Hotel-Ranking der Bilanz
Das sind die 15 besten Ferienhotels der Schweiz

Feriengäste suchen heute weniger Inszenierung als echte Entschleunigung, wie aus dem neuen Hotel-Ranking der Bilanz hervorgeht. Wir zeigen dir, welche Schweizer Ferienhotels diesen Anspruch am besten erfüllen.
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Hinter der märchenschlossartigen Fassade vereint der Sieger des Hotel-Rankings kosmopolitische Lässigkeit und alpinen Charme auf unvergleichliche Weise.
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Darum gehts

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Claus Schweitzer
Claus Schweitzer
Bilanz

Platz 1 (Vorjahr: 1): Gstaad Palace, Gstaad

Foto: Melanie Uhkötter

113 Jahre im Geschäft zu bleiben, ist keine leichte Aufgabe – geschweige denn, in einer sich stetig wandelnden Hotellandschaft relevant zu bleiben und sich als inhabergeführtes Unternehmen gegen die Dominanz von Luxushäusern zu behaupten, die Milliardären oder Konzernen gehören. Umso beeindruckender, dass genau dies dem «Gstaad Palace» beispielhaft gelingt.

Andrea Scherz, der das Haus seit 25 Jahren in dritter Generation führt und weiterentwickelt, kommt dabei zugute, dass sich anspruchsvolle Gäste zunehmend nach Destinationen sehnen, mit denen sie sich emotional verbinden können. Für viele Gäste ist das «Palace» weit mehr als ein Hotel – es ist ihr zweites Zuhause in den Bergen. Sie kehren regelmässig zurück, begegnen den Mitarbeitenden wie alten Freunden und versammeln sich nach einem Tag an der frischen Bergluft in der lebendigen Hotelhalle, bevor der Abend in einem der Restaurants seinen Lauf nimmt.

Artikel aus der «Bilanz»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

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Warum sie immer wiederkommen, bringt ein Branchenprofi treffend auf den Punkt: «Du betrittst das Palace, und die Mitarbeitenden kennen deinen Namen, deinen Geburtstag, deine Familie. Sie haben ein feines Gespür dafür, was du wann brauchst – und vor allem dafür, was du nicht brauchst oder unter keinen Umständen möchtest.» Was andernorts oft als leere Floskel bemüht wird, ist hier Realität: Jeder Gast wird als Individuum wahrgenommen und als jemand Besonderes geschätzt. Hinter der märchenschlossartigen Fassade vereint das «Gstaad Palace» kosmopolitische Lässigkeit und alpinen Charme auf unvergleichliche Weise.

Daraus entsteht eine Form von Luxus, die ungekünstelt, persönlich und selbst für welterfahrene Reisende berührend ist. Das «Palace» ist ein Ort mit Geschichte, Charakter und Seele – Qualitäten, die sich nicht künstlich erschaffen lassen. Sie wachsen über Jahrzehnte, durch Menschen, Beziehungen und eine tief verwurzelte Kultur der Gastlichkeit. So bleiben jener familiäre Geist und jene stilvolle Gelassenheit lebendig, die das Haus seit seiner Eröffnung im Jahr 1913 prägen. «Was mir an Gstaad gefällt?», fragt Andrea Scherz. «Dass jeder an Wichtigkeit verliert. Das mögen die wirklich Wichtigen ja selbst.»

«Bilanz»-Ranking 2026: Die 300 besten Hotels in der Schweiz und Europa

Welche Hotels schaffen es an die Spitze der Schweiz und Europas? Das «Bilanz»-Ranking 2026 verrät, welche Hotels ganz oben stehen. Überraschend: Viele Sieger glänzen nicht mit Neubauten, sondern mit frischen Ideen. Hier geht es zur vollständigen Rangliste.

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Wenn doch nur … der grosse Aussen-Whirlpool nicht so unmittelbar vom Fitnessraum aus einsehbar wäre.

Platz 2 (Vorjahr: 2): Castello del Sole, Ascona

Der zweite Rang geht erneut ans «Castello del Sole». Aussergewöhnlich, ohne sich aussergewöhnlich zu geben, präsentiert es sich als Tessiner Domäne von stiller Grandezza, entrückt vom touristischen Getöse und vom Lärm der Welt. Umgeben von 140 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche des hauseigenen Gutsbetriebs im Maggiadelta vor Ascona, eingebettet in eine weitläufige Parklandschaft mit prächtigen alten Bäumen und privatem Seeufer am Lago Maggiore, bietet es genug Raum, um seine Kinder, seinen Lebenspartner oder gleich den Verstand zu verlieren.

Ein Ort zum Durchatmen und Ankommen. Selbst notorische Hektiker werden spätestens am dritten Tag von jener tiefen Ruhe erfasst, die das gesamte Anwesen durchdringt. Das «Castello del Sole» tut der Seele gut – auch, weil es weder geschniegelt noch überinszeniert wirkt. Während andere Tessiner Luxushäuser mitunter um Aufmerksamkeit buhlen, bleibt das «Sonnenschloss» angenehm geerdet. In den drei Restaurants sind Farm-to-table-Philosophie und authentischer Geschmack keine Werbemasche, sondern gehören zum Alltag. Gleichzeitig erweitert Küchenchef Mattias Roock diese regionale Verwurzelung punktuell um kulinarischen Weitblick.

