Darum gehts
- Lufthansa verlangt für die meisten Economy- und Premium-Economy-Passagiere neu Gebühren für Sitzplatzwechsel beim Check-in
- Anpassung ist auch bei der Tochter Swiss gültig
- Gebührenhöhe ist nicht pauschal festgelegt
Die Lufthansa schraubt erneut an den Gebühren für ihre Fluggäste: Diesmal wird der Sitzplatzwechsel teurer. Für bestimmte Passagiere, die in der Economy- oder Premium-Economy-Klasse reisen, kostet es seit dem 1. Juli extra, wenn sie ihren zugewiesenen Sitzplatz beim Check-in ändern möchten. Darüber berichtet das Reiseportal Reisetopia.
Der deutsche Airline-Konzern kündigte die neue Gebühr in einer Mail an seine Vertriebspartner an. Die betroffenen Passagiere müssen jetzt auch das Portemonnaie öffnen, wenn sie auf einen Sitz in derselben Preiskategorie wechseln möchten – bislang war dies in den meisten Economy- und Premium-Economy-Tarifen kostenlos möglich. Die Sitzplatzwechsel-Gebühr gilt auch bei den Lufthansa-Töchtern, also auch bei der Swiss.
Vorher zahlte nur drauf, wer Billig-Tarif gebucht hatte
«Gäste der Economy- und Premium-Economy-Class erhalten beim Check-in automatisch und kostenfrei einen Sitzplatz zugewiesen», erklärt ein Lufthansa-Sprecher das Prinzip gegenüber Blick. «Gebühren fallen ausschliesslich dann an, wenn Gäste den automatisch zugewiesenen Sitzplatz aktiv gegen einen anderen tauschen möchten.» Dies gilt nun auch für den Comfort-, den Comfort-Plus- und den Green-Tarif. Für den preiswertesten Light-Tarif besteht eine solche Regelung bereits seit 2024. Wie hoch die Gebühren ausfallen, sei nicht pauschal festgelegt, erklärt eine Sprecherin der Swiss.
Wer bereits vorab einen Sitzplatz reserviert hat, kann diesen innerhalb derselben Sitzplatzkategorie weiterhin kostenlos ändern. Und: Auch beim teuren Flex-Tarif, der maximale Flexibilität bei der Reise garantieren soll, «bleibt die Sitzplatzwahl grundsätzlich kostenfrei», so der Lufthansa-Sprecher zu Blick. Ebenso sind bestimmte Vielflieger wie HON-Circle-Members und Senators von der Änderung ausgenommen.
Hickhack bei den Gebühren
Bereits im April sorgte die Lufthansa mit einem Gebührenaufschlag für Aufsehen: Für gewisse Langstrecken führte sie saftige Stornierungsgebühren ein. Sie bewegten sich zwischen 600 und 2000 Euro und betrafen hauptsächlich den Flex-Tarif. Die Swiss übernahm die Änderung, und machte damit einige treue Vielflieger hässig.
Zwei Monate später waren die Zusatzgebühren aber bereits Geschichte. Der Flex-Tarif wurde wieder gebührenfrei. Der Grund für das Hin und Her: der Konflikt im Nahen Osten. «Im Frühling 2026 waren die Regeln für Ticket-Rückerstattungen wegen einer besonderen Situation strenger. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt», sagte ein Swiss-Sprecher im Juni zu Blick. Und auch die Lufthansa betonte: Die operativen Rahmenbedingungen hätten sich wieder stabilisiert, man habe die Tarife temporär «vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfelds» eingeführt. Ob die neue Sitzplatzgebühr ebenfalls nur eine vorübergehende Massnahme ist?