Darum gehts
- Güggeli-Express ist pleite, rot-weisse Foodtrucks stehen in Bassersdorf ZH
- Überschuldung von 1,14 Millionen Franken führte zum Konkursverfahren
- Seit 1998 an 72 Standorten, Umsatz mit Poulets und Partyservice
28 Jahre lang gehörten sie zum Strassenbild: die rot-weissen Wagen vom Güggeli-Express mit dem übergrossen Brathähnchen auf dem Dach. Jetzt stehen sie sich auf dem Firmenareal in einem Industriegebiet in Bassersdorf ZH die Reifen platt. In den Grills drehen sich keine knusprigen Poulets mehr. Güggeli-Express ist Konkurs. Die über 30 teils langjährigen Grilleure sind ihren Job los.
Wie schlecht es um den Foodtruck-Pionier wirklich stand, zeigen Zahlen des «Zürcher Unterländers». Im Sommer 2025 waren Löhne in der Höhe von mehreren Zehntausend Franken ausstehend. Auf dem Firmenkonto lag nur noch ein mittlerer vierstelliger Betrag. Die Überschuldung war happig: rund 1,14 Millionen Franken. Einer Treuhänderin ist dies bei der Durchsicht der Firmenunterlagen aufgefallen. Sie deponierte schliesslich die Bilanz beim Konkursamt – und hat damit das Liquidationsverfahren ausgelöst.
«Ich habe schlaflose Nächte»
Für Inhaberin Karin Suter ist die Pleite ein Albtraum. «Ich habe schlaflose Nächte und schwanke zwischen Versagensängsten und Hoffnung», sagt sie der Zeitung. Der Anfang vom Ende sei ein Arbeitsunfall gewesen: 2025 brach sie sich bei einem Sturz einen Rückenwirbel. Danach sei die Buchhaltung «nicht mehr immer» auf dem neuesten Stand gewesen. Finanziell sei es ohnehin knapp gewesen. Suter hat den Betrieb im Januar 2022 von ihrem Vater übernommen.
Aufgeben will sie trotz des Konkurses nicht, sondern für den Erhalt des Familienbetriebs kämpfen. Karin Suter hofft, dass sich Investoren finden lassen. Auch ein Crowdfunding kann sie sich vorstellen, wie sie der Zeitung sagt.
Dass sie die Hoffnung nicht aufgibt, erstaunt nicht. Denn das Konzept hat jahrelang bestens funktioniert. Seit 1998 tourten die Wagen durch den Kanton Zürich und darüber hinaus. In den besten Zeiten hielt der Express an 72 Standorten und setzte Millionen um. Die Grilleure haben am Strassenrand halbe (13 Franken) und ganze Poulets (26 Franken) angeboten, aber auch Schenkel (7.50 Franken) und Schweinshaxen (13 Franken). Dazu gab es einen Partyservice mit Würsten, Burgern und Pommes.