Bei allem Respekt für das «Kilometro Zero»-Prinzip und den achtsamen Umgang mit Ressourcen aus eigener Produktion bewahrt er sich bewusst eine gewisse Weltoffenheit. Wer eines der 78 Zimmer bewohnt, fühlt sich dank Spa, Tennisplätzen, Wassersportangebot, Kids Club und grosszügigen Freiflächen inmitten schönster Natur selbst bei längeren Aufenthalten nie eingeschränkt. Das «Castello del Sole» verkörpert damit den Trendbegriff «Quiet Luxury», mit dem heute viele Hotels werben, ohne ihm wirklich gerecht zu werden – hier wird er in aller Selbstverständlichkeit und Subtilität spürbar. Bemerkenswert ist zudem die Kontinuität, die das Direktionspaar Simon V. und Gabi Jenny seit 23 Jahren quer durch alle Abteilungen sicherstellt. Fast jedes Jahr sticht ein Mitarbeitender hervor, der von BILANZ besonders gewürdigt wird: 2026 erhält Jutta Leite den Titel «Spa-Managerin des Jahres» stellvertretend für das gesamte Hotelteam.

Wenn doch nur ... die Zimmerkorridore im Haupthaus nicht so sehr an eine Gemeindeverwaltung erinnern würden.

Platz 3 (Vorjahr: 4): The Alpina Gstaad, Gstaad

In Gstaad muss niemand seinen Reichtum oder seine Berühmtheit zur Schau stellen, weil immer jemand da ist, der noch reicher oder berühmter ist. Die Unaufgeregtheit gegenüber grossen Namen und die beiläufig gewachsene Kultur der Diskretion sind zum Markenzeichen – ja, zum eigentlichen Betriebssystem des Berner Oberländer Bergdorfs geworden. Auch die Spitzenhotels folgen dieser Choreografie der Zurückhaltung. Das «Alpina Gstaad», eines der teuersten Hotels der Schweiz mit Übernachtungspreisen ab rund 2500 Franken pro Winternacht, hüllt seinen Glanz in viel Holz und bewusstes Understatement.

Die Zufahrt erfolgt unterirdisch, die 56 Zimmer zeigen sich im feinsten Chalet-Chic, doch wird der Alpenstil stellenweise gekonnt gebrochen: mit japanischer Küche im «Megu», kräftigen Kunst- und Blumenakzenten sowie fabelhaftem Six Senses Spa. So umstritten der Bau vor der Eröffnung 2012 war, so überzeugend verkörpert er heute den Geist von Gstaad. Anfangs sickerte – untypisch für den Ort – noch Klatsch an die Öffentlichkeit, doch schnell setzte sich die Erkenntnis durch, dass Verschwiegenheit hier die härteste Währung ist. Wenn Gäste eine Celebrity erkennen und den Barmann im Flüsterton fragen «Ist das nicht…?», antwortet dieser lediglich mit einem sibyllinischen Lächeln.

Hoteldirektorin Nadine Friedli sagt: «Wer bei uns absteigt, muss nicht befürchten, seinen Namen am nächsten Morgen in den Medien zu lesen.» Privates bleibt privat. Der hohe Qualitätsanspruch in allen Bereichen blieb auch nach dem Besitzerwechsel im Frühjahr 2025 erhalten – nicht zuletzt, weil der frühere Miteigentümer Marcel Bach weiterhin im Verwaltungsrat wirkt und eng mit Nadine Friedli zusammenarbeitet. Parallel treibt Bach das vielversprechende Projekt «Grand Hotel Sonnenhof» auf den Anhöhen von Saanen voran, das im Dezember 2027 eröffnen soll. Auch die Kulinarik bringt Neuerungen: Francesco De Bartolomeis übernimmt im August 2026 nach seiner erfolgreichen Zeit im «Le Grand Bellevue» die Küche von Martin Göschel und setzt auf eine ebenso ambitionierte wie zugängliche Cucina Italiana.

Wenn doch nur … die vielen Personalwechsel nicht wären. Stammgäste fühlen sich – anders als etwa im benachbarten «Gstaad Palace» – nicht immer konsequent persönlich wiedererkannt. Gut, gibt es wenigstens mit den beiden langjährigen Restaurantleitern Salvatore Patrono und Andrea Piras zwei vertraute Gesichter, die seit Jahren für Beständigkeit stehen.

Platz 4 (Vorjahr: 3): Eden Roc, Ascona

In keinem anderen Hotel der Schweiz fühlt man sich so schnell und unmittelbar im Süden angekommen. Die Szenerie am Ufer des Lago Maggiore verströmt Riviera-Zauber und lässt mit Palmen, Oleander und glitzerndem Wasser augenblicklich Ferienstimmung aufkommen. Und welches Hotel kann schon mit 500 Metern privatem Seeanstoss aufwarten?

Vom eigenen Hafen starten elegante Riva-Boote zu Ausfahrten auf den See. Wer es sportlicher mag, findet hier ein ausserordentlich vielseitiges Wassersportangebot: Kajakfahren, Stand-up-Paddeln, Surfen, Segeln, Wakeboarden oder E-Pedalo – alles ist möglich, und eine eigene Wassersportschule sorgt für professionelle Anleitung. Neben den Top-Standards im Wassersport erfüllt das «Eden Roc» auch hohe Ansprüche an Gastronomie, Service und Wellness.

Nur wenige Schritte trennen das Hotel von der Uferpromenade von Ascona, doch ebenso gut lässt sich der Tag auch in der schönen Gartenanlage unter alten Bäumen verbringen. Vier Restaurants stehen zur Auswahl, darunter das mit zwei «Michelin»-Sternen ausgezeichnete «La Brezza». Hinzu kommen verlässlich gute Spa-Behandlungen sowie vielfältige Aktivitäten und Ausflüge im Rahmen des «Moving Mountains»-Programms. Seit der Modernisierung des Stammhauses im Winter 2024/25, bei der einige Zimmer bodentiefe Fensterfronten und verglaste Balkone erhielten, setzt das Hotel zudem auf ein klimaneutrales Heiz- und Kühlsystem.

Mithilfe modernster Wärmepumpentechnologie werden die Temperaturdifferenzen von See- und Grundwasser genutzt. Nachhaltigkeit ist der Besitzerfamilie Kipp-Bechtolsheimer ein besonderes Anliegen: Im «Eden Roc» ebenso wie in den Schwesterhotels in St. Moritz und Arosa steht ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen weit oben auf der Agenda.

Wenn doch nur … die zusammengewürfelte Architektur des Gebäudeensembles nicht wäre. Doch dieser Schönheitsfehler verblasst schnell, sobald man eine der Terrassen oder den Garten betritt und den Blick über See und Berge schweifen lässt.

Platz 5 (Vorjahr: 5): Kulm Hotel St. Moritz, St. Moritz

Das «Kulm» ist das älteste und zugleich entspannteste Luxushotel in St. Moritz – und eines, das sich kontinuierlich neu erfindet. Das Erbe von 1856 verbindet es gekonnt mit einer zeitgemässen Handschrift. So präsentieren sich die meisten der 150 Zimmer, gestaltet vom französischen Innenarchitekten Pierre-Yves Rochon, in moderner alpiner Wohnlichkeit.

Das lichtdurchflutete Spa mit 20-Meter-Hallenbad und einem exzellenten Therapeutenteam ebnet den Weg zu neuer Energie und Balance. Besonders wohltuend sind die FaceGym-Behandlungen, die selbst bislang kaum wahrgenommene Verspannungen im Gesicht lösen. In den vergangenen zwei Jahren wurden vier der sechs Restaurants komplett neu inszeniert. Im «Amaru» etwa hat der britische Designer Luke Edward Hall eine farbenfrohe Bühne für die peruanischen Streetfood-Kreationen von Claudia Canessa geschaffen.

Der einst rein funktionale Skiraum wurde grundlegend transformiert: Heute gleicht er einer stilvollen Lounge, in der Gästen morgens die Skiausrüstung bereitgestellt und abends wieder abgenommen wird. Die Besitzerfamilie Niarchos investiert derweil konsequent weiter: Erdgeschoss und Eingangsbereich werden unter der Leitung des Londoner Architekturbüros Foster + Partners etappenweise neugestaltet. Geplant sind unter anderem die Verlegung des Grand Restaurants von der Berg- auf die Seeseite samt Wintergarten sowie das behutsame Makeover der traditionsreichen Lobby Lounge – seit Jahrzehnten gesellschaftlicher Mittelpunkt des Hotels und für viele das eigentliche Wohnzimmer von St. Moritz.

Was die meisten Gäste jedoch immer wieder zurückbringt, sind Jenny und Heinz E. Hunkeler. Sie sind Manager, Gastgeber, Herz und Seele des ockerfarbenen Gebäudeensembles. Solange die beiden hier wirken, wird sich das «Kulm» immer besonders anfühlen. Wahrscheinlich muss man sie eines Tages nach dem Vorbild von «Shining» im Hotel einschliessen, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen zu gehen. Ihr Credo: «Wir versuchen, unseren Mitarbeitenden die Kompetenz und Freude zu vermitteln, die Extrameile zu gehen, damit sich jeder Gast persönlich umsorgt fühlt.»

Das «Kulm», in dem 1879 erstmals in einem Schweizer Hotel elektrisches Licht brannte, zeigt eindrucksvoll, wie eine Hotellegende ihre Strahlkraft bis ins 21. Jahrhundert bewahrt. Dazu gehört die Liebe zum Detail, die sich überall zeigt – vom Blumenschmuck bis zu den eigens kuratierten Musik-Playlists. Im Sommer sind es nur wenige Schritte zum hauseigenen 9-Loch-Golfplatz mit Driving Range. Im Winter lockt die Natureisbahn direkt beim Hotel, und die Kinderbetreuung ist so gut, dass es mitunter schwerfällt, die Familie beisammenzuhalten. Erfreulich: Ab zwei Übernachtungen sind die Ski- und Bergbahntickets inklusive.

Wenn doch nur … einige der zur Dorfseite gelegenen Standardzimmer den Erwartungen durchgängig gerecht würden. Doch wie bei vielen ehrwürdigen Alpenpalästen gilt: Nicht jeder Quadratmeter atmet Grandezza.

Platz 6 (6): Badrutt’s Palace, St. Moritz

Das turmgekrönte Wahrzeichen von St. Moritz, 1896 eröffnet, kämpfte lange mit einem angestaubten Image und schwindender Relevanz – ehe ihm in jüngerer Zeit ein fulminantes Comeback gelang. Zu verdanken ist dies dem Dreamteam um General Manager Richard Leuenberger und den strategischen Vordenker Hans Wiedemann, die den Alpenpalast konsequent neu gedacht und weiterentwickelt haben. Der Retro-Chic blieb erhalten, doch die Aura vergangener Zeiten trifft nun auf heutige Raffinessen. Vom Bahnhof wird man stilecht im hauseigenen Rolls-Royce Phantom von 1968 abgeholt, einst im Besitz der Queen.

Im Spa wiederum sorgen hochwirksame Body-Shaping-Behandlungen von Biologique Recherche für trendbewusstes Wohlgefühl, während einen die japanisch-peruanischen Menüs im «Matsuhisa» – einem von sechs Restaurants im Haus – kulinarisch weit über die Schweiz hinausführen. Die Reichen und Erfolgreichen – und jene, die es gerne wären – kehren vermehrt zurück: Das «Badrutt’s» ist niemals langweilig. Und wenn hier Neues gewagt wird, dann richtig.

