Darum gehts
- Migrolino ersetzt Coop Pronto in Zürich, Filiale seit zwei Monaten offen
- KI-Gesichtsscan prüft Altersfreigabe beim Alkohol-Kauf, Datenschutz bleibt anonym
- Migrolino meldet positive Erfahrungen, System entlastet Personal und spart Zeit
Es ist ein kleiner Triumph der Migros über Coop: In Zürich, gleich neben dem Prime Tower und mitten im Nachtleben der Stadt, hat Migrolino dem Rivalen Coop Pronto einen Standort weggeschnappt. Die Coop-Schilder wurden abgeschraubt, und die neue Migrolino-Filiale hat nach kurzem Umbau vor rund zwei Monaten eröffnet.
Dabei gibt es eine weitere Neuerung. Das Zürcher Partyvolk muss beim Kauf von Alkohol nicht mehr darauf warten, bis das Personal die Alterskontrolle durchgeführt hat. Stattdessen übernimmt künstliche Intelligenz mit einem Gesichtsscan. An der Self-Checkout-Kasse öffnet sich kurz ein Live-Kamerafenster, analysiert die biometrischen Merkmale des Gesichts und schätzt das Alter.
Das Ergebnis liegt innert Sekunden vor. Bedenken zum Datenschutz pariert die Migros. «Es werden keine Bilder gespeichert oder weitergegeben», sagt ein Sprecher. Die Verarbeitung erfolge anonym und in Echtzeit. Zudem könne die Kundschaft wählen, ob KI oder ein Mitarbeiter das Alter prüft.
«Erfahrungen sind positiv»
Beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten heisst es, man habe die Migrolino-Anwendung nicht geprüft. Eine KI-Analyse des Gesichts könne aber datenschutzkonform erfolgen, wenn keine Daten gespeichert würden und keine Verbindung zu einem Netzwerk bestehe.
Migrolino rollt das System nun im Rahmen der Einführung neuer Self-Checkout-Kassen aus. «Die bisherigen Erfahrungen sind positiv», so der Sprecher. Am Ende profitieren beide Seiten. Die Kundschaft kommt schneller zu ihrem kalten Bier, und das Personal wird entlastet.