Das letzte Wort haben die Stimmbürger
Bündner Krisenspital will 50 Angestellte entlassen

Mit dem Jobabbau möchte das Spital in Samedan GR das Aus abwenden. Weil die Betreiberin bald zahlungsunfähig ist, soll jetzt eine neue Trägerschaft her. Die beteiligten Gemeinden stimmen in den nächsten Monaten darüber ab.
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Das Spital Oberengadin in Samedan ist das zweitgrösste in Graubünden nach dem Kantonsspital in Chur.
Foto: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Darum gehts

  • Das Spital Oberengadin in Samedan muss 50 Mitarbeiter entlassen
  • Es ist die letzte Chance auf eine mögliche Rettung der Gesundheitsversorgung in der Region
  • Sieben Gemeinden müssen bis März der Gründung einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zustimmen
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Das Spital Oberengadin in der Bündner Gemeinde Samedan steckt voll in der Krise. Es droht das Aus. Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO), die das zweitgrösste Spital im Kanton Graubünden betreibt, hat nun drastische Massnahmen beschlossen. 50 Angestellte sollen ihren Job verlieren, berichtet SRF. Es ist die letzte Chance für eine mögliche Rettung. 

Weil der Stiftung voraussichtlich Ende März die Zahlungsunfähigkeit droht, braucht es eine neue Trägerstruktur. Diese soll die Verantwortung, Finanzierung und Steuerung verbindlich regeln. Infolge dieser Umstrukturierung seien die Entlassungen im Spital notwendig, erklärte die SGO laut SRF am Mittwoch an einem Infoanlass in der Gemeinde Pontresina GR. Dies wäre immerhin besser, als wenn der Betrieb ganz dicht machen muss – und alle 350 Mitarbeitenden auf der Strasse landen.

Sieben Gemeinden müssen zustimmen

Noch müssen mindestens sieben der elf beteiligten Oberengadiner Gemeinden grünes Licht für die Gründung und Übernahme der neuen öffentlich-rechtlichen Anstalt namens Sanadura geben. Ansonsten komme es «zur endgültigen Schliessung und Liquidation aller SGO-Betriebe», so die Stiftung. Die Abstimmungen finden im Februar und März statt.

Im November 2025 lehnten die beteiligten Gemeinden eine Übergangsfinanzierung von knapp 51 Millionen Franken ab, um Betriebsdefizite zu decken und Bankdarlehen zurückzuzahlen. Anfang Dezember gewährte das Regionalgericht Maloja der strauchelnden Stiftung SGO einen Zahlungsaufschub für die nächsten vier Monate.

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