Das zeigen die jüngsten Erweiterungen: ein riesiger, klimaneutral beheizter Aussenpool, ein attraktiver Kids Club, eine spektakuläre unterirdische Passerelle zur Restaurant-Aussenstation «Chesa Veglia» – und vor allem der neu errichtete «Serlas»-Trakt. Entworfen im modernen italienischen Wohnstil von Architekt Antonio Citterio, hebt er sich deutlich von der opulenten Old-World-Ästhetik des Haupthauses ab. Die 25 neuen Zimmer sprechen zahlungskräftige Familien und jüngere Gäste an, die eine private Atmosphäre schätzen, ohne auf das pulsierende Hotelgeschehen verzichten zu müssen.

Der Erfolg des «Ökosystems Badrutt‘s» – zu dem auch der «Paradiso Mountain Club» am Suvretta-Hügel gehört, wo Hotelgäste selbst an Weihnachten noch einen Platz in der Skihütte erhalten – ist beachtlich. Das Hotel verzeichnet einen stetigen Aufschwung, und weil die Aktionäre auf Dividenden verzichten, kann das «Badrutt’s» jährlich zweistellige Millionenbeträge in seine Modernisierung investieren. «Als unabhängiges Hotel haben wir keinen Konzern im Nacken, der uns vorgibt, was wir zu tun oder zu lassen haben», sagt Richard Leuenberger.

Wenn doch nur … nicht jede Handbewegung im «Badrutt‘s» so kräftig aufs Portemonnaie schlagen würde. Es ist eines der teuersten Hotels der Schweiz, zumindest in der Wintersaison – die kleinsten Zimmer zur Dorfseite sind dann selbst wochentags nicht unter 1500 Franken zu haben und vom Nachmittagstee über die Spa-Behandlung bis zum Matsuhisa-Omakase-Menü unterliegt jede Konsumation einem saftigen Höhenzuschlag.

Platz 7 (Vorjahr: 9): Chenot Palace Weggis, Weggis

Eine Zeit lang schien Wellness so simpel zu sein wie Aqua-Fitness oder ein grüner Smoothie. Und selbst heute offenbart sich bei erstaunlich vielen Wellness-Anbietern ein erstaunlich unterkomplexes Verständnis davon, wie der menschliche Körper tatsächlich funktioniert – die Selbstdeklaration als «Destination Spa» und ein vages Versprechen auf «Longevity» genügen oft schon.

Im «Chenot Palace» hingegen trifft das inzwischen inflationär gebrauchte Buzzword tatsächlich ins Schwarze – und hält, was es verspricht. Wer müde, abgeschlagen und fahl anreist, darf damit rechnen, strahlend und quicklebendig wieder abzureisen. Eine Auszeit an diesem eleganten Rückzugsort am Fusse der Rigi – etwa im Rahmen des siebentägigen Programms «Recover & Energise» – wirkt wie eine Initialzündung für all jene, die jahrelang Raubbau an ihrem Körper betrieben haben und nun zurück zu ihrer persönlichen Bestform finden möchten.

Man erhält hier nicht nur Impulse, sondern auch das notwendige Rüstzeug, um alte, wenig förderliche Gewohnheiten dauerhaft zu verändern. Voraussetzung dafür ist allerdings die Bereitschaft, sich kompromisslos auf das individuell abgestimmte Programm einzulassen: Hydrotherapie, Schlammpackungen, Massagen, Fitness, energetische Behandlungen, Osteopathie, Yoga, Ernährungsberatung und eine federleichte mediterrane Küche greifen dabei wie Zahnräder ineinander. George Gaitanos, wissenschaftlicher Leiter des Hauses und ehemaliger Profi-Athlet, weiss aus eigener Erfahrung um die Formbarkeit des menschlichen Körpers – und ist überzeugt von der Wirkung gezielter Lebensstilveränderungen: «Wer seine Jugendlichkeit bewahren und länger besser leben will, muss ernsthaft etwas dafür tun», sagt er. «Ein tiefes persönliches Wohlbefinden bis ins hohe Alter gibt es nicht umsonst.»

Neu im Angebot ist das viertägige Programm «Body Insights & Optimisation»: Statt Detox stehen hier umfassende diagnostische Verfahren sowie leistungsfördernde Therapien und Trainings im Mittelpunkt. Ziel ist es, ein klares Bild der eigenen körperlichen Verfassung zu gewinnen – und ein nachhaltiges Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich die persönliche Gesundheit von innen heraus stärken lässt. Longevity ist im «Chenot Palace» keine Worthülse, sondern ein präzis durchdachtes Konzept mit langfristig wirkender Substanz.

Wenn doch nur … die Sprachbarriere nicht wäre. Die meisten Ärzte und Therapeuten kommunizieren hier auf Englisch – oder wahlweise in ihrer jeweiligen Muttersprache, etwa Italienisch, Griechisch oder Spanisch. Wird es jedoch medizinisch komplexer, wünscht man sich als nicht-englischer Muttersprachler oft ein präziseres Verständnis auf Deutsch.

