Trump macht kräftig Werbung für «Freedom Fuel»
Plötzlich tauchen in den USA mysteriöse Billig-Tankstellen auf – das steckt dahinter

«Freedom Fuel», der Kraftstoff der Freiheit: So heisst eine neue Tankstellenkette, die in den USA wie aus dem Nichts auftaucht – und Sprit zu Kampfpreisen anbietet. Donald Trump macht Werbung dafür, weist aber jegliche Verbindungen zurück. Wer steckt wirklich dahinter?
Kommentieren
1/8
So kommt die «Freedom Fuel»-Tankstelle im Vorort Dresher in Pennsylvania daher. Bis vor kurzem war dort ein Standort des Betreibers Sunoco.
Foto: Screenshot

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Donald Trump kündigt «Freedom Fuel»-Tankstellen mit Tiefstpreisen an
  • Preis pro Gallone: 3.47 Dollar, deutlich unter dem Durchschnitt von 3.86 bis 3.98 Dollar
  • Wer der Eigentümer ist, ist unklar
Nathalie_Benn_Praktikantin Wirtschaft _Blick_2-Bearbeitet.jpg
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Kaum etwas war dem US-Präsidenten Donald Trump (80) im zweiten Wahlkampf wichtiger zu betonen: Wird er erneut gewählt, werden die Preise an der Zapfsäule sinken. 

Knapp zwei Jahre später schauen viele seiner Wähler und Wählerinnen in die Röhre: Diesen Mai kletterte der Durchschnittspreis für Benzin in den USA auf den höchsten Stand seit 2022. Jetzt, im Juli 2026, liegt er rund 22 Prozent über dem Vorjahresniveau. Eine bittere Pille für die Amis, die stark aufs Auto angewiesen sind.

Da kommt Trumps jüngste Ankündigung gerade recht: Ein «sehr kluger Einzelhändler» werde sogenannte «Freedom Fuel»-Tankstellen mit Tiefstpreisen eröffnen, kündigte der Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social an. Am 7. Juli machte auch das Weisse Haus über seine offiziellen Kanäle kräftig Werbung für den neuen Tankstellenbetreiber.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Laut der Firmenwebsite betreibt Freedom Fuel Networks 25 Tankstellen in den Bundesstaaten Pennsylvania und New Jersey. Bei allen handelt es sich um ehemalige Standorte von Grosskonzernen wie Shell oder Valero, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Aufnahmen zeigen: Der Sprit ist tatsächlich günstiger. Pro Gallone (umgerechnet 3,785 Liter) zahlt man 3.47 Dollar – eine Hommage an Trump, den 47. Präsidenten. Der Durchschnittspreis in den beiden Bundesstaaten liegt mit 3.86 bis 3.98 Dollar deutlich darüber.

Eigentümer gibt Rätsel auf

Aber wer steckt hinter der Firma Freedom Fuel Networks? Hat der Präsident etwa ganz im Sinn der Planwirtschaft staatliche Tankstellen mit einem Preisdeckel ins Leben gerufen? 

Davon will man in Washington nichts wissen. Ein Sprecher des Weissen Hauses betonte, es handle sich um ein Privatunternehmen, das keine staatlichen Subventionen erhalte. Mit weiteren Auskünften hält sich die Regierung allerdings bedeckt.

Briefkastenadresse und Verbindungen ins Weisse Haus

Die Suche nach dem tatsächlichen Eigentümer wirft Fragen auf: In den Handelsregistern von Pennsylvania und New Jersey findet sich kein Unternehmen mit dem Namen Freedom Fuel Networks. Erst im steuerfreundlichen Bundesstaat Delaware, wo viele Firmen ihren Sitz haben, taucht eine Freedom Fuel Network LLC auf. Sie wurde am 23. Juni eingetragen.

Der Fund liefert zumindest einen möglichen Hinweis auf eine Verbindung ins Weisse Haus: Als gesetzlicher Vertreter ist eine Dienstleistungsfirma eingetragen, die auch für mehrere Trump-nahe Gesellschaften tätig ist. Auffällig ist zudem die Firmenadresse: ein unscheinbares Bürogebäude in einer Stadt in Delaware. Laut der «New York Times» sind unter dieser jedoch mehr als 285'000 Unternehmen gemeldet. Mit anderen Worten: eine klassische Briefkastenadresse.

Die US-Regierung macht also zuerst kräftig Werbung – und distanziert sich anschliessend vom mysteriösen Tankstellenbetreiber. Branchenkenner bezweifeln jedoch, dass sich solche Kampfpreise ohne irgendeine Form von Subvention dauerhaft halten lassen. Vieles spricht deshalb dafür, dass es sich um einen cleveren PR-Stunt von Trump handelt – wenige Monate vor den Zwischenwahlen im November. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen