2000 Swiss-Passagiere sitzen im Nahen Osten fest – Swiss-CEO erklärt
«Viele wollen aber auch nicht mehr fliegen»

Rund 5000 Schweizerinnen und Schweizer sitzen wegen des Iran-Kriegs in der Golfregion fest. Darunter 2000 Swiss-Passagiere, wie CEO Jens Fehlinger sagt. Man prüfe Tag für Tag, wann weitere Rückflüge Sinn ergeben, so Fehlinger.
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Gemäss Swiss-CEO Jens Fehlinger sind rund 2000 Swiss-Passagiere im Nahen Osten gestrandet.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rund 5000 Schweizer Reisende sitzen in Golfstaaten wegen Kriegs fest
  • Swiss-CEO: Sicherheit steht an oberster Stelle
  • 211 Passagiere zurückgeflogen, Rückflugtickets kosten bis zu 1000 Franken
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Noch immer sitzen rund 5000 Schweizer Reisende im Nahen Osten fest. Das zeigen die Daten des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Freitag. Aktuell sitzen auch ungefähr 2000 Swiss-Passagiere im Nahen Osten fest, wie CEO Jens Fehlinger (44) am Rand der Swiss-Bilanzmedienkonferenz in Kloten ZH zu Blick sagt. 

Die Zahl nehme wegen der geschlossenen Flughäfen und Lufträume in der Region täglich zu, da laufend geplante Linienflüge zurück in die Schweiz entfallen. «Viele wollen aber auch nicht mehr fliegen und vor Ort bleiben», berichtet Fehlinger, der auch selbst die Pilotenlizenz besitzt. Niemand dürfte ein gutes Gefühl haben, in einen Flieger zu steigen, während Israel und die USA den Iran bombardieren und der Iran zur Vergeltung Raketen auf die Nachbarländer abschiesst.

Hätten Airlines schon vor Kriegsausbruch reagieren sollen?

Seit dem Start der Angriffe auf den Iran am letzten Samstag hat der Krisenstab bei der Swiss alle Hände voll zu tun. «Das ist natürlich derzeit mein Alltag und jener aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», sagt Fehlinger. 

In den Tagen und Wochen vor dem Angriff hatte sich die Rhetorik zwischen den beiden Lagern massiv verschärft. Hätte die Reisebranche da präventiv Flüge in den Nahen Osten aus dem Angebot streichen sollen? «Wir schauen uns jede Region an, und wenn wir zu dem Entschluss kommen, dass proaktiv eine Region nicht angeflogen werden sollte, dann werden wir das entsprechend auch nicht tun», sagt Fehlinger ausweichend. 

Vor dem Angriff am 28. Februar lag vom EDA für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar oder Oman keine Reisewarnung vor. Hätte eine Airline von sich aus entschieden, die Flughäfen nicht mehr anzufliegen, hätte sie damit die eigenen Flughafenslots aufs Spiel gesetzt.

«Als Schweizer Airline einen Beitrag leisten»

Es sei im Moment wie bei einem Spurabbau auf der Autobahn: Für Flüge in den Nahen Osten und auch nach Asien bleiben derzeit nur noch zwei schmale Luftkorridore. Da muss die Swiss durch, aber alle anderen Airlines aus Europa auch. Der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa brach am Freitag einen Flug von München (D) in die saudi-arabische Hauptstadt Riad aus Sicherheitsgründen ab. «Wenn in irgendeiner Form Gefahr besteht, werden wir nicht fliegen», sagt auch der Swiss-CEO. Gerade der Korridor über Aserbaidschan gibt Grund zur Sorge, nachdem dort am Donnerstag Drohnen eingeschlagen sind. 

Die Swiss hat am Donnerstag 211 Passagiere über den Flughafen Maskat in Oman zurück nach Zürich gebracht. Für die Airlines sind die Rückholaktionen ein riesiger Aufwand. «Der Flug wurde kontinuierlich beobachtet und wir hatten auch Alternativpläne. Wenn eine Landung in Maskat nicht sicher gewesen wäre, hätte das Flugzeug abgedreht und einen anderen Flughafen angesteuert», sagt Swiss-COO Oliver Buchhofer (49).

Ein Teil der Flugpassagiere konnte seinen ursprünglichen Rückflug bei der Swiss umbuchen. Neue Gäste zahlten für die Flucht aus der Kriegsregion 1000 Franken für ein Flugticket. «Der Flug war nicht kostendeckend. Aber natürlich wollen wir als Schweizer Airline einen Beitrag leisten», so Buchhofer. 

Zwei Edelweiss-Flüge am Samstag

Der Bedarf nach Rückflügen ist nach wie vor gross. Einige Passagiere hätten jedoch auf Alternativrouten bei anderen Airlines umgebucht. Die Swiss-Schwester-Airline Edelweiss plant für Samstag zwei weitere Rückflüge über Oman. Gemäss EDA war der Flug ab Maskat innert kürzester Zeit ausgebucht. «Wir schauen gemeinsam mit dem EDA von Tag zu Tag, wann es Sinn ergibt, weitere Flüge zu organisieren», sagt Fehlinger. Aktuell könne die Swiss keine Prognose abgeben, wann der nächste Rückflug stattfindet. 

Das EDA betont auf Anfrage, keine organisierte Ausreise für Schweizer Staatsangehörige aus der Region durchzuführen. «Die gesetzliche Basis in der Schweiz ist das Auslandschweizergesetz, das auf die Eigenverantwortung von Reisenden setzt.» Wer zurück will, muss sich an die Linienflüge halten. 

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