Darum gehts
- Das Spital Oberengadin in Samedan muss 50 Mitarbeiter entlassen
- Es ist die letzte Chance auf eine mögliche Rettung der Gesundheitsversorgung in der Region
- Sieben Gemeinden müssen bis März der Gründung einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zustimmen
Das Spital Oberengadin in der Bündner Gemeinde Samedan steckt voll in der Krise. Es droht das Aus. Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO), die das zweitgrösste Spital im Kanton Graubünden betreibt, hat nun drastische Massnahmen beschlossen. 50 Angestellte sollen ihren Job verlieren, berichtet SRF. Es ist die letzte Chance für eine mögliche Rettung.
Weil der Stiftung voraussichtlich Ende März die Zahlungsunfähigkeit droht, braucht es eine neue Trägerstruktur. Diese soll die Verantwortung, Finanzierung und Steuerung verbindlich regeln. Infolge dieser Umstrukturierung seien die Entlassungen im Spital notwendig, erklärte die SGO laut SRF am Mittwoch an einem Infoanlass in der Gemeinde Pontresina GR. Dies wäre immerhin besser, als wenn der Betrieb ganz dicht machen muss – und alle 350 Mitarbeitenden auf der Strasse landen.
Sieben Gemeinden müssen zustimmen
Noch müssen mindestens sieben der elf beteiligten Oberengadiner Gemeinden grünes Licht für die Gründung und Übernahme der neuen öffentlich-rechtlichen Anstalt namens Sanadura geben. Ansonsten komme es «zur endgültigen Schliessung und Liquidation aller SGO-Betriebe», so die Stiftung. Die Abstimmungen finden im Februar und März statt.
Im November 2025 lehnten die beteiligten Gemeinden eine Übergangsfinanzierung von knapp 51 Millionen Franken ab, um Betriebsdefizite zu decken und Bankdarlehen zurückzuzahlen. Anfang Dezember gewährte das Regionalgericht Maloja der strauchelnden Stiftung SGO einen Zahlungsaufschub für die nächsten vier Monate.