Darum gehts
- Hacker haben beim Buchungssystem von TCS Camping Kundendaten gestohlen
- Betrüger nutzen die Daten für Whatsapp-Nachrichten
- Der TCS hat rund 15'000 Campinggäste vorsorglich vor Betrugsversuchen gewarnt
Jetzt haben Cyberkriminelle auch beim Softwareanbieter Camping.Care zugeschlagen. Über das Buchungssystem der holländischen Firma werden unter anderem Reservationen für sämtliche Campingplätze des Touring Club Schweiz (TCS) abgewickelt. Die Hacker nutzten die kritische Sicherheitslücke der Programmiersprache PHP, um Kunden- und Buchungsdaten zu stehlen, wie das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtet.
In einem Schreiben warnt der TCS deshalb rund 15'000 Campinggäste vor möglichen Betrugsversuchen. Einige Kunden erhielten bereits verdächtige Whatsapp-Nachrichten, in denen sich Betrüger auf echte Campingreservationen beziehen. Besonders tückisch: Die Nachrichten enthalten die korrekten Namen, Telefon- und Reservationsnummern der Gäste. Laut einem TCS-Sprecher sind sensible Daten wie Kontoinformationen und IBAN nicht vom Datenklau betroffen.
Sicherheitslücke löst Angriffswelle aus
Camping.Care ist nicht der einzige Softwareanbieter, dem die beiden kritischen PHP-Sicherheitslücken zum Verhängnis wurden. Die Lücken wurden vergangene Woche öffentlich bekannt und sorgten im Netz für Chaos. Cyberkriminelle starteten Millionen von Angriffen. Über die Schwachstellen konnten sie ohne Passwort auf Websites zugreifen, Daten stehlen oder Schadsoftware einschleusen. Als Reaktion nahmen zahlreiche Betreiber ihre Seiten vorsorglich vom Netz – auch in der Schweiz. Darunter der Basler Hostanbieter Cyon oder der St. Galler Softwarelieferant Bexio.
IT-Sicherheitsexperte Marc Ruef warnte bereits vergangene Woche vor einer anstehenden Angriffswelle: «Angreifer zerlegen jetzt mit KI den Quellcode von PHP. Innert weniger Tage können sie damit einen funktionierenden Angriff entwickeln.»
Beim TCS ist die Sicherheitslücke nach eigenen Angaben inzwischen geschlossen. Dennoch warnt die Organisation ausdrücklich vor weiteren Betrugsversuchen. Campinggäste sollten misstrauisch werden, wenn sie über Whatsapp Buchungsdetails, Links oder Zahlungsaufforderungen erhalten. Solche Nachrichten verschicke der TCS nicht über Whatsapp.