Platz 8 (Vorjahr: 14): Suvretta House, St. Moritz

Wie ein unverwüstliches Monument ragt das «Suvretta House» aus der Zeit. Dank seiner eigenständigen Lage, seines umfassenden Angebots und seiner aussergewöhnlich hohen Zahl an Stammgästen – nicht selten über mehrere Generationen hinweg – wird es von vielen als eine Destination innerhalb der Destination St. Moritz wahrgenommen. Im Winter beginnen und enden die Skipisten des Corviglia-Gebiets direkt hinter dem Haus. Während der Hochsaison stehen zudem 220 Skilehrerinnen und Skilehrer in der blauen «Suvretta»-Uniform exklusiv den Hotelgästen zur Verfügung.

Vor dem Haus lockt eine Natureisbahn, auf der auch Curling gespielt wird. Und nach einem aktiven Tag an der Bergluft bietet die imposante Lobby den stilvollen Rahmen für einen klassischen Afternoon Tea. Viele langjährige Mitarbeitende rund um das Gastgeberpaar Peter und Esther Egli arbeiten nicht einfach im «Suvretta House» – sie verkörpern das Hotel. Das Grand Restaurant mit seiner beeindruckenden Eichenholz-Kassettendecke fast rund 280 Gäste und zählt zu den letzten Orten der Welt, an denen Abendgarderobe nicht nur erwünscht, sondern zwingend vorgeschrieben ist: Herren erscheinen standesgemäss im «dunklen Anzug mit Krawatte».

Wem dies zu traditionsbewusst erscheint, der weicht in die unkompliziert-legere «Suvretta Stube» oder ins auswärtige Bergrestaurant Chasellas aus. Die News: Die Besitzerfamilie Candrian-Bon investierte im vergangenen Jahr 33 Millionen Franken in die Neugestaltung und Erweiterung des Wellnessbereichs. Dieser erstreckt sich nun über 4670 Quadratmeter auf drei Etagen und vermittelt dank hochwertiger Naturmaterialien eine wohltuende atmosphärische Ruhe – fast überall begleitet von einem weiten Blick über die Engadiner Seenlandschaft.

Das neue «Spa Experience» mit allem, das heute dazugehört – von der collagenstimulierenden Gesichtsbehandlung über die Infrarotsauna bis zur Privatlektion auf dem Hybrid-Pilates-Reformer – dürfte das Hotel noch unabhängiger vom Wetter machen und besonders in der Sommersaison, die hier bis Mitte Oktober dauert, vermehrt gesundheitsbewusste Gäste ansprechen, die zugleich Geniesser sind. Die Verbindung einer zeitgemässen Spa-Anlage mit der altehrwürdigen Grandeur des übrigen Hotels verleiht dem «Suvretta House» neuen Glanz – und katapultiert es gleich um sechs Ränge nach oben.

Wenn doch nur … die Yoga-Lektionen nicht im Pilates-Raum stattfänden, der von vier riesigen, jeweils 300 Kilo schweren Reformer-Geräten dominiert wird. Auch der Saunabereich wirkt noch etwas zu hell ausgeleuchtet, und Dauertelefonierer am Pool werden von den Bademeistern kaum auf ihr störendes Verhalten aufmerksam gemacht. Solche Details machen deutlich, dass Wellness im «Suvretta House» bislang eher Nebensache war und nun noch etwas Feinschliff benötigt.

Platz 9 (Vorjahr: 7): Park Hotel Vitznau, Vitznau

Foto: Shutterstock

Das Genuss-Schloss in privilegierter Uferlage verströmt eine noble «Bitte nicht stören»-Atmosphäre und lässt den Vierwaldstättersee in nahezu jedem Moment präsent sein. Sonnenuntergänge werden hier regelmässig zu eindrucksvollen Naturschauspielen. Beim umfassenden Umbau vor der Wiedereröffnung im Jahr 2013 wurde sichtbar nicht gespart. Die hochwertig ausgestatteten Innenräume präsentieren sich als eigenwillige Melange unterschiedlichster Stilwelten, die sich auf Schritt und Tritt überlagern.

Man gewinnt den Eindruck, dass sich der österreichische Eigentümer Peter Pühringer auf seinen Reisen von zahllosen Einflüssen inspirieren liess – und möglichst viele davon gleichzeitig verwirklichen wollte. Einige der 40 Juniorsuiten, Suiten und «Residenzen» (besonders gross dimensionierte Suiten) tragen die Namen von Universalgelehrten wie Newton, Ökonomen wie Keynes, Meisterköchen wie Taillevent oder Elite-Universitäten wie Harvard, ohne dass sich ein erkennbarer historischer Bezug zum Haus erschliessen würde.

Das mindert die Anziehungskraft des Park Hotel Vitznau allerdings kaum. Gäste reisen aus aller Welt an, und auch viele Schweizer schätzen die abgeschirmte Lage und das exklusive Lebensgefühl. Dazu trägt nicht zuletzt das Selbstverständnis des Hotels als «privates Gästehaus» bei. Empfangen werden in erster Linie Übernachtungsgäste und «Freunde des Hauses» – darunter externe Restaurantbesucher nur in sehr begrenzter Zahl und nach Voranmeldung. Kulinarisch wird einiges geboten: Neben dem Grillrestaurant, der Seeterrasse und der Hotelbar (mit Snacks und mediterranen Gerichten) sorgen gastronomische Pop-ups im «Prisma Expérience» für Abwechslung – bis Ende August 2026 etwa mit authentischer Thai-Küche von Mayuree Sappasert.

Hinzu kommt das lichtdurchflutete «Focus Atelier» mit zwei «Michelin»-Sternen und wunderbarer Sommerterrasse unter der Leitung von Küchenchef Patrick Mahler. Passend zum Guesthouse-Gedanken treten die Köche aller Restaurants vermehrt selbst vor die Gäste und erläutern die einzelnen Gänge – eine Praxis, die im «Focus» seit Jahren gepflegt wird. Im Vergleich zu internationalen Vorbildern wie der «Villa Feltrinelli» am Gardasee, der «Huka Lodge» in Neuseeland oder dem «Ellerman House» in Kapstadt wird das Guesthouse-Konzept jedoch noch zu zaghaft gelebt und inszeniert.

