Handy-Abos werden schleichend teurer
Bei den grossen Anbietern zahlen treue Kunden besonders kräftig drauf

Immer wieder locken Schweizer Telekom-Unternehmen mit tiefen Aktionspreisen – doch nach Vertragsabschluss kann es für viele Kunden schnell teuer werden. Eine neue Analyse zeigt, wie stark die Preise seit 2023 gestiegen sind. Gerade die Grossen schneiden schlecht ab.
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Handy-Abos werden schleichend teurer: Seit 2023 haben mehrere Telekom-Anbieter ihre Preise teils mehrfach erhöht.
Foto: CHRISTOF SCHUERPF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Salt-Abos seit 2023 um bis zu 16,7 Prozent teurer
  • Bei Sunrise beträgt der Aufschlag bis zu 5.50 Franken pro Monat
  • Treue Kunden zahlen teilweise deutlich mehr als Neukunden
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Ein Franken hier, zwei Franken dort: Auf den ersten Blick wirken die jüngsten Preiserhöhungen der Schweizer Mobilfunkanbieter überschaubar. Über mehrere Jahre summieren sich die kleinen Aufschläge aber, wie eine neue Auswertung des Konsumentenschutzes und des Vergleichsportals Dschungelkompass zeigt.

«Seit rund acht Jahren locken die Anbieter mit immer neuen Aktionspreisen, um Neukunden und -kundinnen zu gewinnen», heisst es darin. Weil diese Strategie die Margen schmälere, würden einige Anbieter die Abo-Preise nach Vertragsabschluss schrittweise erhöhen. Die Analyse zeigt, wo der Anstieg seit 2023 am stärksten ausfällt. Untersucht wurden Handy-Abos mit unbegrenzter Telefonie, SMS und Datennutzung innerhalb der Schweiz. Stichtag für die aktuellen Preise war der 27. August 2026.

Dieser Anbieter drehte am stärksten an der Preisschraube

Prozentual am meisten aufgeschlagen hat Salt: Wer Anfang 2023 das Abo «Swiss Max» für 23.95 Franken abschloss, bezahlt heute vier Stutz mehr. Das entspricht einem Aufschlag von 16,7 Prozent. Salt hat den Preis aber nicht auf einen Schlag auf 27.95 Franken erhöht: Die erste Anpassung erfolgte im September 2023, dann im März 2025 und die jüngste im Juni dieses Jahres. Auf ein Jahr hochgerechnet kostet dieses Abo heute 48 Franken mehr als beim Abschluss Anfang 2023.

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Hinter Salt folgen die Sunrise-Marken Lebara und Yallo mit Aufschlägen von 12,83 respektive 12,50 Prozent. In absoluten Zahlen sticht allerdings die Muttergesellschaft Sunrise hervor. Beim untersuchten Abo «Up Mobile M» stieg der monatliche Preis um ganze 5.50 Franken. Dass Sunrise prozentual trotzdem weiter hinten liegt, hat einen einfachen Grund: Das Sunrise-Abo war mit 59 Franken pro Monat bereits 2023 vergleichsweise teuer. 

Anbieter mit Preisaufschlägen

Abo Ursprünglicher Preis vor erstem Aufschlag Preis August 2026 Aufschlag seit 2023 absolut Aufschlag seit 2023 in %
1. Salt (Swiss Max)23.95 Franken27.95 Franken4.00 Franken 16,70
2. Lebara (Swiss Flat)23.00 Franken25.95 Franken2.95 Franken12,83
3. Yallo (Swiss Flat)24.00 Franken27.00 Franken3.00 Franken12,50
4. Sunrise (Up Mobile M)59.00 Franken64.50 Franken 5.50 Franken 9,32
5. Wingo (Fair Flat)25.00 Franken27.00 Franken2.00 Franken8,00
6. Swisscom (Blue Mobile S)69.90 Franken71.80 Franken1.90 Franken2,72
7. Migros Mobile (Giga)59.00 Franken60.00 Franken1.00 Franken1,69

Treue kann teuer werden

Die Untersuchung zeigt auch: Wer seinem Anbieter jahrelang treu bleibt, fährt nicht zwangsläufig günstiger – im Gegenteil. Während Neukunden mit hohen Aktionsrabatten gelockt werden, bleiben bestehende Kunden häufig in älteren und inzwischen deutlich teureren Tarifen hängen.

Dschungelkompass-Chef Oliver Zadori (43) rät deshalb, Angebote regelmässig zu vergleichen und wenn möglich zu wechseln. Wer seinem Anbieter treu bleiben will, sollte verhandeln: «Neue Kunden gewinnen ist teuer. Die Telekomanbieter gewähren deshalb auf Anfrage oft einen Rabatt, wenn sie die Kunden damit halten können.»

Dass regelmässige Preiserhöhungen kein Naturgesetz sind, zeigt ein Blick auf die Konkurrenz. Gleich mehrere Anbieter haben ihre Preise im betrachteten Zeitraum nicht angehoben. Dazu zählen Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile, GoMo, Lidl Connect, Mucho Mobile, Post Mobile, Quickline, Spusu, Swype und TalkTalk. Der Anbieter Teleboy ist gar günstiger geworden. Interessant dabei: Es sind vor allem die grossen Anbieter, die ihre Abo-Preise erhöht haben. Wohl auch deshalb haben sie bei der Kundenzufriedenheit zuletzt eher schlecht abgeschnitten.

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