SMI knackt erstmals historische Marke
von Milena Kälin, Redaktorin Wirtschaft
Der Schweizer Leitindex SMI ist auf 14'036 Punkte geklettert – und knackt damit zum ersten Mal die historische Marke von 14'000 Punkten. Am Dienstagnachmittag lag der SMI 1,2 Prozent über dem Vortag.
Am meisten zugelegt haben die Papiere des Duftstofherstellers Givaudan mit fast 4 Prozent. Auch das SMI-Schwergewicht Nestlé hat den Leitindex mit einem Plus von 2,85 Prozent deutlich nach oben getrieben. Der Computerhersteller Logitech sowie der Chemiekonzern Sika legen ebenfalls über 2 Prozent zu.
Gerade mal zwei der 20 SMI-Titel sind am Dienstagnachmittag rot: Die Grossbank UBS verliert bis 16 Uhr 0,4 Prozent, das Logistikunternehmen Kühne + Nagel liegt 1,2 Prozent im Minus.
Die US-Zollpolitik ist und bleibt das Spitzenthema an den Finanzmärkten. Anleger erhoffen sich durch die Rede von US-Präsident Donald Trump (79) in der Nacht auf Mittwoch endlich mehr Klarheit. Es wird sich zeigen, ob der SMI sein Hoch halten kann – oder ob er schon bald wieder unter die 14'000-Marke fällt.
Bitcoin sinkt unter die 65'000-Dollar Marke
Von Milena Kälin, Redaktorin Wirtschaft
Jetzt also doch: Die grosse Verunsicherung rund um die US-Strafzölle hat nun auch Krypto-Anleger erwischt. In der Nacht von Sonntag auf Montag gab der Bitcoin-Kurs schlagartig nach und sank zwischenzeitlich auf 64'383 Dollar.
Mittlerweile hat sich der Kurs bei rund 65'500 Dollar eingependelt – ein Minus von rund 3 Prozent. Das ist deutlich weniger als am Vortag: Am Sonntag war ein Bitcoin noch 2000 Dollar mehr wert. Seit dem Hoch des Bitcoins von Oktober (124'723 Dollar) geht es mit der Krypto-Währung bergab.
Grund für den neusten Kurssturz dürfte erneut die grosse Unsicherheiten rund um die US-Zölle sein. Am Freitagabend hatte der Oberste Gerichtshof in den USA die Strafzölle für illegal erklärt. US-Präsident Donald Trump (79) konterte darauf mit neuen Zöllen von 10 Prozent, die er am Samstag auf 15 Prozent anhob. Über das Wochenende bewegte sich der Bitcoin-Kurs jedoch kaum.
Am morgigen Dienstag sollen nun die neuen US-Zölle in Kraft treten. Wie hoch diese in der Schweiz genau ausfallen, ist jedoch nicht klar. Mehr dazu im Artikel von Michael Hotz.
Trotz gutem Jahresergebnis – UBS-Aktie verliert bei Börsenstart 1,6 Prozent
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschafts-Desk
Die Anleger reagieren negativ auf das eigentlich gute Jahresergebnis der UBS: Die Aktie der Schweizer Grossbank verliert am Mittwoch beim Handelsstart 1,6 Prozent. Damit sind die bisherigen Mini-Kursgewinne in diesem Jahr wieder weg.
Am Morgen vor Börsenstart gab die UBS einen Konzerngewinn von 7,8 Milliarden Dollar bekannt – ein Plus von gut 50 Prozent. Auch der Schlussspurt im letzten Quartal ist der Bank gelungen, das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Anlaysten. Mehr zu den UBS-Zahlen erfährst du im Artikel von Kollegin Nathalie Benn hier.
Aber eben: Die Investoren scheinen doch nicht ganz zufrieden zu sein. Ein Grund: Analysten von Oddo bemängeln etwa die schwachen Neugeldzuflüsse bei der globalen Vermögensverwaltung, wie «Cash» berichtet. Diesbezüglich hat die UBS im Vorjahresquartal besser performt.
