Darum gehts
- Steven Heidegger erpresste Sandoz-Erben um 2 Millionen Franken
- Er behauptete, Insiderwissen über Steuervergehen zu besitzen, drohte mit Enthüllungen
- Prozess gegen Heidegger und möglichen Mittäter Fritz Schiesser im August 2026
Ein Meisterganove, ein millionenschwerer Familienclan und ein Netz aus Lügen: Die Geschichte um Steven Heidegger liest sich wie ein Krimi. Laut «Tages-Anzeiger» schaffte es der 32-jährige Ostschweizer, die Sandoz-Dynastie um insgesamt zwei Millionen Franken zu erleichtern.
Die Erben der Sandoz-Familienstiftung zählen zu den reichsten Schweizern, ihr Vermögen wird auf rund acht Milliarden Franken geschätzt. Bereits im April 2024 begann Heidegger, sich als «Mister X» auszugeben und die Sandoz-Stiftung mit Insiderinformationen über vermeintliche Steuervergehen in Frankreich zu erpressen. Trotz früherer Steuerprobleme, die laut Stiftung längst gelöst waren, sah die Familie sich plötzlich mit einer Welle von Drohungen konfrontiert.
Im August vor Gericht
Einer der Erben, Pierre Landolt (76), ein ehemaliges Schwergewicht im Sandoz-Clan, fiel auf Heidegger herein. Der Schwindler überzeugte ihn, insgesamt zwei Millionen Franken zu zahlen – angeblich, um die Veröffentlichung sensibler Dokumente zu verhindern. Heidegger, der vorgab, Kontakte zur Pariser Staatsanwaltschaft und sogar zu den Hells Angels zu haben, erfand immer wildere Geschichten.
Zuvor soll Heidegger bereits Fritz Schiesser (72), alt FDP-Ständerat und ehemaliger Präsident der Sandoz-Stiftung, mehrere Millionen Franken abgenommen haben. Heidegger und Schiesser standen in einem engen Verhältnis. Die Dokumente, die Grundlage für die Erpressung der Sandoz-Erben waren, stammten aus Schiessers Aktenschrank. Schiesser muss sich als mutmasslicher Mittäter gemeinsam mit Heidegger im August 2026 vor Gericht verantworten. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.