In dieser Hinsicht wirkt das Park Hotel Vitznau etwas inspirations- und mutlos. Umso überzeugender präsentiert sich die Weinkarte mit rund 4500 Positionen, deren Preise erfreulich moderat kalkuliert sind. Ein weiteres Highlight ist der grosszügige Aussenpool, der von Mitte September bis Anfang Juni auf angenehme 34 Grad beheizt wird; im Sommer liegt die Wassertemperatur zwischen 30 und 32 Grad. Und das Frühstück? Kein gewöhnliches Buffet, sondern ein veritables À-la-carte-Fest mit exquisiten süssen und salzigen Köstlichkeiten.

Wenn doch nur … die rückwärtigen Juniorsuiten, laut Eigenwerbung «mit Bergsicht», nicht auf die vielbefahrene Seestrasse und den steil aufragenden Hang des Rigi-Fusses blicken würden – und das zu Preisen ab 1150 Franken selbst im Frühherbst.

Platz 10 (Vorjahr: 13): Grand Resort Bad Ragaz, Bad Ragaz

Über hundert Hotels in der Schweiz nennen sich «Resort». Jene Häuser jedoch, die diese Bezeichnung tatsächlich verdienen und eine entsprechend vielfältige Infrastruktur bieten, lassen sich an einer Hand abzählen. Das Grand Resort Bad Ragaz zählt ganz vorne dazu. Seine Geschichte reicht fast zwei Jahrhunderte zurück – bis zu jenem Moment, als das Thermalwasser aus der ergiebigen Quelle in der Tamina-Schlucht erstmals ins Grand Hotel Hof Ragaz geleitet wurde.

Rund um das 36,5 Grad warme Thermalwasser entwickelte sich ein international renommierter Rückzugs- und Erholungsort – mit vier Hotelbereichen, sieben Restaurants, umfassenden Gesundheits- und Wellness-Angeboten, zwei hauseigenen Golfplätzen sowie der öffentlich zugänglichen Thermalwasserwelt Tamina Therme. Mit Kindervilla, Family-Spa, professionell geführter E-Bike-Station und einer stärkeren Öffnung hin zu Freizeitmöglichkeiten in der Region spricht das Resort heute Gäste aller Generationen an.

Nach zwei, drei schwierigen Jahren, geprägt von aufgeschobenen Investitionen und zahlreichen personellen Wechseln, markierte die Ankunft des General Managers Simon Spiller im Frühjahr 2025 einen spürbaren Wendepunkt. Der familiäre Geist, der das Haus lange ausgezeichnet hat, ist zurück – nicht zuletzt dank des zukunftsgerichteten Commitments des Hauptaktionärs Thomas Schmidheiny und seiner Familie. Ein zentrales Element der Neuausrichtung zur modernen Wellbeing-&-Health-Destination ist die derzeit laufende Umgestaltung des gesamten Erdgeschosses im «Hof Ragaz».

Genuss, Gesundheit, Lifestyle und Kunst sollen dort ab Spätherbst 2026 noch enger ineinandergreifen und ein kohärentes Gästeerlebnis schaffen. Bereits 2023 wurden die Zimmer im «Hof» renoviert; mit der aufwendigen Neugestaltung der Restaurants (des italienischen «Nesso» und des thailändischen «Sanook») sowie zahlreicher Bereiche vor und hinter den Kulissen folgt nun der nächste Entwicklungsschritt. Ziel ist es, frische Impulse zu setzen und eine neue Leichtigkeit zu etablieren, ohne den Charakter des Hauses zu verwässern. Auch weitere Bereiche – darunter der «Quellenhof»-Trakt und das «Tamina Health Center» – werden im Rahmen der Resort-Strategie 2035 schrittweise neu konzipiert. «Ein Luxusresort ist wie ein Mikrokosmos, der sich ständig wandelt», sagt Simon Spiller. «Ausruhen ist keine Option. Unsere Aufgabe ist es, zeitgemässe Lebensstile zu verstehen und zu erkennen, welche Veränderungen nötig sind, um den Bedürfnissen unserer Gäste gerecht zu werden.»

Wenn doch nur … die unübersichtliche Konstellation der verschiedenen Empfangsbereiche in den Spa- und Medical-Zonen besser gelöst wäre. So gehört im Grand Resort Bad Ragaz weiterhin ein Hauch von Schnitzeljagd dazu: Gäste im Bademantel, die Orientierung suchend durch die Gänge gehen.

Platz 11 (Vorjahr: 10): Grand Hotel Kronenhof, Pontresina

Der «Kronenhof» ist ein Ort, an dem die Zeit für einige magische Momente stillzustehen scheint. Die nostalgische Schönheit des dreiflügeligen Gebäudes von 1848 mit seinem hufeisenförmigen Ehrenhof, dem neobarocken Speisesaal und der bezaubernden Beletage wirkt wie einem Wes-Anderson-Film entsprungen.

Wer einen regnerischen oder verschneiten Nachmittag im Kaminsalon verbringt, könnte sich unweigerlich die ikonische Frage aus David Lynchs «Twin Peaks» stellen: «What year is this?» Gleichzeitig präsentieren sich rund die Hälfte der 112 Zimmer, das Spa mit seinem lichtdurchfluteten Hallenbad sowie die grosszügige Zigarrenlounge mit angrenzendem Billardzimmer in zeitgemässer, zurückhaltender Eleganz. Im Winter gibt es eine hauseigene Eisbahn, im Sommer Yoga-Lektionen auf speziellen Holzplattformen im Garten über dem Berninabach.

