Güggeli-Express versteigert – Konkurrent rümpft die Nase
«Von diesem dreckigen Grill hätte ich nie Poulet gekauft!»

Der kultige Güggeli-Express ist pleite. Jetzt werden die Grillwagen mit dem Poulet auf dem Dach in Bassersdorf ZH versteigert. Viele Interessenten sind enttäuscht. Die Fahrzeuge sind alt und dreckig. Und doch liegt schon ein hohes Angebot vor.
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Die kultigen Fahrzeuge vom Güggeli-Express werden versteigert.
Foto: Sven Schumann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 17 alte Güggeli-Wagen des Konkurs gegangenen Güggeli-Express in Bassersdorf ZH versteigert
  • Hygienemängel und schlechter Zustand schrecken Interessenten ab, 104'000 CHF geboten
  • Bieter haben bis 8. Mai Zeit, Angebote bei Konkursverwaltung einzureichen
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Es ist das letzte, traurige Kapitel in der Geschichte des kultigen Güggeli-Express: Die auffälligen Grillwagen mit dem riesigen halben Poulet auf dem Dach kommen am Hauptsitz im zürcherischen Bassersdorf unter den Hammer. Nach dem überraschenden Aus werden sie vom Konkursamt zu Geld gemacht, das dann den Gläubigern zugutekommt. 17 Grillwagen sind zu haben. Bloss: Wer kauft sich einen gebrauchten Lieferwagen mit Grill und Poulet auf dem Dach?

Blick trifft beim offiziellen Besichtigungstermin auf verschiedene Güggeli-Konkurrenten oder andere Fast-Food-Anbieter, die ein Schnäppli machen wollen. Denn: Ein neuer Grillwagen kostet locker über 150'000 Franken – zudem muss man ein Jahr darauf warten. Das macht Occasionen heiss begehrt. 

«Das ist verbranntes Fett»

Als einer der Ersten vor Ort ist Josef Grob (73) vom Konkurrenten Guets Güggeli mit Sitz in Bischofszell TG. Er ist enttäuscht nach dem Augenschein. «Die Fahrzeuge sind in einem schlechten Zustand und sehr dreckig», sagt der Grill-Profi. Er zeigt Blick die kritischen Stellen. «Die schwarzen Ablagerungen am Kamin sind verbranntes Fett», erklärt er.

Für ihn ist klar: «Von diesem dreckigen Grill hätte ich nie Poulet gekauft!» Ersteigern will er keines der Fahrzeuge. «Sie entsprechen nicht unseren Qualitätsansprüchen.» Er könne sich nicht vorstellen, dass die Lebensmittelämter diese Wagen abgenommen haben. «Da haben sie nicht genau hingeschaut», so Grob.

Ali Feras siehts ähnlich. Er ist Geschäftsführer von «Francescos Pizzamobil» aus Effretikon ZH. Feras will sein Geschäft vergrössern, sucht einen neuen Wagen. Nach wenigen Minuten verlässt er den Platz frustriert. Die Fahrzeuge seien alt und dreckig, murmelt er. Sie seien nicht zu gebrauchen. Dann ist Feras weg.

104'000 Franken sind geboten

Gastrounternehmer Asghar Khan betreibt einen Güggelistand am Bahnhof in Aarau. Drei Grill-Wagen schaut er sich ganz genau an. Die Hygienemängel fallen auch ihm auf. Auch den fehlenden Spuckschutz bemängelt er. «So werden die Fahrzeuge wohl kaum abgenommen», sagt er. Ob er dennoch mitbieten will, verrät er nicht. Klar ist aber: Dem Konkursamt liegt bereits ein verbindliches Kaufangebot über 104'000 Franken vor – für alle Lieferwagen.

Karin Suter, die Inhaberin vom Güggeli-Express, schaut dem Treiben auf dem Platz aus dem Hintergrund zu. Sie ist traurig über den Konkurs. «Es hätte nicht so weit kommen müssen», sagt sie zu Blick. Bis zuletzt hat sie für eine Lösung gekämpft – vergeblich. Sie ist aber zuversichtlich, dass alle Grill-Wagen verkauft werden. «Alle grossen Player der Güggeli-Branche waren vor Ort», sagt sie. Das sei ein gutes Zeichen. 

Fahrzeuge sind zu alt

Auch Remo Klöti (59) und Patrik Huber (60) schauen sich die Versteigerung an. Huber war zwölf Jahre Grillmeister beim Güggeli-Express. Nach dem Konkurs liess er sich pensionieren. Sein Kollege Klöti hat wegen des Güggeli-Express-Aus den Job verloren. Einen Neuen gefunden hat er noch nicht. Viele Fahrzeuge seien schon alt, meint er. «Nur jeden Dritten kann man noch einsetzen.»

Die Bieter haben nun bis zum 8. Mai Zeit, ihr Angebot schriftlich bei der Zürcher Konkursverwaltung einzureichen. Diese entscheidet dann, ob sie die Wagen alle zusammen – «en bloc» – oder einzeln verkauft. Falls alle Wagen zusammen verkauft werden, kommt es danach zu einer zweiten Bieterrunde.

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