Absturz auf unter 75'000 Dollar – Bitcoin steckt in der Vertrauenskrise
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschafts-Desk
Am letzten Tag im Monat war es soweit: Der Bitcoin fiel am Samstag, 31. Januar, unter die Marke von 80'000 Dollar – und setzte damit seinen seit Mitte Januar anhaltenden Abwärtstrend fort. Auch der Start in den Februar ist der Krypto-Leitwährung nicht geglückt. Denn am Montag ging es in den frühen Morgenstunden gar kurzzeitig unter die Marke von 75'000 Dollar. Und damit auf den tiefsten Stand seit April 2025, als US-Präsident Donald Trump (79) mit seinen Zolltafeln die Börsen durchgeschüttelt hatte.
In den vergangenen Stunden hat sich der Bitcoin-Kurs zwar etwas erholt. Trotzdem hat er seit Jahresbeginn über 10 Prozent eingebüsst. Der grössten Digitalwährung der Welt macht der starke Dollar zu schaffen. Die US-Währung hat nach der Nominierung von Kevin Warsh (55) für den Posten des künftigen US-Notenbankenchefs zugelegt. Warsh gilt als Verfechter einer restriktiven Geldpolitik. Heisst: Analysten gehen davon aus, dass er die Geldmenge verknappen könnte. Nur schon diese Befürchtungen haben den Dollar verteuert.
Gleichzeitig hat der Bitcoin mit einer langfristigen negativen Entwicklung zu kämpfen. Institutionelle Anleger, die den Bitcoin-Kurs 2025 lange Zeit nach oben getrieben hatten, ziehen sich seit einigen Monaten wieder aus dem Krypto-Markt zurück. Alleine im Januar verzeichneten Bitcoin-Spot-ETFs einen Nettoabfluss von 1,6 Milliarden Dollar. Ein Zeichen, dass das Vertrauen auch bei der breiten Masse sinkt. Kryptoexperte Rino Borini (52) hatte den Absturz auf unter 80'000 Dollar bereits im November kommen sehen. Sein damaliger Rat für Bitcoin-Anleger: «Ruhig bleiben.» Mehr über Borinis Einschätzungen liest du hier im Artikel von Kollege Nicola Imfeld.
Nvidia krebst bei historischem Mega-Deal mit OpenAI plötzlich zurück
Von Nathalie Benn, Redaktorin Wirtschafts-Desk
Es wäre der teuerste Deal gewesen, den die Tech-Branche so je gesehen hätte: Der Chiphersteller Nvidia will 100 Milliarden US-Dollar in den Tech-Giganten OpenAI – zu dem unter anderem ChatGPT gehört – investieren. Die entsprechende Absichtserklärung gab Nvidia vergangenen September bekannt. Die nächste Generation von Open AIs KI-Infrastruktur sollte mit 10 Gigawatt Rechenleistung von Nvidia unterstützt werden. Zum Vergleich: Dies entspricht der elektrischen Leistung von acht Kernkraftwerken Leibstadt – dem grössten AKW der Schweiz. Als Gegenleistung verpflichtet sich Open AI, massenhaft Nvidia-Chips zu kaufen.
Nun liegt der Mega-Deal aber auf Eis, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Demnach würden «beide Seiten die Zukunft der Partnerschaft nochmals überdenken», so interne Quellen gegenüber dem Finanzmedium. Eigentlich ging die Teppichetage von Open AI laut den Quellen davon aus, den Deal innert weniger Wochen in trockene Tücher zu bringen. Doch Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang (62) scheint sich mit seiner historischen Investition plötzlich nicht mehr so sicher zu sein: Denn in den vergangenen Monaten preschten Open AIs Konkurrenten wie Google und Anthropic mit ihren eigenen KI-Modellen vor. Intern habe Huang mehrfach Bedenken in Bezug auf die stärker werdende Konkurrenz geäussert, schreibt die Zeitung.
Der Chipriese mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley kündigte zwar im November 2025 ebenfalls an, bis zu 10 Milliarden US-Dollar in Anthropic zu investieren. Doch das Investment bei Open AI wäre in dieser Höhe einzigartig. Zwar habe Huang laut Quellen intern betont, dass man Open AI weiterhin «in irgendeiner Form finanziell unterstützen» müsse, da der Konzern von CEO Sam Altman (40) zu seinen grössten Kunden zählt. Dennoch sei «die ursprüngliche Vereinbarung über 100 Milliarden US-Dollar unverbindlich und noch nicht endgültig».
Goldpreis beendet Rekordjagd – 5 Prozent im Minus
Von Michael Hotz, Redaktor Wirtschafts-Desk
Der Goldpreis hat seine Rekordjagd abrupt beendet: Am Donnerstagnachmittag setzte eine kräftige Gegenbewegung ein, die am Freitag seine Fortsetzung fand. Bis 11 Uhr verlor das gelbe Edelmetall an den Börsen über 5 Prozent an Wert – und fiel kurzzeitig gar unter die Marke von 5000 Dollar je Feinunze. Mittlerweile hat sich der Goldpreis aber leicht erholt.
Der Grund für die Kehrtwende beim Gold: Nach immer neuen Rekorden haben viele Anleger nun die Chance genutzt, um die Gewinne mitzunehmen. So hat sich gleichzeitig der Dollar gegenüber anderen Währungen etwas erholt. Wertet sich die US-Währung auf, sinkt normalerweise der Goldpreis.
Der leicht gestärkte Dollar drückt aus, dass die Wall Street Nachrichten um den Nachfolger des US-Notenbankchefs Jerome Powell (72) positiv aufgenommen hat. Die Gerüchte, dass Donald Trump (79) auf Kevin Warsh (55) setzen wird, hat sich nun bewahrheitet. Der US-Präsident hat den früheren Fed-Gouverneur nun offiziell nominiert. Mehr zur Nomination von Warsh liest die bei Kollege Patrik Berger hier.
Nvidia-Aktie unter Druck – wie reagiert CEO Jensen Huang am WEF?
Von Michael Hotz, Redaktor Wirtschafts-Desk
Nvidia ist der unangefochtene Marktführer für KI-Chips – und deswegen der Börsenliebling der letzten Jahre. Nun aber ist die Aktie des wertvollsten Unternehmens der Welt ins Straucheln geraten. Am Dienstag büsste der Titel 4,3 Prozent ein. Und seit dem Rekordhoch von Ende Oktober 2025 hat das Nvidia-Papier sogar über 16 Prozent verloren.
Der Einbruch am Dienstag ist auf Donald Trump (79) zurückzuführen. Seine neuen Strafzölle gegen acht europäische Länder im Zusammenhang mit Grönland schürt die Unsicherheit an der Wall Street. Die Märkte befürchten, dass der Handelsstreit zwischen der EU und den USA wiederaufflammt. Darum stossen Anleger gerade Tech-Aktien ab und flüchten sich in sichere Häfen wie etwa Gold. An den Börsen geht zusätzlich die Angst um, dass der KI-Boom in diesem Jahr zum Halt kommen könnte. Einen Ausblick aufs Börsenjahr 2026 von Kollege Nicola Imfeld liest du hier.
Gleichzeitig sieht sich Nivida einer stärkeren Konkurrenz im Chipmarkt ausgesetzt. So hat Advanced Micro Devices (AMD) zuletzt bedeutende Rechenzentrum-Aufträge an Land gezogen, etwa von Open AI.
Nvidia-CEO Jensen Huang (62) ist also gerade etwas unter Druck – und das kurz vor seinem Auftritt am World Economic Forum. Er spricht am Mittwoch um 11.30 Uhr mit WEF-Co-Stiftungsratspräsident Larry Fink (73). Mehr zum Wirtschaftstreffen in Davos findest du hier.
Schweizer Leitindex SMI startet mit Minus von 0,86 Prozent in die Woche
Michael Hotz, Redakor Wirtschafts-Desk
Donald Trump (79) sorgt mit seinem neuen Zöllen für Unsicherheit an den Börsen: Der Schweizer SMI verliert zum Handelsauftakt 0,86 Prozent. Damit hat der hiesige Leitindex einen Grossteil der Jahresgewinne wieder eingebüsst. Bis letzten Freitag hatte der Swiss Market Index seit Anfang Jahr knapp 1,3 Prozent zugelegt.
Hintergrund sind die Strafzölle von 10 Prozent, die der US-Präsident gegen acht europäische Länder verhängt hat. Damit reagierte Trump auf eine militärische Erkundungsmission dieser Staaten auf Grönland. Konkret treffen die Importzölle Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, die Niederlanden, Finnland und Grossbritannien. Die betroffenen Länder sind sich noch uneins, wie sich auf den neuen US-Zoll reagieren sollen. Hinter den Kulissen bereitet die EU aber einen Gegenschlag vor.
Die Anleger retten sich derweil in sichere Häfen. So sind die Preise für Gold und Silber am Montag auf ein weiteres Rekordhoch gestiegen. Und auch der Schweizer Franken hat unter anderem gegenüber dem Dollar zugelegt. An der Wall Street tut sich heute hingegen nichts. Die US-Börsen sind wegen des Martin-Luther-King-Feiertages geschlossen.
Trump lässt strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell einleiten – Goldpreis auf Rekord
Ulrich Rotzinger, Leiter Wirtschaft Blick
Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank (FED), Jerome Powell, verschärft sich drastisch. Das US-Justizministerium habe die US-Notenbank vorgeladen, es drohe eine Klage aufgrund der Renovierungsarbeiten des FED-Hauptquartiers, meldet die FED.
Powell weist die Vorwürfe in einer Videobotschaft scharf zurück. Indirekt greift er darin US-Präsident Trump an. Er stellt ungewöhnlich deutlich klar, dass dies ein Vorwand sei. Der Zweck sei vielmehr, Einfluss auf die US-Geldpolitik zu nehmen.
Die Märkte reagieren bestürzt. Der US-Dollar hat in der Nacht auf Montag klar an Wert verloren. Der Goldpreis ist zum Wochenauftakt auf ein Rekordhoch von fast 4600 Dollar pro Feinunze gestiegen. Auch die Schweizer Börse SIX öffnete den Handel im Minus.
Der Markt habe die geldpolitischen Risiken im Zuge der politischen Druckmache auf die FED bisher wohl unterschätzt, meint die Commerzbank in einem Kommentar. «Spätestens dieser Schritt sollte aber den ein oder anderen wachrütteln.»
Marktbeobachter Karl Schamotta von Corpay: «Die Enthüllungen markieren eine dramatische Eskalation in den Bemühungen der Regierung, der FED die Beine wegzuschlagen. Das könnte eine Reihe unbeabsichtigter Folgen haben, die den erklärten Zielen von Präsident Trump direkt zuwiderlaufen.»
Amerikanische Chat-Plattform will an die Börse
Michael Hotz, Redaktor Wirtschafts-Desk
Die Börsen sind zum Jahresanfang auf Rekordjagd. Der Schweizer Leitindex SMI hat am Mittwoch ein neues Allzeithoch erreicht. Der deutsche Dax ist erstmals über die Marke von 25'000 Punkten geklettert. Und auch der Dow Jones und der S&P 500 gingen am Dienstag in New York mit neuen Höchstwerten aus dem Handel.
Insbesondere an der Wall Street sind die grossen Technologieunternehmen grosse Treiber der Börsenrally. 24 der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt sind US-Riesen aus dieser Branche, wie eine Erhebung des Beratungsunternehmens EY ergeben hat. Und jetzt will ein weiteres Tech-Unternehmen aus den Vereinigten Staaten sein Glück an der Börse versuchen: Discord.
Die 2015 gegründete Chat-Plattform hat laut Bloomberg einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang gestellt. Demnach spannt das in San Francisco ansässige Unternehmen für den Schritt an die Wall Street mit den beiden US-Grossbanken Goldman Sachs und JPMorgan Chase zusammen. Discord ist vor allem bei Gamern, Streamern und Programmierern beliebt. Laut eigenen Angaben zählt die Plattform über 200 Millionen aktive Nutzer pro Monat.