Hoteldirektor Claudio Laager, ein Engadiner mit tiefem Naturverständnis, ergänzt das klassische Hotelangebot um besondere Outdoor-Erlebnisse – sofern gewünscht – etwa Wildtierbeobachtungen im Val Bever, Fackelwanderungen auf Muottas Muragl oder Gletscherwasserbaden im Bach Flaz. Für ein stimmungsvolles Mittagessen lädt der denkmalgeschützte Holzpavillon im Garten mit seiner Sonnenterrasse und dem Blick ins Val Roseg zum Verweilen ein.

Wenn doch nur … Pontresina eine direkte Pistenanbindung für Skifahrer hätte. Für den Wintersport in einem der umliegenden Skigebiete Diavolezza, Corviglia oder Corvatsch muss stets gependelt werden. Immerhin betreibt der «Kronenhof» einen Ski-Shuttle.

Platz 12 (Vorjahr: 8): The Omnia, Zermatt

Der Zeitgeist ist laut und angeberisch. Da wirkt ein Ort wie das «The Omnia» besonders wohltuend, der eine tiefe Coolness ausstrahlt und zugleich seelisch wärmend ist – wie die mondhelle Musik des Trompeters Miles Davis. Die Entstehungsgeschichte des Hotels ist ungewöhnlich und in aller Kürze so: 2002 hält der New Yorker Architekt Ali Tayar einen Vortrag über Pioniere des industriellen Designs und das modulare, zeitlos geniale Möbelbausystem USM Haller.

Die Berner Unternehmerfamilie Schärer hört zufällig davon und lädt Tayar in die Schweiz ein. Grosse gegenseitige Anerkennung. Dann die gemeinsame Vision, aus dem zuvor spektakulär gescheiterten Projekt «Into the Hotel» einen Klassiker von morgen zu machen. Tayar, dem alles Trendige, Geistlose und Aufgeblasene zuwider war, erhält praktisch freie Hand für ein radikal eigenständiges Haus. Zwanzig Jahre nach seiner Eröffnung wirkt das Interior aus Granit, Leder, Filz und Eiche unverändert frisch, klar und von einer fast meditativen Ruhe getragen.

Die schnörkellose Ästhetik des amerikanischen Modernismus, ergänzt durch überwiegend massgefertigte Möbel und grossformatige Werke bedeutender Naturfotografen, zieht sich von der Lobby-Wohnhalle über die 30 Zimmer bis hin zum Restaurant. Erreichbar ist das «Omnia», das wie ein Adlerhorst über dem Ortszentrum thront, von der Dorfstrasse aus über einen in den Fels gesprengten Tunnel und Glaslift. Dass man sich hier nicht als staunender Statist, sondern eher wie zu Besuch bei einem Freund mit sattelfestem Geschmack fühlt, ist auch das Verdienst von Hoteldirektor Christian Eckert. Sein Team setzt auf eine Ambiance von Geborgenheit, während er selbst eine Coolness verkörpert, die Leidenschaft und Contenance mühelos austariert – ganz im Sinne eines Miles-Davis-Stücks.

Wenn doch nur … die Kehrseite der (innenarchitektonisch identischen) West-Zimmer nicht wäre: Diese blicken in Richtung Fels, während die meisten anderen Zimmer ein Panorama über Zermatt oder direkt aufs Matterhorn bieten.

Platz 13 (Vorjahr: 11): Bürgenstock Resort, Obbürgen

Der Bürgenstock ist mehr als ein Berg. Er ist ein Mythos. Ein Leuchtturm der Zentralschweiz. Und seit der Wiedereröffnung des gleichnamigen Luxusresorts im Herbst 2017 ein bei Gästen wie Tourismusprofis stark polarisierendes Reiseziel. Das Selbstmarketing weckte hohe Erwartungen, die in den Anfangsjahren längst nicht immer erfüllt wurden – auch weil die Personalfluktuation war enorm und die Besitzer aus dem Emirat Katar zwischendurch immer wieder mal die Lust am Ganzen zu verlieren schienen.

Doch seit der welterfahrene, beim 700-köpfigen Hotelteam hochgeschätzte Generaldirektor Chris Franzen die operativen Geschicke leitet, sind konstante Spitzenleistungen und ein guter Swing in die weitläufige Anlage eingekehrt. Die kulinarische Vielfalt – mit thailändischen, chinesischen, indischen, persischen bis hin zu Schweizer Spezialitäten – steht unter der Leitung von Mike Wehrle und bleibt ein Aushängeschild. Auch das «Alpine Spa» überzeugt – mit seiner phänomenalen Lage hoch über dem Luzerner Seebecken und umfassender Wellness-Kompetenz.

Ein Sorgenkind ist hingegen das «Waldhotel», das die Auslastung des Resorts auf vergleichsweise tiefe Werte drückt. Rund 300 Meter abseits der zentralen Bürgenstock-Häuser «The Contemporary» und «The Heritage» gelegen, leidet es trotz ausnahmslos schöner Zimmer unter seiner touristisch ungünstigen geografischen Ausrichtung ohne Seeblick. Eine Lösung durch die Übernahme eines Gesundheitskonzerns zeichnet sich allerdings bereits ab.

