Darum gehts
- SGO droht Liquidation bis März 2026, Gemeinden entscheiden erneut über Rettung
- Sanadura benötigt Zustimmung von sieben der elf Oberengadiner Gemeinden
- 51-Millionen-Kredit wurde abgelehnt, Zahlungsaufschub für vier Monate gewährt
Das Spital Oberengadin in Samedan ist immerhin das zweitgrösste Spital des Kantons Graubünden. Nun haben die Verantwortlichen der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO) die letzte Chance zur Rettung ihres medizinischen Angebots in der Region ergriffen. Entscheidend ist die Haltung der Stimmberechtigten in den Gemeinden.
Damit die Gesundheitsversorgung im Oberengadin weiterhin gewährleistet bleibt, brauche es eine neue Trägerstruktur, die Verantwortung, Finanzierung und Steuerung verbindlich regelt. Dies teilte die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin am Mittwoch mit. Die Stiftung wird voraussichtlich Ende März 2026 zahlungsunfähig sein.
Sie betreibt das Spital Oberengadin, zwei Alterszentren sowie die Spitex. Dazu kommen Beratungsstellen und eine Beteiligung am Rettungsdienst Oberengadin.
Sieben Gemeinden müssen zustimmen
Die Gesundheitsversorgung soll nun mit der Gründung einer neuen öffentlich-rechtlichen Anstalt namens Sanadura sichergestellt werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Dafür muss die Mehrheit von mindestens sieben der elf Oberengadiner Gemeinden ihre Zustimmung geben. Ansonsten komme es «zur endgültigen Schliessung und Liquidation aller SGO-Betriebe».
Das Konzept von Sanadura wurde den Behörden der verschiedenen Gemeinden des Oberengadins am Mittwochabend vorgestellt. Die Abstimmungen finden am 4. Februar in den Gemeindeversammlungen und am 8. März an den Urnen statt.
51-Millionen-Kredit abgelehnt
Anfang Dezember 2025 wurde bekannt, dass das Regionalgericht Maloja der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin für die nächsten vier Monate einen Zahlungsaufschub gewährt.
Dieser Schritt wurde notwendig, nachdem ein Kredit von knapp 51 Millionen Franken zur Rettung der vom Konkurs bedrohten Gesundheitsversorgerin von einzelnen der elf Standortgemeinden abgelehnt worden war.