30 Millionen in den Sand gesetzt
Historisches Luxus-Badhotel verlottert – jetzt taucht neuer Retter auf

Immobilienentwickler Christoph Schoop hat eine neue Vision für den Verenahof in Baden AG. Der historische Gebäudekomplex soll ein Ort für Kunst werden, inklusive Wohnungen und Hotel. Dabei verfolgt die Besitzerin eigentlich seit vielen Jahren ein anderes Projekt.
Kommentieren
1/5
Aus dem Archiv: Im Jahr 1965 gehörte das Nobelhotel Verenahof zum Herzstück des Bäderquartiers.
Foto: imago/UIG

Darum gehts

  • Das Luxus-Badhotel Verenahof in Baden AG verfällt, Sanierung seit 2023 gestoppt
  • Sanierungskosten explodierten von 30 auf 90 Millionen Franken bis heute
  • Investor Christoph Schoop plant Umbau mit Wohnungen, Hotel und Thermalbad
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_249.JPG
Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Das Luxus-Badhotel Verenahof war einst das Herzstück des Bäderquartiers von Baden AG. Heutzutage ähnelt der historische Gebäudekomplex aber eher einer Bauruine. Gerüste umgeben das Gebäude, seit Sommer 2023 stehen die Sanierungsarbeiten still.

Die Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden» ist Eigentümerin und hat bereits 30 Millionen Franken investiert. Die Kosten explodierten und haben sich auf 90 Millionen Franken verdreifacht. Doch jetzt steht, wie zuerst SRF berichtet hat, womöglich ein Retter bereit: der aargauische Investor und Immobilienentwickler Christoph Schoop.

Neue Vision soll 40 bis 50 Millionen kosten

Schoop kennt sich in der Branche aus und saniert immer wieder historische Gebäude. Dabei entscheidet auch sein Bauchgefühl. «Die Historie des Verenahofs begeistert mich. Seit Jahrzehnten durften wir den Unterhalt machen», erklärt er im Gespräch mit Blick. «Wir kennen jede Ecke des Gebäudes. Das ist schon etwas Spezielles.»

2025 ist Schoop mit neuen Ideen auf die Stiftung zugegangen. «Ich wollte einmal mit dem Inhalt helfen, geplant ist noch nichts», so der Investor. Seine Vision: Neben Platz für Kultur- und Kunstschaffende soll es im Verenahof auch Wohnungen und ein Boutique-Hotel geben. Im Untergeschoss, wo sich eine Thermalquelle befindet, soll weiterhin Wellness möglich sein.

«Es bleibt eine riesige Herausforderung», meint Schoop. «Zudem würde es nochmals 40 bis 50 Millionen Franken brauchen.» Der Aargauer wäre aber bereit, als Co-Investor mitzuwirken.

Schon viele gescheiterte Ideen

Wie gut die Chancen für die Schoop-Vision stehen, ist unklar. Seit 2010 plant die Stiftung, den Verenahof in eine Reha-Klinik umzubauen. Bisher ohne Erfolg. Die Besitzerin hält sich heutzutage mit Aussagen zurück. «Auch ich kann noch nicht einschätzen, ob daraus etwas wird», so Schoop. Die Stiftung möchte im 1. Quartal 2026 weiter informieren. «Ich kann mir auch vorstellen, dass sie einfach einen Käufer suchen.»

Immer wieder tauchen im Bäderquartier Gerüchte und Ideen über eine Neuausrichtung des Verenahofs auf. Bisher sind aber alle Projekte im Leeren verlaufen. Als Erstes eines des Tessiner Stararchitekten Mario Botta. Die Stadt verbot eine geplante Kuppel aufgrund des Denkmalschutzes. Dann brach die Stiftung das Reha-Projekt ab. Zuletzt soll es vermehrt Interessenten für den Bau von Appartements gegeben haben, wie das «Badener Tagblatt» vor gut einem Monat berichtet hat. Trotz fortgeschrittener Planung sollen die Parteien aber ebenfalls keinen gemeinsamen Weg gefunden haben – ist das die Chance für die Vision von Christoph Schoop?

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen