Brisante interne Mitteilung – Airline will Kabinenpersonal loswerden
Swiss zahlt 15'000 Franken an alle, die freiwillig gehen

Der Schweizer Airline ist der Personalbestand bei den Flight-Attendants zu gross. Darum ergreift sie nun Massnahmen. Wer von sich aus kündigt, erhält eine Abgangsprämie von 15'000 Franken. Ansonsten drohen Entlassungen. Was sagt die Swiss dazu?
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Die Swiss beschäftigt aus ihrer Sicht zu viele Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter.
Foto: GAETAN BALLY

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss bietet Flugbegleitern 15’000 Franken für freiwilligen Austritt bis April
  • Fluggesellschaft hat 400 überzählige Kabinenmitarbeitende durch reduzierten Flugplan
  • 2025 fiel Gewinn der Swiss um 26,6 Prozent, Iran-Krieg erhöht Druck
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Swiss hat zu viel Kabinenpersonal – und greift nun zu einer ungewöhnlichen Massnahme: Die Schweizer Airline bietet den rund 4000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern mit Basis in Zürich eine Abgangsprämie an, wie eine Swiss-Sprecherin auf Anfrage von Blick bestätigt. Zuerst hat das Portal «Aerotelegraph» darüber berichtet.

Konkret: Wer die Fluggesellschaft freiwillig verlässt, bekommt 15’000 Franken. Das entspricht bei einer 100-Prozent-Stelle ungefähr einem Lohn von vier Monaten. Das monatliche Grundgehalt liegt bei rund 4000 Franken. Die angebotene Summe erhalten all jene, die zwischen dem 13. März und dem 30. April kündigen und spätestens Ende August weg sind.

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Letzte Woche liess die Swiss ihren Flight-Attendants eine sechsseitige Mitteilung zukommen, in der sie über die «Massnahmen zur Reduktion des Überbestands» informiert, wie es darin heisst. Blick liegt das Schreiben vor. Darin führt die Airline das Problem aus: Sie findet zu wenig neue Pilotinnen und Piloten und muss gleichzeitig mehrere Maschinen am Boden lassen, weil die Triebwerke nicht einsatzfähig sind. Darum musste die Swiss den Flugplan ausdünnen.

Die Folge: Es gibt derzeit zu viele Kabinenmitarbeitende, deren Bestand die Airline in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut hat. Im letzten Herbst nannte sie intern die Zahl von 400 überzähligen Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern. Nun geht die Swiss von 300 Kabinenmitarbeitenden aus, die sie in einzelnen Monaten nicht im Flugbetrieb einsetzen kann. 

Gewinneinbruch und Iran-Krieg

Die angebotenen Massnahmen präsentiert die Swiss ihren Flight-Attendants, weil sie nun stärker unter Druck steht. Denn: Man werde «nicht wie bis dato vorgesehen in der zweiten Jahreshälfte ausgeglichene Bestände haben, sondern voraussichtlich erst im Jahr 2027», schreibt die Airline in der Mitteilung. Zudem musste sie Anfang Monat verkünden, dass der Gewinn für 2025 im Vergleich zum Vorjahr um ein gutes Viertel eingebrochen ist. Dazu kommt aktuell noch der Iran-Krieg, der unter anderem die Kerosin-Preise ansteigen lässt und zu zahlreichen Flugausfällen geführt hat. «Wir müssen unsere Kosten senken und effizienter werden», kündigte CEO Jens Fehlinger (45) damals an. Jetzt ist klar: Die Sparmassnahmen betreffen auch die Anzahl Jobs.

Noch hofft die Swiss darauf, dies ohne Entlassungen zu schaffen – eben etwa mit der 15'000-Franken-Abgangsprämie. Und weitere freiwillige Optionen. So sollen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter unbezahlt Ferien nehmen, insbesondere in besonders stark überbesetzten Monaten. Auch die Reduktion des Pensums oder ein verlängerter Mutterschaftsurlaub werden als Massnahmen genannt, um das überzählige Personal «rasch, effektiv und zielgerichtet zu reduzieren».

Das sagt die Swiss zum Angebot

Die Swiss zieht die Zügel an. So droht sie mit Folgen, sollte die Strategie mit freiwilligen Lösungen nicht funktionieren: «Sollte uns dies nicht gelingen, sind in letzter Konsequenz Kündigungen nicht auszuschliessen», heisst es im Schreiben weiter. Ist das auf den ersten Blick grosszügige 15'000-Franken-Angebot also am Ende bloss eine billigere Variante zu einem deutlich teureren Sozialplan, den es bei einer Massenentlassung bräuchte? 

Die Swiss verneint: «Wir haben diesen Betrag bewusst so gewählt, weil er für Mitarbeitende, die sich bereits mit einer beruflichen Veränderung oder beispielsweise mit der Aufnahme eines Studiums beschäftigen, einen spürbaren Anreiz darstellen kann», teilt die Sprecherin mit. Und weiter: «Mit diesem Angebot möchten wir eine freiwillige Möglichkeit schaffen, die für beide Seiten sinnvoll sein kann: für Mitarbeitende, die über den nächsten Schritt in ihrer Laufbahn nachdenken, und für das Unternehmen im Rahmen der aktuellen Anpassungen.» Derzeit seien keine Entlassungen beschlossen. Man sei zuversichtlich, den Überbestand mit freiwilligen Massnahmen abbauen zu können.

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