Darum gehts
- Vier Zürcher Kantonsräte fordern Klärung im Streit um Pantanal-Voliere
- Zoo Zürich beendete Ende 2025 den Vertrag mit der Baltensperger AG
- Der Kanton Zürich ist Miteigentümer des Zoos mit einer Beteiligung von 9,7 Prozent
Jetzt mischt auch die Zürcher Politik im Streit um die Pantanal-Voliere im Zoo Zürich mit. Die betroffene Stahlbaufirma, die eigentlich die Stahlbögen für den Käfig liefern sollte und wegen des entzogenen Auftrags vor dem Aus steht, erhält Rückenwind von vier bürgerlichen Kantonsräten, wie der «Zürcher Unterländer» zuerst berichtet hat. In einem Vorstoss an den Regierungsrat fordern sie Antworten zum üblen Zoff, den die Baltensperger AG mit ihren 75 Angestellten die Existenz kosten könnte.
Vergangenen Dezember beendete der Zoo Zürich abrupt die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Unternehmen. Weil die Firma die «gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell» nicht erreichte, hiess es damals.
Auch spätere Verhandlungen fruchteten nicht: Vor einer Woche wurde bekannt, dass die Gespräche zwischen den beiden Parteien definitiv gescheitert sind. Im Anschluss reagierte Chef Thomas Baltensperger in einem Interview mit dem Finanzblog Inside Paradeplatz mit scharfen Worten auf den geplatzten Deal.
Kanton Zürich ist Miteigentümer des Zoos
In ihrem Vorstoss fordern die vier Kantonsräte Hans Egli (60, EDU), Andreas Keiser (39, SVP), Romaine Rogenmoser (55, SVP) und Christoph Marty (55, SVP) ein rasches Eingreifen der Regierung. Ihre Begründung für die Einmischung: Der Kanton Zürich ist am Zoo Zürich beteiligt – mit Anteilen von knapp 10 Prozent.
Die Politiker wollen unter anderem wissen, wie der Regierungsrat sicherstellt, «dass der Zoo Zürich wegen diesem Debakel um die Pantanal-Voliere nicht um zusätzliche beziehungsweise ausserordentliche Betriebsbeiträge ersuchen wird». Denn für die Jahre 2023 bis 2027 habe der Regierungsrat dem Zoo einen Betriebsbeitrag von jährlich rund 3,4 Millionen Franken aus dem gemeinnützigen Fonds gewährt. Total sind das fast 17 Millionen Franken. Der Baltensperger-Chef warnte derweil davor, dass der Zoo mit Mehrkosten in Millionenhöhe rechnen müsse, falls die bereits gefertigten Elemente nicht genutzt würden und neu hergestellt werden müssten.
Im Vorstoss geht es auch um die Frage, ob die kriselnde Firma die Stahlkonstruktion «doch noch fertigstellen» oder zumindest eine «angemessene Entschädigung» für die bereits produzierten Teile erhalten kann. Der Zürcher Regierungsrat hat drei Monate Zeit, um schriftlich auf den Vorstoss zu reagieren.