Darum gehts
- Das Wallis ist stark von Schneefall betroffen, viele Skigebiete stellen den Betrieb ein
- Die Skigebiete Glacier 3000 und Saas-Fee erstatten Tickets bei Ausfällen zurück
- Grächen bietet Rückerstattung nur bei Zusatzversicherung an
Der Winter ist nun so richtig über die Schweiz hereingebrochen. Seit Wochenbeginn hat es in den Bergen kräftig Neuschnee gegeben. Die Schneewalze hat Lawinen ausgelöst, gewisse Ortschaften sind von der Aussenwelt abgeschnitten. Stark betroffen ist insbesondere das Wallis.
Dort mussten einige Skigebiete am Dienstag den Betrieb komplett einstellen. Der Schneefall war zu stark, die Winde zu heftig, die Lawinengefahr zu gross. Und das ausgerechnet während der einträglichen Sportferien. Entsprechend mussten viele Feriengäste ihren Skitag trotz gültigem Ticket abblasen. Für sie gibt es nun eine frohe Botschaft: Gerade die grossen Walliser Destinationen zahlen das Geld zurück – aber nicht alle.
Kulanz bei Glacier 3000 und in Saas-Fee
Im Skigebiet Glacier 3000 VD/VS stehen die Anlagen wegen des Wetters seit einigen Tagen still. Auch jetzt ist dort kein einziger Skilift geöffnet, was die Feriengäste ärgern dürfte. Dafür zeigt man bei der Westschweizer Destination, deren Lifte bis auf 3000 Meter über Meer hinauf gehen, Verständnis: «Wir verstehen, dass einige Kunden, die bei uns Ski fahren wollten, unzufrieden sein könnten, aber auf 3000 Metern Höhe entscheidet der Berg mehr als anderswo», sagt ein Sprecher gegenüber Blick.
Aus diesem Grund haben die Skipässe bei Glacier 3000 kein Ablaufdatum. Sind die Lifte zu, kann man das Ticket an einem anderen Tag in der gleichen Wintersaison nutzen. Wer von weiter weg für die Ferien anreist und den Aufenthalt nicht verschieben kann, bekommt das Geld zurück. «Dann erstatten wir den gesamten Skipass», sagt der Sprecher.
Kulant ist man auch bei der Saastal Tourismus AG, der Betreiberin der drei Skigebiete Saas-Fee, Saas-Grund und Saas-Almagell. Dort standen am Dienstag die Skilifte ebenfalls still. Tages- und Mehrtagespässe von Saastal Tourismus sind automatisch über eine Skipass-Versicherung abgesichert. «Bleiben sämtliche Anlagen eines Gebiets während eines ganzen Tages ausser Betrieb, erfolgt gemäss Versicherungsbedingungen eine vollständige Rückerstattung des betroffenen Tages», heisst es hier auf Anfrage von Blick.
In Grächen hilft nur die Zusatzversicherung
Weniger Glück haben die Skifahrer und Snowboarderinnen in Grächen VS, wo am Dienstag ebenfalls kein Betrieb möglich war. «Grundsätzlich erstatten wir Skipässe bei Betriebsausfällen nicht zurück», teilt eine Sprecherin gegenüber Blick mit. Das Skigebiet bietet aber zusätzlich eine Skipass-Versicherung für drei Franken pro Tag an. Wer diese kauft, bekommt das Geld vom Versicherer zurück, wenn der Skitag ins Wasser fällt. Ohne diese Versicherung geht man in Grächen aber leer aus – ausser in Spezialfällen: «Bei längeren Ausfällen wird situativ in Rücksprache mit dem CEO entschieden, wo, wie und welche Kulanz wir anwenden.»
Für den Ausfall am Dienstag gibt es aber kein Geld zurück. Dafür stellte die Destination kurzfristig ein Alternativprogramm auf die Beine – unter anderem mit einer Filmvorführung und einem Konzert der lokalen Gugge.
Vorher war der Schneemangel ein Problem
Bis vor kurzem hatten die hiesigen Winterorte noch mit Schneemangel zu kämpfen. Weil die weisse Pracht an vielen Orten fehlte, konnten Skigebiete nicht alle Pisten betreiben – was bei Gästen ebenfalls für Ärger sorgte, weil die Ticketpreise in den meisten Fällen nicht billiger waren.
Das Problem für die Skigebiete: Zu wenig Schnee macht den Betrieb oft teurer, schliesslich muss man dann mehr Pisten beschneien. Darum dürften sich die Destinationen über die neue weisse Ladung von oben freuen, auch wenn dafür vereinzelt einige Skitage wegfallen.