Darum gehts
- SAC-Sektionen sollen höhere Beiträge an zentralen Hüttenfonds zahlen
- Übernachtungen für Nichtmitglieder könnten dadurch um über 25 Prozent teurer werden
- 2025 verzeichnete SAC mit 409'000 Übernachtungen einen neuen Rekord
Der Klimawandel macht dem Schweizer Alpenclub (SAC) und den 152 SAC-Berghütten zu schaffen. Gemäss einer Studie von 2025, die der Club in Auftrag gegeben hat, ist jede dritte Hütte potenziell gefährdet. Die Auslöser: auftauender Permafrost, zunehmende Felssturzgefahr und schwindende Wasserressourcen.
Das kommt den Club und die verschiedenen SAC-Sektionen – denen die Hütten gehören – teuer zu stehen: Damit sie den extremeren Wetterverhältnissen standhalten können, sind aufwendige Investitionen nötig. Konkret rechnet der Zentralverband bis 2040 mit jährlichen Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte, wie er in der jüngsten Publikation der Übernachtungszahlen erklärte.
Darin liegt der Grund für den Vorschlag des Zentralverbands, der so manchen Hüttenwart gerade zum Schäumen bringt. Die einzelnen Sektionen – schweizweit gibt es 111 davon, sie verpachten die Hütten an die einzelnen Betreiber weiter – sollen künftig deutlich höhere Beiträge an den zentralen Hüttenfonds zahlen, wie die «NZZ» berichtet. Bisher drückten die Sektionen etwa 6 Prozent der Einnahmen einer durchschnittlichen Hütte an den Fonds ab, rechnet die Zeitung vor. Neu sollen es mit 12 bis 14 Prozent mehr als doppelt so viel sein.
Übernachtung mindestens 25 Prozent teurer
Mit Geldern aus dem Fonds werden dann Sanierungs-, Umbau- oder Sicherungsarbeiten an den Hütten mitfinanziert. Damit die Sektionen die höheren Abgaben auffangen können, sollen diese die Pachtzinsen erhöhen. Die Hüttenwarte können die Mehrkosten über höhere Preise an die Gäste weitergeben, so der Vorschlag des Zentralverbands.
Eine Übernachtung für Nichtmitglieder würde neu statt 40 über 50 Franken kosten – ein Aufschlag von mindestens 25 Prozent. Essen und Getränke würden sich um 10 bis 15 Prozent verteuern. Bei vielen Betreibern kommt dies laut «NZZ» gar nicht gut an: Demnach wächst in den Sektionen der Widerstand gegen die Vorschläge.
Hüttenwarte fürchten ausbleibende Gäste
Dabei sehen die Geschäftszahlen der Hütten rosig aus. Wandern in den Schweizer Alpen boomt: Mit 409'000 Übernachtungen verbuchten die Hütten 2025 einen neuen Rekord. Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr hat der SAC noch nicht veröffentlicht.
2024 kletterte dieser aber trotz weniger Gäste um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Dank moderaten Preisanpassungen», wie es im Jahresbericht heisst. Kritiker der neuen Massnahme fürchten nun aber, dass die Preiserhöhungen zu extrem sein werden – und in der Folge die Gäste ausbleiben.
Auch flossen 2024 2,2 Millionen Franken in den Hüttenfonds. Ende 2024 befand sich darin eine stattliche Summe von 14,2 Millionen Franken. Doch wegen der vielen nötigen Sanierungsarbeiten drohen bald Millionendefizite. Der SAC warnte bereits vor zwei Jahren: Wenn es so weitergeht, ist der Fonds ab 2030 ausgeschöpft.
Am 13. Juni entscheiden die Abgeordneten der SAC-Sektionen über die neuen Beitragserhöhungen.