Wenn doch nur … das unentwegte Fotografieren und Posieren der Gäste in den Poolbereichen, besonders im spektakulären Infinity-Aussenpool, nicht wäre. Zwar setzt das Hotel offizielle Foto-Zeiten (9 bis 12 Uhr und 17–19 Uhr) fest, doch das unscheinbare Hinweisschild bleibt weitgehend unbeachtet.

Platz 14 (Vorjahr: 16): Carlton Hotel, St. Moritz

Foto: IMAGO/Depositphotos

Die Hotelhalle, die hier «Bel Etage» genannt wird und von zwei riesigen Kaminen im Stil eines Loire-Schlosses eingerahmt ist, zählt zweifellos zu den schönsten der Schweiz. Hier lässt es sich zu jeder Tageszeit angenehm verweilen – bei Afternoon Tea, Cocktails oder einer kleinen Mahlzeit, sofern man nicht im Grand Restaurant oder im Gourmetlokal «Da Vittorio» speisen möchte.

Direkt vor der Bel Etage lockt die Sonnenterrasse mit freiem Blick über St. Moritz und den See. Alle 60 Zimmer – keines kleiner als 45 Quadratmeter – und Suiten sind nach Süden ausgerichtet. Sie wurden kürzlich von Carlo Rampazzi, dem «Hausdesigner» der Tschuggen Collection, aufgefrischt und präsentieren sich nun etwas zurückhaltender, ohne ihren charakteristisch farbenfrohen Stil ganz aufzugeben. Die Penthouse-Suite ist mit 386 Quadratmetern eine der grössten im Alpenraum. Überdurchschnittlich viel Platz und Privatsphäre für jeden Gast gehören zur DNA des Hauses.

Dem «Carlton» gelingt die seltene Balance zwischen Grand-Hotel-Flair und entspannter Residenz. Gäste, die ein Hotel eher als gesellschaftliche Bühne verstehen und in den öffentlichen Zonen nach flirrender Dynamik suchen, dürften sich in den umliegenden Alpenpalästen besser aufgehoben fühlen. Ins «Carlton» reist man vielmehr, um sich diskret umsorgen zu lassen. Michael und Stephanie Lehnort besitzen ein feines Gespür dafür, was ihre Gäste individuell glücklich macht. Ihr Team geht in allen Bereichen auf persönliche Vorlieben ein und versucht, diese beim nächsten Aufenthalt ungefragt zu berücksichtigen. Ein Wermutstropfen – vor allem für St. Moritz selbst: Während die Sommermonate selbst in den Engadiner Luxushotels stetig an Bedeutung gewinnen, öffnet das «Carlton» weiterhin ausschliesslich im Winter, von Mitte Dezember bis Mitte März.

Wenn doch nur … die wunderbare Sonnenterrasse an manchen Winternachmittagen dem eisigen Malojawind etwas weniger ausgesetzt wäre – immerhin gibt es warme Decken und eine schützende Glasbalustrade.

Platz 15 (Vorjahr: 17): Giardino Ascona, Ascona

Das «Giardino Ascona» war in den 1990er-Jahren der Pionierbetrieb luxuriöser Lässigkeit in der Schweiz. Bis heute spürt man den Ursprung und die Originalität dieser mediterran anmutenden Hotelanlage, die sich rund um einen Garten mit Seerosenteich gruppiert und – zumindest aus den oberen Zimmern – auf den angrenzenden Golfplatz von Ascona blickt. Auch im vierzigsten Jahr seines Bestehens ist das «Giardino» ein Ort südlicher Lebensfreude, der ein Gefühl von immerwährenden Ferien vermittelt und mit heiterem Charme überzeugt.

Drei Restaurants, darunter das «Ecco» von Reto Brändli (zwei «Michelin»-Sterne), bieten für jede Stimmungslage den passenden Genuss. Wer sich nicht nur dem Dolcefarniente hingeben möchte, findet im Spa neben klassischen Körper- und Beauty-Behandlungen auch ganzheitliches Health-Coaching sowie Achtsamkeits- und Ayurveda-Retreats. Ein Trumpf des Hauses ist die konstante Servicekultur. Geprägt und vorgelebt wird sie von Wolfram Merkert, dem stillen Mittelpunkt des «Giardino». Er ist überall präsent, ohne sich selbst in den Vordergrund zu rücken. «Gastfreundschaft wird von Menschen gemacht und hat mehr mit Haltung als mit Normen zu tun», sagt er.

In grossen Hotels gerate dies bisweilen in Vergessenheit, wenn strategische Fragen, Kennzahlen, Investoreninteressen oder Bauprojekte plötzlich wichtiger erscheinen als Gäste oder Teammitglieder. Im «Giardino» hingegen wissen die Mitarbeitenden nicht nur, wie exzellenter Service funktioniert, sondern haben auch die Freiheit, ihm eine persönliche Note zu geben. «Was Gäste mehr als alles andere suchen, ist Persönlichkeit», so der Gastgeber. Gemeinsam mit dem Geschäftsführerpaar Daniela und Philippe Frutiger steht auch Merkert vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. Dennoch gelingt es dem Tessiner Hotel, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, die qualifizierte Leute anziehen und binden. «Wir sind eine Gemeinschaft», sagt Merkert. Dazu gehört, nicht nur den Gästen, sondern auch dem Team jeden Tag fünf Sterne an Wertschätzung zu bieten.»

Wenn doch nur ... nicht jeder Millimeter der Anlage genutzt und optimiert wäre. Bei hoher Auslastung wird es manchmal schwierig, eine freie Liege im Garten zu ergattern. Im Vergleich zum benachbarten «Castello del Sole» kann das «Giardino» etwas beengend wirken.

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