der Superlative – auch im politischen Wahlkampf. In keinem anderen Land der Welt fliessen höhere Spendenbeträge für nationale Wahlkämpfe. Die neuesten Zahlen der Federal Election Commission, also der US-Bundeswahlbehörde, zeigen jetzt, wie viel Geld wohlhabende Amerikaner und Amerikanerinnen im ersten Halbjahr 2026 an die republikanische Partei gespendet haben.
An der Spitze steht kein prominenter Name wie Tesla-Boss Elon Musk (55) oder Palantir-Chef Alexander Karp (58). Die grösste Unterstützerin von Donald Trump (80) und seiner Partei heisst Miriam Adelson (80). Die milliardenschwere Unternehmerwitwe spendete bisher mehr als jede andere Einzelperson – und das mit Abstand, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt. Der zweitgrösste Geldgeber machte nicht einmal halb so viel locker. Doch wer ist die Frau, die Trump und seine Politik so massgeblich mitfinanziert?
Diese Superreichen tätigten die höchsten Einzelspenden an die Republikaner
| Name | Spenden (in Mio. US-Dollar) | Tätigkeit |
| 1. Miriam Adelson (80) | 66,8 | Unternehmerin |
| 2. Jeff Yass (68) | 26,1 | Unternehmer und Investmentfirma-Gründer |
| 3. Diane Hendricks (79) | 25,0 | Bauunternehmerin und Filmproduzentin |
| 4. Paul Singer (81) | 17,5 | Hedgefonds-Gründer und CEO |
| 5. Richard Uihlein (80) | 17,2 | Unternehmer |
| 6. Elon Musk (55) | 16,6 | Tech-Unternehmer |
| 7. Kenneth Griffin (57) | 10,5 | Hedgefonds-Manager und CEO |
| 8. Jim Walton (78) | 5,3 | Bankpräsident und jüngster Sohn von Walmart-Gründer Samuel Walton |
| 9. Samuel Robson Walton (81) | 5,3 | ältester Sohn von Walmart-Gründer Samuel Walton |
| 10. Howard Lutnick (65) | 5,0 | Unternehmer und US-Handelsminister |
Zur Multimilliardärin wurde Adelson – geboren 1945 in Tel Aviv im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina – mit dem Tod ihres langjährigen Ehemanns Sheldon Adelson (1933–2021). Er gründete 1988 den Konzern Las Vegas Sands, heute der weltweit grösste Betreiber von Casinos. Nach dessen Ableben ging die Mehrheitsbeteiligung am Glücksspiel-Riesen an seine Gattin. Adelson wurde damit schlagartig zu einer der reichsten Frauen der Welt. Ihr Vermögen wird heute auf rund 40 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Feste Grösse im Machtgefüge Jerusalem-Washington
Dabei lenkte die studierte Ärztin das politische Engagement des Milliardärspaars bereits zu Lebzeiten ihres Mannes. Seit 1990 ist sie in der Politikszene als grosszügige Geldgeberin bekannt. Und ihr Engagement gilt vor allem einer Sache: Israel. Sie nutzt ihr Vermögen und ihre Stiftungen gezielt zur Finanzierung jüdischer und israelischer Einrichtungen und unterstützt regelmässig proisraelische Organisationen und Kampagnen.
Adelson nimmt aber nicht nur finanziell Einfluss: 2007 gründete Sheldon Adelson die Gratiszeitung «Israel Hayom». Innerhalb weniger Jahre stieg diese zum auflagenstärksten Blatt des Landes auf und galt als verlässliche Unterstützerin des heutigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu (76).
Wegen ihres israelfreundlichen Engagements geriet Adelson auch schon ins Visier der amerikanischen Justiz: 2020 wurde sie in Washington von einer Gruppe Palästinenser und propalästinensischen Aktivisten verklagt. Der Vorwurf: Durch ihre Finanzierung israelischer Siedlungsprojekte soll sie geholfen haben, in den palästinensischen Gebieten ein Apartheidregime zu errichten und Palästinenser auszubürgern. Die Anklage richtete sich auch gegen Netanyahu und Trump, wurde aber von einem Gericht wegen formaler Verfahrensfehler abgewiesen.
Für Trump ist die Unterstützung Adelsons wegen der kommenden Zwischenwahlen derzeit wohl wichtiger denn je. Bei den sogenannten Midterms im November wählt das Land alle 453 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der 100 Senatssitze neu. Und die Aussichten für Trump sind trüb: Laut Umfragen lehnen über 57 Prozent der Amerikaner die trumpsche Politik ab. Das Schreckensszenario einer herben Wahlniederlage der Republikaner, die derzeit eine Mehrheit im Kongress halten, will das Weisse Haus also möglichst verhindern – und setzt dafür auf die Mega-Wahlkampfspenden der republikanischen Milliardäre.