Darum gehts
Die Schweizer Butterlager sind wieder einmal randvoll. 7903 Tonnen lagen Ende Mai in den Tiefkühlhäusern, ein Viertel mehr als im Vorjahr.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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Und eigentlich wären die Lager noch viel voller. Denn die Schweizer Butterindustrie hat zudem 3244 Tonnen Butter zu Dumpingpreisen ins Ausland verscherbelt.
Fast 900 Tonnen Schweizer Butter gingen nach China. In Form von gefrorenen 25-Kilo-Blöcken wurden auch je über 100 Tonnen nach Ägypten, Marokko, in die Niederlande, den Libanon, Saudi-Arabien, Spanien und Frankreich verkauft. Eine kleinere Menge nahm der Oman ab. Das zeigt die Exportstatistik für die Periode Januar bis Mai.
Die Exporte sind für die Schweizer Butterindustrie alles andere als lukrativ. Sie musste die überschüssige Butter zum Durchschnittspreis von Fr. 3.66 pro Kilo losschlagen. Zum Vergleich: Der Grosshandelspreis für Schweizer Industriebutter liegt bei 12 Franken pro Kilo gemäss Bundesamt für Landwirtschaft. Also über dreimal höher.
Exporte bringen Mindereinnahmen von 27 Millionen Franken
Der Export führte demnach zu einem Minus von 27 Millionen Franken. So viel hätte die Butterbranche mehr verdient, wenn sie die Industriebutter in der Schweiz hätte verkaufen können.
Zum Vergleich: Im Inland müssen die Konsumentinnen und Konsumenten überaus hohe Preise für Butter bezahlen. So ist Butter 277 Prozent teurer als in Deutschland – Milch ist hingegen nur 57 Prozent teurer. Das zeigte ein Preisvergleich des Beobachters im Januar. Grund: Der Milchpreis wird in der Schweiz von der Branchenorganisation Milch zentral festgelegt. Der Wettbewerb ist ausgeschaltet, um die Milchbauern zu schützen. Gemäss einer älteren Studie führt dieser Schutz der Milchbauern zu überhöhten Margen der Schweizer Butterindustrie. Die Branchenorganisation Milch bestreitet das.
Bauern müssten auf Zusatzeinnahmen verzichten
Butterexporte seien keine Wunschlösung, sondern dienten dazu, die Milchüberschüsse abzubauen, schreibt die Sprecherin der Schweizer Milchproduzenten. Langfristig sei entscheidend, Produktion, Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten besser aufeinander abzustimmen, damit Überschüsse möglichst vermieden werden könnten. Die Milchbauern erhielten für einen Teil der Überschussmilch einen tieferen Milchpreis.
Den Milchüberschuss gab es, weil die Kühe vor der Sommerhitze zu viel Milch gaben. Die Industrie verarbeitet solche Überschüsse gern zu Butter und friert sie ein, um das Angebot zu verkleinern und die Preise hochzuhalten.