Darum gehts
- Möbel Schnetzer in Gossau SG schliesst nach 56 Jahren wegen Konkurs
- Neun Mitarbeitende verlieren Job, Probleme seit 2015 durch Eurokurs und Corona
- Ähnliche Schliessungen: Möbel SIZ in Visp VS und Laubscher in Studen BE
Kleine Möbelhäuser haben in der Schweiz einen schweren Stand. Die Zeiten, in denen man sich in der Region Möbel gekauft hat, die einen dann das Leben lang begleitet haben, sind vorbei. Kundinnen und Kunden wollen sich ihr Zuhause immer wieder neu einrichten. Die Möbel müssen modern – und vor allem billig sein. Grosse internationale Ketten wie Ikea oder XXXLutz setzen den Kleinen zu. Die Branche steht unter grossem Druck.
Bei Möbel Schnetzer in Gossau SG gehen nun die Lichter aus. Nach 56 Jahren ist das in der Region bekannte Einrichtungshaus konkurs, wie das Onlineportal Gossau24 zuerst berichtet hat. Das Konkursamt hat die Verkaufsräume versiegelt, die Website ist offline. Wie es mit den restlichen Möbeln weitergeht, entscheiden nun die Behörden. «Ich habe mein Lebenswerk verloren», sagt Inhaber Markus Gadola (57) dem «St. Galler Tagblatt».
Probleme begannen 2015
Für Gadola kommt das Aus nicht überraschend. Die Probleme hätten sich über Jahre aufgebaut. Bis 2015 seien die Geschäfte gut gelaufen. Dann habe die Aufhebung des Euro-Mindestkurses den ersten grossen Einbruch gebracht. Während der Corona-Pandemie florierte das Geschäft zwar kurzfristig, weil viele Kunden in Haus und Garten investierten. Doch der Boom war nicht nachhaltig.
«Wir hatten immer gehofft, dass es wieder aufwärtsgeht», sagt Gadola dem «St. Galler Tagblatt». Nach monatelangem Kampf habe man nun aber «die Reissleine ziehen» müssen. Die neun Angestellten verlieren ihren Job. Bis zuletzt haben sie versucht, am Hauptsitz in Gossau, wo auf 5000 Quadratmetern vom Bett über den Stubentisch bis hin zum Sofa das ganze Sortiment angeboten wurde, das Steuer herumzureissen. Erfolglos, wie sich nun zeigt.
Lichterlöschen auch in Visp
Möbel Schnetzer ist kein Einzelfall. Schon im März hat das Möbelhaus SIZ in Visp VS sein Aus bekanntgegeben. Inhaber Bruno Imboden (65) hat keine Nachfolgelösung gefunden, deshalb schliesst er das traditionsreiche Einrichtungshaus nach 65 Jahren. Alle Angestellten verlieren ihren Job und müssen sich neu orientieren. Wehmütig bedankt sich Imboden in einem offenen Brief auf der Homepage bei seinen Leuten.
«Ein Unternehmen ist nur so stark wie sein Team», schreibt er. Dass Möbel SIZ über Jahrzehnte erfolgreich bestehen konnte, verdanke er massgeblich seinen langjährigen, engagierten und loyalen Mitarbeitern. «Für diesen unermüdlichen Einsatz danke ich euch von Herzen. Ich wünsche euch für eure berufliche und private Zukunft alles Gute.»
Bereits Ende 2025 hat das Möbelhaus Laubscher in Studen BE seine Türen für immer geschlossen – nach 60 Jahren. In guten Jahren machte es bis zu 10 Millionen Franken Umsatz – bis die Corona-Pandemie den Markt durchrüttelte und die Karten neu mischte. «Ich höre mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf», sagte Besitzerin Luisiana Steffen (53) zu Blick. Und weiter: «Der Markt hat sich so stark verändert, da können wir nicht mehr mithalten. Der Abschied ist traurig», sagt sie. Betont aber: «Wir haben keine Schulden, die Angestellten haben alle eine gute Anschlusslösung und die Garantieleistungen sind gesichert.»