Darum gehts
- DSM-Firmenich streicht weltweit 230 Stellen, 50 davon in Aargau.
- China dominiert Vitaminproduktion: 80 % weltweit, 90 % bei Vitamin C.
- 1000 Angestellte in Sisseln, 200 in Kaiseraugst betroffen vom Druck.
Schon wieder ein Rückschlag für den Schweizer Werkplatz: Der schweizerisch-niederländische Konzern DSM-Firmenich baut weltweit 230 Stellen in seinem Geschäft mit Vitaminen und Tierernährung ab. Auch die Schweiz bleibt nicht verschont: 50 Jobs in Sisseln AG und Kaiseraugst AG fallen weg, wie das Unternehmen gegenüber SRF bestätigt.
Im Fricktal ist DSM-Firmenich ein bedeutender Arbeitgeber. Rund 1000 Menschen arbeiten derzeit in Sisseln, weitere 200 in Kaiseraugst. Das Werk in Sisseln betreibt unter anderem eine der weltweit grössten Produktionsanlagen für Vitamin E.
Doch das Geschäft steht massiv unter Druck. Grund ist vor allem die Konkurrenz aus China, wo deutlich günstiger produziert wird. Nach Angaben von SRF stammen bei den wichtigsten Vitaminen inzwischen rund 80 Prozent der weltweiten Produktion aus China. Bei Vitamin C sind es sogar 90 Prozent.
China gefährlicher als US-Zölle
DSM-Firmenich ist kein Einzelfall. Chinesische Unternehmen setzen Schweizer Firmen schwer zu. Und dieser Druck wird grösser und grösser. Zu diesem Schluss kommt auch eine aktuelle Analyse der UBS. Die US-Zölle seien gar nicht die grösste Herausforderung der Schweizer Wirtschaft. Diese liege vielmehr im «rasanten industriellen und technischen Aufstieg Chinas», wie die Grossbank schreibt.
«Die US-Zölle stellen für viele exportorientierte Unternehmen zwar eine spürbare Belastung dar», erklärt UBS-Ökonom Maxime Botteron in der Analyse. Der Effekt sei aber verkraftbar. Die grössere Gefahr sieht die UBS laut dem Report deshalb nicht im Westen, sondern im Osten. Chinesische Unternehmen würden in vielen Branchen eine ernsthafte Konkurrenz darstellen. Gleichzeitig würden Überkapazitäten und eine schwache Binnennachfrage in China den Druck auf internationale Märkte verstärken.
DSM-Firmenich begründet den Stellenabbau mit «veränderten Marktbedingungen». Die Massnahmen sollen die «langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärken». Nun laufen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern. Man prüfe Möglichkeiten, um die Folgen für die Beschäftigten zu begrenzen.