Jetzt schliesst auch die Bäckerei
Ältestes Einkaufszentrum der Schweiz wird immer mehr zum Geister-Shoppi

Im Schönbühl-Center in Luzern steht jeder vierte Laden leer. Jetzt zieht auch noch die Bäckerei Moos aus. Auch andere Shoppingtempel im Land machen harte Zeiten durch. Und suchen verzweifelt nach neuen Mietern.
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Das Schönbühl-Center in Luzern wurde 1967 eröffnet.
Foto: Screenshot Homegate

Darum gehts

  • Einkaufszentren in Rapperswil, Luzern und Chiasso stehen teils leer
  • Schönbühl-Center in Luzern: 25 Prozent der Läden unvermietet
  • Centro Ovale Chiasso seit 2015 leer, Gemeinde droht mit Stromabschaltung
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Kleine und mittelgrosse Einkaufszentren haben es schwer in der Schweiz. So haben im Center beim Bahnhof in Rapperswil-Jona SG hintereinander mehrere Geschäfte geschlossen. Zuerst der Elektronikhändler Melectronics und das Sportfachgeschäft Sport X. Dann ein Caritas-Laden, das Restaurant im Erdgeschoss und ein Kiosk. Dann der Buchhändler Ex Libris und zuletzt auch die Migros. Jetzt steht es praktisch leer.

Auch im ältesten Einkaufscenter der Schweiz, dem Schönbühl-Center in Luzern, stehen mehrere Läden leer. Jetzt verliert das 1967 eröffnete Zentrum mit 6700 Quadratmetern Fläche den nächsten Mieter. Nach dem Schuhverkäufer Dosenbach und einem Reformhaus zieht auch die Bäckerei Moos aus, wie das Portal Zentralplus berichtet. Nach fünf Jahren schliesst der Familienbetrieb seine Filiale per Ende Januar.

Jeder vierte Laden steht leer

Der Mietvertrag ist ausgelaufen. Erneuert wird er nicht. Damit steht im ältesten Einkaufszentrum der Schweiz bald jedes vierte Ladenlokal leer. Die 88 Quadratmeter grosse Ladenfläche der Bäckerei Moos ist bereits auf dem Immobilienportal Homegate ausgeschrieben. Ein Indiz dafür, dass Interessenten nicht Schlange stehen. Unter der Hand gehen solche Flächen heute nicht mehr weg.

Das Schönbühl-Center kämpft seit Jahren mit schwindenden Besucherzahlen – trotz Mietern wie Migros, Coop und Aldi, die eigentlich für die nötige Laufkundschaft sorgen sollten. Für kleinere Betriebe seien Mieten und Nebenkosten oft nicht mehr tragbar, sagen Betroffene. Laut Website suchen inzwischen fünf Ladenflächen neue Mieter – bei insgesamt nur rund 20 Einheiten. Die Vermieterin Wincasa will zu Auslastung und Wirtschaftlichkeit gegenüber Zentralplus keine Stellung nehmen.

Tessin Shoppi droht Stromabschaltung

Noch dramatischer ist die Lage im Centro Ovale in Chiasso TI. Es war mit seiner spektakulären Architektur bei der Eröffnung im Jahr 2011 Hoffnungsträger der ganzen Region. Der Shoppingtempel mit 11'000 Quadratmeter Fläche sollte Einkaufslustige aus dem ganzen Tessin anlocken. Die ambitionierten Pläne sind aber nicht aufgegangen. Zu nahe lag der Standort am günstigeren Ausland.

Seit Ende 2015 steht der Bau leer. Ein Unternehmer kaufte das verwaiste Centro Ovale in Chiasso, um es wiederzubeleben. Doch jetzt ist seine Firma pleite, Strom- und Wasserrechnungen sind seit Monaten unbezahlt. Die Gemeinde droht, die Versorgung zu kappen.

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