Darum gehts
- Die USA feiern ihr 250-jähriges Bestehen als Weltmacht und Wirtschaftsriese
- Künstliche Intelligenz und Staatsausgaben treiben das Wachstum trotz Finanzrisiken an
- Die USA bleiben 2026 und 2027 laut IWF führend unter Industrieländern
Die USA feiern am heutigen Samstag ihren 250. Geburtstag. Die Weltmacht hat das globale Geschehen in den Jahren seit ihrer Gründung massiv beeinflusst. Wirtschaftlich ist das Land zu einer der dominantesten Mächte in der Weltgeschichte aufgestiegen. 2025 verweilte das drittgrösste Land der Welt weiterhin auf der Spitze der globalen Tabelle des Bruttoinlandprodukts.
Im Jubiläumsjahr stellt sich die Frage: Wie geht es mit der US-Wirtschaft weiter? Welche Gefahren ergeben sich aus der Finanzpolitik von US-Präsident Donald Trump (80)? Drei Experten ordnen für Blick ein, wie es um die Wirtschaftsmacht der USA steht.
Was treibt die US-Wirtschaft heute an?
Die US-Wirtschaft kann grösstenteils mit Stolz auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicken, sind sich die Experten einig. Was ist jetzt aber der grösste Wachstumstreiber? «Der Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz fördert die Dynamik», sagt Ugo Panizza, Wirtschaftsprofessor am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung zu Blick. Der andere Treiber liegt gemäss Panizza in den hohen Staatsausgaben. «Sie stützen die Nachfrage, müssen aber irgendwann wieder abgebaut werden», so der Experte. Da sieht er die Gefahr für die US-Wirtschaft: «Die US-Finanzpolitik war bereits vor Trump nicht tragfähig, und seine Regierung hat die Lage noch verschlimmert», warnt der Fachmann.
Noch ist aber nicht alles so düster für die US-Amerikaner: «Wenn es den USA gelingt, weiterhin höhere Wachstumsraten zu erzielen als viele andere Industrieländer, dürfte der Rückgang gering ausfallen», sagt Hans Gersbach (65), Co-Direktor des KOF-Instituts der ETH Zürich zu Blick. Für die nächsten zwei Jahre ist das gemäss dem Internationalen Währungsfonds (IWF) fix: Seinen Prognosen zufolge werden die USA sowohl 2026 als auch 2027 schneller wachsen als alle anderen Industriemächte.
Bleibt der Dollar an der Spitze?
Die globale Vorherrschaft des Dollars ist kaum mehr wegzudenken. KOF-Ökonom Gersbach betont: «Der US-Dollar ist stark im internationalen System verankert und das ändert sich nicht schnell.» Es gebe keine Alternative, die in den nächsten Jahren den Dollar ablösen könnte, so der Experte. Denn der Grossteil der weltweiten Devisenreserven werde in Dollar gehalten.
Bei der US-Währung läuft aber nicht alles rund: «Der Dollar hat echte Probleme: Hohe Defizite und eine unberechenbare Politik», mahnt Ökonom Panizza. «Ich rechne mit einer langsamen Erosion, nicht mit einem plötzlichen Einbruch», prognostiziert der Wirtschaftskenner.
Wie schaut es mit der Verbindung zur Schweiz aus?
Die Verflechtung zwischen der Schweiz und den USA ist eng. Die USA sind seit 2021 der grösste Exportmarkt der Schweiz. «Es gibt keine Alternative zu den USA im Moment», sagt Rahul Sahgal (48), CEO der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, in einem Gespräch mit Blick. Das wird auch weiterhin so bleiben, laut dem Branchenkenner: «Die Schweiz und die USA sind zu stark miteinander verflochten, Trump hin oder her.»