Die Google-Falle
Wie Fake-Websites Schweizer Touristen abzocken

Wer für das Kolosseum in Rom oder den Louvre in Paris im Internet nach Tickets sucht, landet oft bei professionellen Abzockern. Eine aktuelle Recherche zeigt das Ausmass dieser Ticketfallen.
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22 Euro kostet offiziell der Eintritt in den Louvre – die Fake-Websites verlangen bis zu 76 Euro.
Foto: DELPHINE GOLDSZTEJN/MAXPPP/LP/KEYSTONE

Darum gehts

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Raphael Brunner
Beobachter

Es ist grundsätzlich ein guter Plan, Tickets für beliebte Sehenswürdigkeiten bereits im Voraus online zu buchen. So lassen sich Schlangen an den Tageskassen umgehen. Doch sollten sich Onlinebucherinnen und -bucher vor Fallen vorsehen.

Kopierte Logos und Originalwappen

Wer über Google nach Tickets für das Kolosseum in Rom, den Louvre in Paris oder die Alhambra bei Granada sucht, erhält als erste Suchergebnisse nicht die Websites der Sehenswürdigkeiten angezeigt, sondern Sites von professionellen Abzockern. Diese kommen bewusst so daher, als handle es sich um die offizielle Verkaufsstelle für die Sehenswürdigkeit. Sie kopieren Logos, verwenden Originalwappen und haben Internetadressen, die den echten Portalen täuschend ähnlich sind.

Artikel aus dem «Beobachter»

Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

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Die Site Louvre-museum-tickets.org verlangt 76 Euro für den Eintritt ins Pariser Museum, die Site Lelouvreticket.com 34 Euro. Auf der offiziellen Website Louvre.fr kostet er 22 Euro. Um den Kauf schnell abzuschliessen, setzen die Fake-Websites die Kunden zusätzlich mit Zeitlimits unter Druck. Etwa so: «Achtung: Tickets sind binnen Minuten ausverkauft, kaufen Sie jetzt Ihr offizielles Ticket.» Gemäss Erfahrungsberichten im Netz erhielten viele Käufer gar keine Tickets, andere solche mit falschen Zeitslots.

Bei Google eingekaufte Plätze

Der Trick funktioniert über Google Ads: Die Hintermänner kaufen sich bei Google teure Werbeplätze ganz oben in den Suchresultaten. Weil sie Google bezahlen, stehen sie noch vor den echten Websites. Über 83 Prozent ihrer Besucher locken sie über diese Anzeigen an. Das zeigt eine Recherche des nordamerikanischen Investigativportals Indicator und der spanischen Faktencheck-Website Maldita.es. Sie haben 20 Fake-Websites zu berühmten Sehenswürdigkeiten weltweit untersucht. Im Schnitt verlangen die Portale das 2,5-Fache des regulären Preises.

Hinter den 20 untersuchten Fakeportalen stehen laut der Recherche von Indicator und Maldita.es nur zwei spanische Anbieter. Diese wechseln regelmässig ihre Namen (zum Beispiel Feel the City oder My Top Tour), um schlechten Bewertungen auf Plattformen wie Trustpilot zu entkommen. Der geschätzte jährliche Schaden beläuft sich gemäss den spanischen Konsumentenschützern allein bei diesen Netzwerken auf 2,1 bis 2,4 Millionen Euro.

Jungfraujoch und Schloss Chillon (noch?) verschont

Die gute Nachricht für die Ferien in der Schweiz: Hiesige Tourismus-Hotspots sind von dieser Masche bisher verschont geblieben. Wer nach Tickets für das Jungfraujoch, das Verkehrshaus Luzern oder das Schloss Chillon googelt, landet zuverlässig auf den echten Buchungssites. Das zeigt ein Selbstversuch des Beobachters.

Der Schweizer Markt ist für die spanischen Abzocker offenbar zu wenig lukrativ. Trotzdem ist es immer ratsam, bei Ticketkäufen im Internet wachsam zu sein.

So schützt du dich vor überteuerten Tickets
  • Ignoriere «Gesponsert»-Links: Die obersten Plätze bei Google sind gekaufte Werbung. Scrolle immer weiter nach unten zu den Suchtreffern ohne Anzeigenkennzeichnung.
  • Prüfe die Domainendung: Offizielle Websites europäischer Staatsmuseen enden meist auf die Landeskennung (zum Beispiel .fr für Frankreich, .it für Italien). Vorsicht bei .org oder bei Bindestrich-Kreationen.
  • Preischeck vor dem Klick: Schaue in einem Reiseführer oder auf offiziellen städtischen Tourismusportalen nach, was der reguläre Eintritt kostet, bevor du deine Kreditkartendaten eingibst.
  • Ignoriere «Gesponsert»-Links: Die obersten Plätze bei Google sind gekaufte Werbung. Scrolle immer weiter nach unten zu den Suchtreffern ohne Anzeigenkennzeichnung.
  • Prüfe die Domainendung: Offizielle Websites europäischer Staatsmuseen enden meist auf die Landeskennung (zum Beispiel .fr für Frankreich, .it für Italien). Vorsicht bei .org oder bei Bindestrich-Kreationen.
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