Darum gehts
- Hotel Tenigerbad seit 50 Jahren leer, Zürcher Investoren planen Wiederbelebung
- Pläne umfassen Hotel, Wohnungen, Restaurant als Gegenpol zum hektischen Alltag
- Hotel Scaletta wird für 14,5 Mio. Franken saniert, 36 Zimmer geplant
Fast 50 Jahre steht das Kurhotel Tenigerbad bereits leer. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen am riesigen Hotelkomplex im Bündner Val Sumvitg. Das Dach der grossen Terrasse ist verrostet, die Holzbalkone hängen schief herunter. Böden im Inneren des markanten Hotelbaus von 1909 sind morsch – der Zutritt ist verboten. Fans von Lost Places kümmert das nicht. Sie gehen im wichtigen Zeugen der Schweizer Tourismusgeschichte ein und aus. Das Tenigerbad ist einer der bekanntesten Lost Places der Schweiz.
Jetzt nehmen zwei Zürcher Investoren einen neuen Anlauf, um einen Teil der Hotelanlage auf 1300 Metern über Meer zu retten. Tony Meier und Sven Patrick aus Eglisau ZH wollen nichts weniger, als das historische Hotel wachzuküssen, wie das Onlineportal Zueriunterland24.ch berichtet. Sie planen einen Ferienort mit Hotel, Wohnungen und Restaurant. Die Abgeschiedenheit des Hauses auf 1300 Metern über Meer wollen sie nutzen und zum Programm machen. Das Konzept: Ein Aufenthalt im Tenigerbad soll ein Gegenpol zum hektischen Alltag sein.
Verschiedene Rettungsversuche gescheitert
Im Val Sumvitg gab es immer wieder Rettungspläne. Zuletzt übernahm eine Investorengruppe 2023 das Tenigerbad. Sie hatten grosse Ideen, umgesetzt wurde nichts. In den Siebzigerjahren wurde das Hotel letztmals modernisiert. Der 2015 verstorbene Ernst-Ludwig Schultz hegte grosse Pläne für das Tenigerbad. Der Geschäftsmann aus Frankfurt (D) hatte das bereits damals leerstehende Bad in den 70er-Jahren gekauft und massiv ausgebaut. Doch die Wiederbelebung dauerte nur von 1974 bis 1977, alle späteren Versuche, erneut Gäste ins Tenigerbad zu bringen, scheiterten. Seither steht das Hotel leer.
Dass Rettungspläne mit Lost Places durchaus auch erfolgreich sein können, zeigt sich in Scuol GR. Dort hat das Stimmvolk eine Vorlage angenommen, die die legendäre Büvetta Tarasp wiederbeleben will. Die historische Trinkhalle in Scuol GR ist seit 2006 wegen Steinschlaggefahr geschlossen. Das Gebäude mit Baujahr 1875 liegt idyllisch am Ufer des Inn.
In der Büvetta sprudeln die beiden Mineralquellen Lucius und Emerita. Sie sind die reichhaltigsten Mineralquellen im Unterengadin, Lucius gar die stärkste Europas. Das hat sie im 19. Jahrhundert zu einem mondänen Treffpunkt der Reichen und Schönen gemacht. An diese Tradition will man nun wieder anknüpfen – und so Touristen anlocken.
Hotel Scaletta stand 14 Jahre leer
Auch in S-chanf GR gehts aufwärts mit einem historischen Objekt. Das Hotel Scaletta wird derzeit aufwendig renoviert. Es stand 14 Jahre lang leer und drohte zu verlottern. Jetzt wird es für 14,5 Millionen Franken saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 16. Jahrhundert soll wiederbelebt werden. Und im Winter 2026/27 mit 36 Zimmern eröffnen.
Das Haus hat künftig auch ein Restaurant mit Sonnenterrasse und flexible Räume für Veranstaltungen, so die Vision. Das Projekt ist wichtig für die ganze Region. Schon während der zweijährigen Bauzeit entstehen 20 Arbeitsplätze. 95 Prozent der Finanzierung sind gesichert. Betrieben wird das Hotel später von der Schweizer Reisekasse Reka.