Darum gehts
- Der Kult-Grill Güggeli-Express aus Bassersdorf ZH ist nach 28 Jahren pleite
- Konkurrenten wie Natura Güggeli und Guets Güggeli übernehmen Standorte und Kundschaft
- Versteigerung der Grillwagen am 17. April am ehemaligen Firmensitz in Bassersdorf
Es ist eine Pleite der emotionalen Sorte: Der Kult-Grill Güggeli-Express ist Geschichte. Die auffälligen Grillwagen mit dem riesigen halben Poulet auf dem Dach gehörten in vielen Gemeinden der Deutschschweiz zum Dorfbild. Seit 1998 standen sie am Strassenrand. Generationen von Handwerkern oder Büroangestellten mit knurrendem Magen haben sich beim Fastfood-Pionier mit Sitz in Bassersdorf ZH mit einem halben Poulet (13 Franken), einem Poulet-Schenkel (7,50 Franken) oder einer deftigen Schweinshaxe (13 Franken) eingedeckt.
Jahrelang haben die Grilleure mit ihren umgebauten Lieferwagen 72 fixe Standorte angefahren. Und sich so eine treue Stammkundschaft aufgebaut. Jetzt wird klar: Viele von ihnen bleiben nicht lange leer, wie der «Zürcher Unterländer» berichtet. Unter den ehemaligen Konkurrenten von Güggeli-Express ist ein heisser Kampf um die umsatzstärksten Standplätze ausgebrochen. Vor allem Natura Güggeli und Guets Güggeli sichern sich die besten Plätze.
Zwei Konkurrenten schlagen zu
Ihre kulinarischen Gewohnheiten umstellen müssen Kundinnen und Kunden allerdings nicht. Beide setzen auf den Klassiker Grillpoulet. Natura Güggeli gehört zum Geflügelproduzenten Frifag aus Märwil TG. Auf der Speisekarte stehen das halbe Poulet, aber auch verschiedene Spiessli und Geflügelwürste. Die 28 Grilleure von Natura Güggeli schwärmen Tag für Tag in 18 Kantonen zu ihren 160 Standplätzen aus.
Konkurrentin Guets Güggeli mit Sitz in Bischofszell TG ist mit 15 Grillmeistern unterwegs. Sie arbeiten als Franchisepartner. Im Angebot: Pouletklassiker, aber auch Schweinshaxen, frische Bratkartoffeln und Maiskolben vom Grill.
Lieferwagen werden versteigert
In Bassersdorf wird derweil das Inventar des Güggeli-Express versteigert. Am 17. April können sich Interessierte am früheren Hauptsitz der Firma die Grillwagen und Geräte besichtigen. Die Zürcher Notariate bieten «sämtliche zum Verkauf stehenden Inventarpositionen ohne jede Gewährleistung und ab Platz zum Verkauf an», heisst es dazu auf der Website der Behörde. Kaufwillige müssen ihre Gebote schriftlich via Formular einreichen.
Noch im Februar wollte Güggeli-Express-Besitzerin Karin Suter den rollenden Grill nach dem Konkurs wieder auf die Strasse bringen. Sie suchte nach Investoren und dachte laut über ein Crowdfunding nach. Auch der Zürcher Promi-Gastronom Michel Péclard (57) zeigte in den Medien Interesse an einer Übernahme. Beide Pläne haben sich nun offenbar zerschlagen.