Abgang von langjährigem Präsident
Swiss verliert weitere Entscheidungsgewalt an Konzernmutter Lufthansa

Swiss-Präsident Reto Francioni gibt seinen Posten nach zehn Jahren ab. Der frühere CEO Dieter Vranckx soll übernehmen. Das bedeutet eine weitere Machtverschiebung von Zürich zur Konzernzentrale in Deutschland.
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Reto Francioni räumt den Präsidentensessel der Swiss.
Foto: PR

Darum gehts

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Marc Kowalsky
Bilanz

Zehn Jahre war Reto Francioni VR-Präsident der Swiss, jetzt stellt er sich nicht mehr zur Wiederwahl. Es sei «die richtige Zeit gekommen, die Führung des Verwaltungsrates in andere Hände zu übergeben. Die zurückliegenden zehn Jahre waren eine intensive Zeit», so die offizielle Wortwahl.

Die Wahrheit ist eine andere: Letztes Jahr wurden zahlreiche Kompetenzen von Zürich zur Muttergesellschaft Lufthansa Group (LHG) verlagert, etwa was Routing, Pricing oder die IT angeht. Die Swiss entscheidet nur noch über das Bordprodukt, die Lounges und die Schulungen. «Reto Francioni wollte das nicht mitmachen, er stand immer für die Swissness der Swiss», hört man aus seinem Umfeld. So soll er seinen Entscheid denn auch bereits in der zweiten Hälfte des letzten Jahres getroffen haben. Anspruch auf Freiflüge wird er nun nicht mehr haben. Bislang hat er laut Swiss davon ein oder zwei Mal im Jahr Gebrauch gemacht.

Artikel aus der «Bilanz»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

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Ehemaliger CEO übernimmt

Dass Francionis Nachfolger der bisherige Vizepräsident Dieter Vranckx wird, passt ins Bild. Er war 2021 bis 2024 CEO der Swiss, heute ist er hauptberuflich Chief Commercial Officer der LHG, zuständig für eine ganze Reihe von Gebieten: globale Märkte, kommerzielle Steuerung der Hubs, Customer Experience und Konzernmarkenführung. Damit verschiebt sich noch mehr Macht von Zürich nach Frankfurt. Bisher waren mit Rolf Jetzer,Walter Bosch (interimistisch), Bruno Gehrig und Francioni alle Swiss-Präsidenten Schweizer. Das bleibt so: Vranckx, gebürtiger Belgier, wohnt seit 2013 in der Schweiz und wurde inzwischen eingebürgert. Sein Heimatort ist Birr AG, auch wenn er an der Zürcher Goldküste ansässig ist.

Ex-CEO und Vizepräsident Dieter Vranckx rückt auf Francionis Position nach.
Foto: Gaetan Bally

Zugutehalten kann man Vranckx, dass die Swiss auch dank seines Einflusses gewisse Privilegien im Konzern hat: Sie ist die Premium-Airline der Gruppe, kann als erste die neuen Airbus A-350 einflotten und hat kürzlich ein neues Kabinen- und Verpflegungskonzept nach eigenen Wünschen bekommen.

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