Darum gehts
- Über 4000 Schweizer Touristen im Nahen Osten gestrandet, EDA informiert heute.
- Schweiz organisiert keine Rückholaktion, verweist auf Linienflüge bei Verfügbarkeit.
- Deutsche Regierung startet Rückholflüge für Kinder, Kranke und Schwangere morgen.
Noch immer sitzen rund 4800 Schweizer Touristen zurzeit im Nahen Osten fest. Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion im Aussendepartement, sagte aber am Dienstag, dass «einige Dutzend» aus Abu Dhabi ausreisen könnten – mit kommerziellen Flügen. Die Schweiz arbeite zwar unter Hochdruck an einer Lösung und sei auch mit Fluggesellschaften im Gespräch. Aber: «Das geht nicht von einer Stunde auf die andere.»
Das Problem: Um Rückflüge zu organisieren, braucht es Slots und Bewilligungen für die Flugzeuge. Und noch immer wird von Reisen abgeraten.
«Es gab bisher noch keine Evakuationsflüge von anderen Ländern»
Deutschland will derweil morgen Mittwoch eine Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Aussenminister Johann Wadephul (63) an. Die Schweiz sei Teil einer internationalen Arbeitsgruppe, sagte derweil Jenni. Da gebe es einen regelmässigen Austausch. «Es gab bisher noch keine Evakuationsflüge von anderen Ländern.» Alle, die ausreisen konnten, seien mit kommerziellen Flügen geflogen. Die gestrandeten Reisenden werden aufgefordert, in erster Linie den lokalen Behörden zu folgen. Betroffene Touristen können sich auch an die Schweizer Vertretungen vor Ort wenden.
Einige Fluggesellschaften haben gemäss einer Medienmitteilung des EDA den kommerziellen Luftverkehr in sehr eingeschränktem Umfang am Dienstag wieder aufgenommen. Die Airlines würden die Passagiere, die auf den entsprechenden Flügen gebucht sind, direkt über Wiederaufnahmen, Umbuchungsoptionen oder Anpassungen informieren.
Die Fluggesellschaft Swiss hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie ihre Flüge nach Dubai bis und mit 6. März annuliere. Für die Destination gilt dies bis frühestens 8. März.
Medienkonferenz beendet
Nachdem die Fragen auch auf französisch wiederholt wurden, ist die Medienkonferenz beendet.
Gibt es eine Priorisierung?
Es gäbe für die Schweiz keine Prioritätenliste für die Evakuierung nach Orten oder nach Personen, sagt Jenni.
«Es gab bisher noch keine Evakuationsflüge von anderen Ländern»
Man sei in einer internationalen Arbeitsgruppe, sagt Jenni. Da gebe es einen regelmässigen Austausch. «Es gab bisher noch keine Evakuationsflüge von anderen Ländern.» Alle die ausreisen konnten, seien mit kommerziellen Flügen geflogen.
Jenni: Gibt auch positive Rückmeldungen
Angesprochen auf die Kritik sagt Jenni, es gäbe auch positive Rückmeldungen von Leuten, die nun zurückgekehrt seien.
«Komplexe» Situation
Die Schweiz sei in Gesprächen mit Fluggesellschaften. Es brauche aber Slots und Bewilligungen, das sei eine komplexe Situation, sagt Jenni. Man arbeite mit «Hochdruck» an einer Lösung, um Optionen für eine Rückreise zu evaluieren. «Das geht nicht von einer Stunde auf die andere.»
«Einige Schweizer» konnten ausreisen
Die Medienkonferenz beginnt. Auf ein Statement wird verzichtet, die Journalisten dürfen gleich mit Fragen beginnen. Auf der Travel-App des Bundes seien weiterhin über 4000 Schweizerinnen und Schweizer registriert. «Einige Schweizer» hätten mit kommerziellen Flügen das Land verlassen können.
Auf Nachfrage präzisiert Jenni, «einige Dutzend» hätten aus Abu Dhabi ausreisen können.
Medienkonferenz um 17.00 Uhr
Das Aussendepartement (EDA) führt heute um 17 Uhr einen Point de Presse zur Situation von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern im Nahen Osten durch. Anwesend sein wird Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion im EDA.