Bund könnte ordentlich mitverdienen
Beim Hausverkauf locken je nach Kanton Millionen-Gewinne

Eine Milliarde Franken könnte der Bund mit einer Grundstückgewinnsteuer einnehmen. Für Politiker wie Mitte-Ständerat Erich Ettlin wäre das eine Option. Hausverkäufer würde eine zusätzliche Steuer teuer zu stehen kommen.
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Im Kanton Zug locken beim Hausverkauf die grössten Gewinne.
Foto: SVEN THOMANN

Darum gehts

  • Hausverkäufe brachten 2023 5,3 Milliarden Franken Steuereinnahmen für Schweizer Kantone
  • Kanton Zug bietet höchste Gewinne: durchschnittlich 1,9 Millionen Franken Reingewinn
  • Bundessteuer auf Grundstückgewinne könnte jährlich eine Milliarde Franken einbringen
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Wer sein Haus nach 30 Jahren verkauft, hat gute Aussichten, ordentlich daran zu verdienen – immer öfter locken Gewinne im Millionenbereich. Am meisten Geld winkt im Kanton Zug: Verkäufer dürfen mit einem Reingewinn von 1,9 Millionen Franken rechnen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Grundlage bieten Zahlen des Immobilienberatungsunternehmens Fahrländer Partner. 

Im Durchschnitt bringt ein Hausverkauf 570'000 Franken ein. Das ist die durchschnittliche Wertsteigerung bei Einfamilienhäusern bei einem Kauf 1995. In Genf (1,4 Mio.), Zürich (1,1 Mio.), Schwyz (1,0 Mio.) und Nidwalden (1,0 Mio.) lässt sich gar ein siebenstelliger Gewinn erzielen. Aber auch in Obwalden (0,8 Mio.) oder in Appenzell Innerrhoden (0,6 Mio.) liegt dieser über dem Durchschnitt. 

Ökonomen, aber auch Politiker sehen darin eine regelrechte Goldgrube für den Schweizer Staat. Eine Grundstückgewinnsteuer beim Bund würde laut einer vom Bundesrat eingesetzten Expertengruppe jährlich eine Milliarde Franken einbringen, schreibt die Zeitung weiter. Laut Ökonomen wäre das eine sinnvollere Lösung als die Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Ende Januar hat Verteidigungsminister Martin Pfister (62) entschieden, das Armeebudget zu erhöhen. Für die zusätzlichen Milliarden schlägt er für 2028 deshalb eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte vor.

Kantone besteuern mit 12,6 Prozent

Aktuell sind die Kantone für die Grundstückgewinnsteuern zuständig. Die tiefste Steuer erhebt mit 2 Prozent ausgerechnet der Kanton Genf, wo hohe Gewinne locken. Auch der Kanton Zug verlangt mit einer 10-Prozent-Steuer weniger als der Durchschnitt, der bei 12,6 Prozent liegt. Das zeigen Daten von Raiffeisen bei einem Gewinn von 660'000 Franken. Der Kanton Zürich bittet Hausverkäufer mit knapp 20 Prozent zur Kasse. 

Seit 2000 haben sich die Steuereinnahmen der Kantone fast verdreifacht: 2023 nahmen diese dank Immobilienverkäufen 5,3 Milliarden Franken ein, zeigen Zahlen von Raiffeisen

Mit Mitte-Ständerat Erich Ettlin (63) setzt sich nun zum ersten Mal jemand abseits linker Politiker für die Möglichkeit einer Bundessteuer ein: «Eine Grundstückgewinnsteuer auf Bundesebene könnte geprüft werden, weil sie im Unterschied zu vielen anderen Steuern kaum wirtschaftliche Fehlanreize setzt», so der Politiker gegenüber der «SonntagsZeitung». Unter anderem kämpfen SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (39) und Parteikollegin Ursula Zybach (58) für eine Grundstückgewinnsteuer. Auch Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile (58) sieht eine zusätzliche Steuer als mögliche Variante. Das könnte Hausverkäufer teuer zu stehen kommen. 

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