Darum gehts
- Strompreise in der Schweiz sinken 2027 auf unter 27 Rappen
- In Rickenbach TG sparen Haushalte bis zu 280 Franken jährlich
- In Kaisten AG steigen Kosten auf 37,89 Rappen, 50 Prozent über schweizweitem Schnitt
Viele Haushalte können sich freuen: Der Strompreis sinkt gemäss aktuellen Hochrechnungen 2027 erneut und dürfte auf unter 27 Rappen pro Kilowattstunde fallen. Die Anbieter konnten den Strom wieder günstiger einkaufen. Ein typischer Vierpersonenhaushalt, der im Jahr 4500 Kilowattstunden verbraucht, würde damit rund 50 Franken weniger für Strom bezahlen.
Offiziell und für alle Gemeinden informiert die Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom am kommenden Dienstag über die Strompreise. Ein Blick auf die bisher publizierten Tarife zeigt: In vielen Gemeinden sinken die Tarife – im Extremfall gar um 25 Prozent. Andernorts kommt es zu empfindlichen Aufschlägen. Und bei einigen Anbietern bleiben die Preise zwar stabil, aber auf hohem Niveau.
Region Ostschweiz
Besonders stark profitieren die Haushalte bei der Rickenbach Elektrizitätsversorgung TG: Der Preis für eine Kilowattstunde sinkt dank deutlich günstigerem Einkauf und der Abschaffung der Tag- und Nachtarife um rund 25 Prozent. Das führt bei einem typischen Haushalt zu einer Ersparnis von etwa 280 Franken pro Jahr. Dabei hilft auch, dass Tarife und Abgaben an die nationale Netzgesellschaft Swissgrid und für die Winterstromreserve für alle Anbieter um ein Viertel gesenkt werden.
In der Stadt Frauenfeld TG sinkt der Tarif im zweistelligen Prozentbereich. Ein Vierpersonenhaushalt spart damit fast 200 Franken pro Jahr. Bei den Stadtwerken Gossau korrigiert der Preis ebenfalls zehn Prozent nach unten.
In den Gemeinden im Bündner Rheintal kommt es zu einem kleinen Strompreis-Schocker: plus 13 Prozent. Das macht bei einem Vierpersonenhaushalt 150 Franken pro Jahr. Der Preis für eine Kilowattstunde liegt aber nach wie vor nur leicht über dem Schweizer Schnitt. Im Jahr muss der genannte Haushalt etwa 1300 Franken berappen.
Hoch geht es auch bei den St. Galler Stadtwerken. Je nach Wohnungsgrösse liegen die Mehrkosten bei etwa 3 bis 6 Prozent.
Region Mittelland
In den Aargauer Gemeinden Zofingen und Strengelbach tauchen die Ausgaben wie im letzten Jahr im Schnitt um etwa 10 Prozent: Da bleiben bei einem Vierpersonenhaushalt gut 140 Franken im Portemonnaie hängen. Knapp unter der 100-Franken-Marke liegt die Einsparung bei Regio Energie Solothurn.
Im Kanton Bern profitieren dank einer Preissenkung um 7,6 Prozent beim Grossversorger BKW besonders viele Menschen: Ein typischer Haushalt spart etwa 95 Franken.
In Kaisten AG hingegen wird es noch teurer: Dort kostet die Kilowattstunde nach einem Anstieg um 6,1 Prozent neu 37,89 Rappen. Ein Vierpersonenhaushalt zahlt damit erwartungsgemäss etwa 1850 Franken für seinen jährlichen Stromverbrauch. Das liegt etwa 50 Prozent über dem Schweizer Schnitt.
Ein Sonderfall ist die Gemeinde Kestenholz SO: Der lokale Energieversorger hat bei den hohen Preisen Ende 2022 aus Panik einen 10-Jahres-Vertrag abgeschlossen und versucht nun, vor Gericht aus dem Vertrag herauszukommen. Ein Vierpersonenhaushalt zahlt gemäss Website im nächsten Jahr immer noch rund 1960 Franken pro Jahr.
Region Zürich
In der Stadt Zürich bleibt der Strompreis stabil, bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich hingegen geht er leicht herunter. Beim Stadtwerk Winterthur ZH beträgt die Ersparnis im Vierpersonenhaushalt rund 108 Franken.
Deutlich nach oben geht es bei den Gemeindewerken Fällanden: Nach einem Preissprung von knapp 13 Prozent zahlt ein Haushalt bei einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden künftig rund 1315 Franken pro Jahr.
Bei einigen Anbietern schlagen Investitionen in die Netzinfrastruktur schwer ins Gewicht. Darunter fallen beispielsweise Stromzähler, aber auch notwendige Netzausbauten, weil auf immer mehr Dächern Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Im Winter führt zudem die Umrüstung auf Wärmepumpen zu deutlichen lokalen Verbrauchsspitzen.
Bei AEW Energie treiben eben diese Investitionen ins Netz den Strompreis um 7 Prozent in die Höhe. Eine Kilowattstunde kostet neu knapp 30 Rappen. Betroffen davon sind Gemeinden am Zürichsee und im Aargau. Bei einem Vierpersonenhaushalt macht das knapp 90 Franken Mehrkosten im Jahr.
Region Zentralschweiz
CKW-Kunden in der Zentralschweiz dürfen sich über eine Senkung um 2,5 Prozent auf 24,67 Rappen pro Kilowattstunde freuen. In der Stadt Luzern sinkt der Tarif um rund 7,5 Prozent – was beim typischen Haushalt knapp 100 Franken ausmacht. Das Elektrizitätswerk Schwyz reduziert den Tarif etwa um 3 Prozent.
Vergleichbar hoch ist die Ersparnis in einem Vierpersonenhaushalt beim EW Ursern UR. Die Einwohner in Andermatt, Realp und Hospental profitieren von einem Preisrückgang von gut 8 Prozent.